contenu

„Präventionsnetzwerk gegen Kinderarmut in Pforzheim-West“

Die Kinderarmut in der Stadt Pforzheim liegt bereits seit geraumer Zeit über dem Landesdurchschnitt Baden-Württembergs. Obwohl die Arbeitslosenzahlen sinken, steigt die Anzahl der in Armut lebenden Familien. Die Anzahl der Jugendlichen unter 15 Jahren im SGBII-Bezug ist von 3.174 (2009) auf 3.888 (2016) gestiegen. Somit verzeichnet sich ein Zuwachs von 22,5%. In Pforzheim leben demnach 21,8% der unter 15-Jährigen von SGBII-Leistungen. Die Armutsbelastung ist unterschiedlich auf das Stadtgebiet verteilt, wonach die SGBII-Quote der Zielgruppe bei über 30% liegt. In der Weststadt, in der das Projekt verortet ist, liegt sie sogar bei 42,6%, woraus sich eine Anzahl von 570 Kindern ergibt. Die betroffenen Kinder haben einen erschwerten Zugriff auf die Teilhabe an Gesellschaft, welche erwiesenermaßen durch Sprache, Bildung, sowie die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben ermöglicht wird.

Auf der Grundlage von Landesfördermitteln in Höhe von 100.000 Euro wird seit November 2017 und bis 15.Dezember 2018 an einem Projekt zur Prävention von Kinderarmut gearbeitet. Das Projekt  „ KIWI – Präventionsnetzwerk Chancengleichheit für Kinder in der Pforzheimer Weststadt“ soll mehrere Bereiche stärken: individuelle Lernförderung, die Vermittlung zu sozialen und kulturellen Angeboten und die Einführung von Programmen und Angeboten zur Stärkung von Gesundheit und Ernährung. Die Kooperation mit den entsprechenden sozialen Einrichtungen und deren Vernetzung ist ein zentraler Aspekt des Projekts. Das Präventionsnetzwerk entsteht zunächst aus der Zusammenarbeit der Sozialraumakteure der Weststadt, wie dem IB, dem Stadtjugendring, der Diakonie, der evangelisch-methodistischen Kirche, sowie der Q-Prints and Service gGmbH und ist stets erweiterbar.

Mit dem Teilprojekt „Stadtoasen“ sollen in der Weststadt mehrere „Urban Gardening-Anlagen“ gebaut werden, die den Kindern die Naturerfahrung in der Stadt ermöglichen und sie durch die aktive Begleitung des Ernteprozesses praktisch an das Thema Gesundheit und Ernährung heranführen. Ebenfalls sollen die Stadtoasen das soziale Netzwerk im Quartier stärken, wonach alle Bewohner der Weststadt angesprochen sind sich zu beteiligen.  Neben den Angeboten für Kinder sollen auch Eltern einbezogen werden. Diesbezüglich soll das seit 1999 an mehreren Grundschulen und Kindertageseinrichtungen in Deutschland erfolgreich praktizierte Rucksackprogramm an die Osterfeld Grundschule und die Brötzinger Schule vermittelt werden. Weiterhin entsteht ein Tanzprojekt in Kooperation mit der Urban Dance School Pforzheim, sowie eine offene gemeinschaftliche Kinderferienbetreuung mit dem Haus der Jugend, die im Benckiserpark stattfindet und den Kindern über die gesamten Sommerferien Programm, Ausflüge und individuelle Lernförderung ermöglichen soll.