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Internationale Verbindungen

Die Stadt Pforzheim pflegt über die städtepartnerschaftlichen Beziehungen hinaus weitere intensive Kontakte zu einer Reihe an internationalen Akteuren.

Coventry

Kontakt

Roland Ganninger
Pfalzgrafenstr. 10
75181  Pforzheim
  • 1

Die Stadt Pforzheim pflegt im Rahmen der Nagelkreuzgemeinschaft Kontakte mit der britischen Stadt Coventry. Das Nagelkreuzzentrum Pforzheim, verortet an der Evangelischen Stadtkirche, existiert seit dem 23. Februar 2005 als Mitglied der "Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland e.V." und besteht aus der Nagelkreuzgruppe Huchenfeld, die bereits 1992 ein erstes Nagelkreuz erhielt, und der Stadtkirchengemeinde Pforzheim.

Am 23. Februar 2005, dem 60. Jahrestag der Zerstörung Pforzheims, wurde der Evangelischen Stadtkirche Pforzheim durch den emeritierten Dekan der St. Michaels-Kathedrale Coventry, John Petty, ein zweites Nagelkreuz als Versöhnungszeichen übergeben. Es hat, montiert auf einem der letzten originalen Trümmersteine der von deutschen Bombergeschwadern zerstörten Kathedrale, seinen Platz gefunden an der Apsiswand der neuen, 1968 eingeweihten, Evangelischen Stadtkirche Pforzheim.

Im Angesicht dieses Kreuzes wird, in geschwisterlicher Verbundenheit mit der internationalen Nagelkreuzgemeinschaft, an jedem letzten Freitag des Monats um 12 Uhr im Rahmen einer Versöhnungsandacht die Versöhnungslitanei von Coventry gebetet. Im Rahmen der internationalen Nagelkreuzgemeinschaft finden regelmäßige Treffen und Begegnungen zwischen den Bürgerinnen und Bürgern der verschiedenen Städte statt.

Seit 2010 hat das Nagelkreuz der Stadtkirche einen Zwilling: Das Pforzheimer Wandernagelkreuz, nach Würzburg und Usedom das dritte in Europa existierende, das jedes Jahr am 23. Februar als Friedens-und Versöhnungssymbol an eine andere ökumenische Einrichtung übergeben wird.

Llanbedr

Kontakt

Rathaus Huchenfeld
Rathaus Huchenfeld
Huchenfelder Hauptstr. 129
75181  Pforzheim
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Partnerschaft zwischen Huchenfeld und Llanbedr

Seit 1994 pflegt der Pforzheimer Ortsteil Huchenfeld enge Beziehungen mit der walisischen Gemeinde Llanbedr. Am 8. Februar 2008 wurde die Ortspartnerschaft zwischen Huchenfeld und Llanbedr mit der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden in Llanbedr offiziell besiegelt.

Entstehungsgeschichte

In den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges wurden fünf gefangene britische Luftwaffenangehörige ermordet. Dieses Verbrechen wurde zwar von den Alliierten verfolgt, fand jedoch in den folgenden Jahrzehnten keinerlei Beachtung bei regionalen oder überregionalen deutschen Stellen. Erst auf Grund einer Pressenotiz im Jahr 1989 begann man nachzuforschen.

Die evangelische Kirchengemeinde beschloss eine Gedenktafel mit den Namen der Ermordeten sowie den Worten „Vater vergib“ an der Kirche anzubringen. Als am 18. November 1992 die Gedenktafel enthüllt wurde, durfte Marjorie Frost-Taylor, Witwe des in Huchenfeld getöteten Harald Frost miterleben, wie der Kirchengemeinde durch den Canon Dr. Paul Oestreicher das Nagelkreuz verliehen wurde. Das aus drei Zimmermannsnägeln bestehende Nagelkreuz hat seinen Ursprung in Coventry und steht weltweit als Symbol der Versöhnung zwischen den Völkern dieser Welt.

Die BBC berichtete darüber, wodurch John Wynne von dem Schicksal seiner Kameraden erfuhr. John Wynne, der damalige Flugzeugführer, konnte auf wundersame Weise seine schwer beschädigte Maschine in England landen, hatte aber bis dahin nichts vom Schicksal seiner Kameraden gewusst. Berührt von den Versöhnungsbemühungen der Huchenfelder nahm der aus dem walisischen Ort Llanbedr stammende John Wynne Kontakt zu Huchenfeld auf.

Entstehung der Nagelkreuzgruppe

Mit der Verleihung des Nagelkreuzes wurde die ev. Kirchengemeinde offiziell in die Nagelkreuzgemeinschaft Deutschlands aufgenommen. Das ist Auszeichnung und Verpflichtung zugleich: "Der Herr, dein Gott, hat dir den Fluch in einen Segen gewandelt." (V Mose 23, 6). Die folgenden Jahre waren gekennzeichnet von der Suche und dem Auffinden weiterer Crew-Mitglieder in England, wie z.B. Tom Tate und Norman Bradley, die in der Dunkelheit des 17. März 1945 durch Flucht hatten entkommen können, von anderen Wehrmachtseinheiten wieder gefangen genommen wurden und korrekt behandelt den Krieg überlebten. Einladungen konnten ausgesprochen werden, gegenseitige Besuche wurden durchgeführt, die herzliche Freundschaften im Geist der Versöhnung entstehen ließen.

