Zum Inhalte springen
  • Bewölkt: 85-100%-1 °C
  • Kontrast

Kampagnen und Veranstaltungen zum Thema Zwangsheirat und Frühehen

23.11.2020 Digitale Gesprächsrunde "Nein zu Zwangsheirat!"

Im Rahmen des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen (25. November) fand am 23. November 2020 eine digitale Gesprächsrunde zum Thema "Nein zu Zwangsheirat" mit Expert*innen aus Institutionen und Organisationen in Pforzheim und im Enzkreis statt. Im Gespräch wurde erörtet, welche Motive einer Zwangsverheiratung zugrunde liegen; die Bedeutung des Themas für Pforzheim und den Enzkeis; welche (Fach-) Stellen sich des Themas annehmen, wo Betroffene Hilfe finden und an wen sich Fachkräfte ggf. wenden können.  

Eingeladen zur Gesprächsrunde hat die Gleichstellungsbeauftragte Stadt Pforzheim, Susanne Brückner, in Zusammenarbeit mit dem Soroptimist Club Pforzheim Enzkreis, der Terre des Femmes Städtegruppe Pforzheim Enzkreis und Mitgliedern der Steuerungsgruppe Zwangsheirat Pforzheim Enzkreis. Die Moderation der Fragerunde übernahm die Gleichstellungsbeauftragte des Enzkeises, Kinga Golomb.

 

weitere Informationen

Von Zwangsverheiratungen sind laut dem Bundesministerium für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in erster Linie Mädchen und Frauen bedroht bzw. betroffen. Unter den Betroffenen sind knapp 30 % bis 17 Jahre und rd. 40 %. zwischen 18- und 21 Jahre. Auch Jungen und Männer sind von Zwangsverheiratungen betroffen.

Zwangsverheiratungen liegen dann vor, wenn mindestens ein Eheteil durch die Ausübung von Gewalt
oder durch Drohungen zum Eingehen einer formellen oder informellen Ehe gezwungen wird. Eine mögliche Weigerung hat entweder kein Gehör gefunden oder der/die Betroffene hat es nicht gewagt, sich zu widersetzen. Auch die Bedrohung der Betroffenen mit existentiellen finanziellen oder ausländerrechtlichen Konsequenzen kann zu einer Zwangsverheiratung führen.

Begleitend zum Thema konnte über das Kommunale Kino im onDemand-Kino der Film "NUR EINE FRAU" gebucht werden. 
(DE 2019 | Regie: Sherry Hormann | Mit: Almila Bagriacik, Meral Perin, Rauand Taleb | ab 12 Jahren | 97 Minuten)

Die Protagonistion Aynur erzählt emotional und eindringlich die Geschichte ihres eigenen Lebens und ihres Todes. 

 

Informationen zum Film

Mitten in Berlin wird Aynur von ihrem Bruder Nuri auf offener Straße erschossen. Arglos hat sie ihn zur Bushaltestelle begleitet, wenige hundert Meter entfernt in der Wohnung schläft ihr fünfjähriger Sohn Can. Wie ist es zu dieser Tat gekommen? In NUR EINE FRAU erzählt Aynur ihre Geschichte. Es ist die Geschichte einer selbstbewussten jungen Frau, die das Leben liebt und die genau weiß, wie sie es leben möchte. Die der Gewalt in ihrer Ehe entflieht und sich auch von ihren Brüdern und Eltern nicht vorschreiben lässt, was sie zu tun hat. Sie weiß, dass sie sich damit gegen die Traditionen ihrer Familie stellt und sich selbst in Gefahr bringt, doch ihr Drang nach Freiheit ist größer. Bis die Beleidigungen und Drohungen ihrer Brüder immer ernster werden.
Berührendes Drama nach der realen Geschichte einer jungen Frau und Mutter aus einer türkisch-kurdischen Familie, die 2005 in Berlin einem sogenannten Ehrenmord zum Opfer fiel. In einem ungewöhnlichen Kniff wird sie von der Toten selbst erzählt. Das genau recherchierte Drama zeichnet auch dank seiner starken Hauptdarstellerin Almila Bagriacik das Porträt einer lebenslustigen und mutigen Persönlichkeit.