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Arrangierte Heiraten

Eine arrangierte Heirat liegt vor, wenn der künftige Ehepartner oder die künftige Ehepartnerin von Dritten bestimmt werden – oftmals von den Eltern. Im Normalfall dürfen die künftige Ehepartnerin oder der künftige Ehepartner die vorgeschlagene Partnerin bzw. den vorgeschlagenen Partner ablehnen, ohne negative Folgen befürchten zu müssen. Wird der Einspruch der Person jedoch nicht berücksichtigt oder traut sich diese nicht, sich zu wehren, da sie sonst mit massivem Druck rechnen muss, liegt eine Zwangsheirat vor. In der Praxis ist es nicht immer einfach, arrangierte Heiraten von Zwangsheiraten zu unterscheiden, da die Grenzen zwischen den beiden Heiratsformen verschwommen sind. Bei der Abklärung, ob es sich um eine Zwangsheirat handelt, ist ausschlaggebend, ob die betroffene Person selbst das Gefühl hat, sie sei unter Druck gesetzt worden. Für Außenstehende mag eine Situation schwierig, unerträglich oder unangenehm scheinen. So lange jedoch die betroffene Person dies nicht so empfindet, kann nicht von einer Zwangsheirat gesprochen werden.[1]

 

[1] Vgl. Schweizerische Eidgenossenschaft: Bundesprogramm Bekämpfung Zwangsehen. www.gegen-zwangsheirat.ch/themen/definitionen. Stand 17.03.2020