Weitere Informationen

http://www.huchenfeld-evangelisch.de/

Stolpersteine

In Gedenken an die in Huchenfeld getöteten Flieger wurden am 6. September 2013 direkt vor dem Eingang des ehemaligen Schulhauses (jetzt: „Haus der Vereine“), in dessen Keller die Männer fest gehalten wurden, 4 Stolpersteine verlegt. Diese Wahl folgt der bisherigen Auswahl für die Verlegung der Stolpersteine in Pforzheim: letzter bekannter Wohnort oder Aufenthaltsort vor Flucht, Tötung oder Abtransport ins Konzentrationslager. Mit dem überlebenden Crewmitglied Tom Tate und dem damaligen Piloten John Wynne ist in den vergangenen Jahren eine sehr enge Verbindung entstanden.

Das Schaukelpferd Hope

Bei seinem Besuch in Huchenfeld im Juni 1994 überreichte John Wynne dem ev. Kindergarten in Huchenfeld ein eigens für die Kinder angefertigtes Schaukelpferd mit dem Namen „Hope“. Dieses Schaukelpferd steht als Zeichen der Versöhnung und der Hoffnung auf eine friedvolle Zukunft. Der ev. Kindergarten feiert seither zusammen mit den Kindern jährlich den Geburtstag von Hope. John Wynne war es auch, der 1996 erstmals Schüler aus Huchenfeld nach Llanbedr einlud.

Freundeskreis Wales

Durch die Geste von John Wynne inspiriert, trafen sich etli-che Eltern des Kindergartens sowie der Grund- und Werkrealschule Huchenfeld um einen Besuch in Llanbedr zu organisieren. Aus dieser Initiative gründete sich dann im Jahr 1996 der Freundeskreis Wales e.V. mit Bernd Heintz an der Spitze. Der Verein hat sich zum Hauptziel den Schüleraustausch zwischen Huchenfeld und Llanbedr gesetzt. Weitere Informationen zur Entstehung und der Arbeit des Freundeskreis Wales e. V. finden Sie auf der Webseite.

Bürgerplakette

Vom 20. bis zum 22. September 2013 machten Ortsvorsteherin Sabine Gebhart und Pfarrerin Susanne Bräutigam zusammen mit einigen Vertretern des Ortschaftsrates und der evangelischen Gemeinde ihren Antrittsbesuch in der Partnerstadt Llanbedr. Dabei wurde John Wynne die Ehrenplakette des Stadtteils Huchenfeld verliehen. Er wurde mit dieser Plakette für seinen außerordentlichen Einsatz für die Entstehung und Pflege dieser Partnerschaft ausgezeichnet.

Gurs

Kontakt

Kulturamt Pforzheim
Dillsteiner Straße 21
75172  Pforzheim
  • 1

Pforzheim ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft zur Unterhaltung und Pflege des Deportiertenfriedhofs in Gurs, Frankreich.

Über 6500 Menschen wurden damals in der Zeit des nationalsozialistischen Regimes und des Zweiten Weltkriegs ins südfranzösische Internierungslager Gurs gebracht. Ein Drittel von Ihnen starb dort, andere wurden nach Auschwitz verschleppt und dort ermordet. Der Deportiertenfriedhof in Gurs ist Teil der Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen, die immer wieder erneuert werden muss. Seine Pflege ist eine Verpflichtung, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.

La Bresse

Kontakt

Monika Finna
Städtepartnerschaften
Marktplatz 1
75175  Pforzheim
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La Bresse ist eine französische Gemeinde mit etwa 5000 Einwohnern im Departement Vosges (Vogesen) in der Region Lothringen.

Pforzheim, La Bresse und die kleineren Gemeinden Cornimont und Ventron verbinden schicksalhafte Ereignisse und eine historisch begründete deutsch-französische Freundschaft.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges machten oberhalb von La Bresse Partisanen der auf dem Rückzug befindlichen deutschen Armee zu schaffen, was zu einer weitgehenden Zerstörung des Ortes durch die deutsche Wehrmacht und im November 1944 zur Deportation aller männlichen Einwohner in ein Lager bei Pforzheim führte. Einige der Männer wurden in diesem Lager dann am 23. Februar 1945 Opfer des verheerenden alliierten Bombenangriffs auf Pforzheim. Die Partisanen, derer die Wehrmacht in La Bresse habhaft wurde, wurden oberhalb des Ortes exekutiert.

Im Zusammenhang mit der durch Charles de Gaulle und Konrad Adenauer begründeten deutsch-französischen Freundschaft kamen die überlebenden Deportierten nach Pforzheim, um hier auch auf dem Hauptfriedhof ihrer Getöteten und aller beim Angriff Gestorbenen zu gedenken. Auf dem Hauptfriedhof befindet sich ein Sammelgrab mit der Beschriftung „Gebeine Beckh am Markt“. Hierbei handelt es sich um die ehemalige Gaststätte, wo viele der Opfer am 23. Februar 1945 starben.

Aus diesen Nachkriegskontakten entwickelten sich in den letzten 50 Jahren zahlreiche freundschaftliche Begegnungen, die wesentlich durch die Deutsch-Französische Gesellschaft Pforzheim (DFG / AFA), private Freundeskreise und in La Bresse wesentlich durch die Deportierten-Vereinigungen sowie sehr wesentlich durch den La Bresser Deutschlehrer Michel Arnould gestärkt werden.

In Anerkennung seiner Verdienste um die Stadt Pforzheim und um die Versöhnungsarbeit zwischen Frankreich und Deutschland erhielt Michel Arnould aus La Bresse die Bürgermedaille 2014 der Stadt Pforzheim.