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Scheinehen

Obwohl die Aussicht auf eine Aufenthaltsbewilligung bei gewissen Zwangsheiraten eine Rolle spielt, spricht man in diesen Fällen nicht von Scheinehen. Diese beiden Arten der Ehe basieren auf einer völlig unterschiedlichen Logik. Bei einer Scheinehe beschließen zwei Erwachsene aus freien Stücken zu heiraten, um die gesetzlichen Bestimmungen über Aufenthalt und Niederlassung zu umgehen, wobei häufig auch Geld im Spiel ist. Die Ehepartner tun dabei so, als ob sie zusammen eine Ehe führen würden, und das in der Regel bis die Aufenthaltsbewilligung oder der Deutsche Pass ausgestellt worden ist. Bei Zwangsheiraten hingegen besteht die Absicht, eine langfristige Ehe zu schließen, auch wenn eine „Eintrittskarte“ nach Deutschland in manchen Fällen eine Rolle spielen mag. Das Umfeld, das die betroffene Person zu einer solchen Heirat zwingt, hält den Druck im Normalfall auch während der Ehe aufrecht, damit diese weitergeführt und für Nachwuchs gesorgt wird.[1]

 

 

[1] Vgl. Schweizerische Eidgenossenschaft: Bundesprogramm Bekämpfung Zwangsehen. www.gegen-zwangsheirat.ch/themen/definitionen. Stand 17.03.2020