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Bürgermeister Fillbrunn besucht Partnerstadt

87. Jahrestags der Bombardierung der Stadt Gernika

Übergabe Friedenspreis
v.l.: Sulaiman Khatib und Iris Gur, Fighters für Peace sowie Bürgermeister Frank Fillbrunn bei der Übergabe des Friedenspreises.
©Kulturhaus GernikaFoto: Cristina Arana Bareño
Aufführung des Balletttheater Gernika.
Aufführung des Balletttheater Gernika.
©Stadt PforzheimFoto: Monika Finna
Theater Pforzheim
RauschBoléro
©Theater PforzheimFoto: Martin Sigmund
©Stadt PforzheimFoto: Monika Finna

Anlässlich des 87. Jahrestags der Bombardierung Gernikas besuchte Bürgermeister Frank Fillbrunn Pforzheims baskische Partnerstadt und zeigte sich beeindruckt von der Gastfreundschaft und der Herzlichkeit der Gastgeber. Auch dabei war das Tanztheater Pforzheim, das am Vorabend des Gedenktages mit mehreren tänzerischen Darbietungen unter dem übergreifenden Titel „Bewegende Erinnerung“ im Teatro Lizeo auftrat. Um das verbindende Gedenken der beiden Partnerstädte Pforzheim und Gernika aufzugreifen, boten die Tänzerinnen und Tänzer zwei Duette des Regisseurs Guido Markowitz über Gefühle der Verbundenheit, der Liebe sowie der Erinnerungen und das Stück "RauschBoléro" dar. Während der zweite Teil, "Boléro" von Rita Aozane Bilibio und Damian Gmür Bewegungen des Kampfes und der Gefühle zeigte, ließ die Choreografin María del Mar Rodríguez Valverde in "Entre" das Publikum an Momenten der Zwischenmenschlichkeit teilhaben. „Die Botschaft des Tanztheaters Pforzheim mit starkem tänzerischem Ausdruck war besonders beeindruckend. Herzlichen Dank an alle Beteiligten, die diesen mitreißenden Auftritt ermöglicht haben“, so Bürgermeister Fillbrunn.

Am darauffolgenden Gedenktag verlieh Bürgermeister Frank Fillbrunn den diesjährigen Friedenspreis. Seit dem Friedensmarsch 2005 von Pforzheim nach Gernika verleiht die baskische Stadt Preise an Persönlichkeiten und Organisationen, die sich um Frieden und Versöhnung besonders verdient gemacht haben. Mit einbezogen ist dabei auch das Friedensinstitut in Gernika. Den Preis für Frieden und Versöhnung für das Jahr 2024 überreichte Bürgermeister Frank Fillbrunn an Sulaiman Khatib und Iris Gur von „Fighters for Peace“, einer Freiwilligenorganisation, die ehemalige Bürgerkriegskämpfer mit unterschiedlichen politischen, religiösen und sozialen Hintergründen vereint. Sie wurde 2006 gegründet, um die Friedenskonsolidierung und den Dialog zwischen der palästinensischen und der israelischen Gemeinschaft zu fördern und um sich mit gewaltfreien Mitteln für den Frieden einzusetzen. Bürgermeister Frank Fillbrunn zeigte sich ergriffen von den Gedenkfeierlichkeiten: „Mit der Verleihung der Friedenspreise und dem gemeinsamen Gedenken stehen wir zusammen mit der Stadt Gernika für Frieden und Versöhnung zwischen den Völkern und gegen den Krieg.“

Zur historischen Angriffszeit ertönten vier Minuten lang die Sirenen und Glocken in der ganzen Stadt, um der Opfer des vernichtenden Angriffs durch die deutsche Legion Condor am 26. April 1937 in vier Schweigeminuten zu gedenken. Bei der Gedenkfeier auf dem Friedhof Zallo reihte sich der Bürgermeister in die Prozession ein, um den Kranz der Stadt Pforzheim an der Gedenkstätte niederzulegen. Die Andacht bei der Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof hielt der Erzbischof von Bilbao. Ein baskischer Tänzer und ein Streichorchester begleiteten das Programm.

Die Städtepartnerschaft zwischen Gernika und Pforzheim besteht seit dem Jahr 1989. Beide Städte teilen dasselbe Schicksal und wurden vor und im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. 87 Jahre nach dem Angriff hat Gernika die Friedensarbeit zu einem hervorgehobenen Projekt gemacht. Sie verfügt über das Friedensmuseum und ein Friedensforschungsinstitut. Die beschauliche Gemeinde, nicht weit von Bilbao gelegen, hält die Erinnerung wach und pflegt mittlerweile weltweit Kontakte, wie zu Dünkirchen (Dunkerque) und Auschwitz.

Gernika hat 17.000 Einwohner und wurde 2004 von der UNESCO als internationale Friedensstadt ausgezeichnet. Pablo Picasso schuf unter dem Eindruck des Angriffs auf Gernika am 26. April 1937 das Gemälde „Guernica“ für den spanischen Pavillon der Weltausstellung in Paris 1937. Es ist auf einem Kachelmosaik in Originalgröße in Gernika zu sehen, das Original befindet sich im Museum Reina Sofia in Madrid. Im Pforzheimer Rathaus findet sich eine Kopie dieses berühmten Gemäldes. Zwischen Pforzheim und Gernika bestehen enge Beziehungen durch Schüleraustausche und die gemeinsamen Städtepartnerschaftswanderungen der Alpenvereine, an denen auch der Alpenverein Vicenza beteiligt ist.