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Kampagne "Luisa ist hier!" jetzt auch in Pforzheim

Ausgehen und gemeinsam feiern ist etwas Schönes. Wichtig ist, dass sich das Feiern in einem sicheren Rahmen abspielt - unabhängig davon, ob es in Discotheken und Lokalen oder im öffentlichen Raum bei Veranstaltungen, Festivals etc., stattfindet - und dass anschließend alle sicher nach Hause kommen.

Leider kommt es im Kontext von Ausgehen und Party machen immer wieder zu sexuellen Grenzverletzungen. Häufig gehen diese zu Lasten von Frauen. Bevor es zu übergriffigen Situationen kommt, gilt es diesen gezielt durch präventive Maßnahmen zu begegnen.  

Die Stadt Pforzheim hat sich daher entschieden, zusammen mit ihren Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern ein Zeichen zu setzen und das Projekt „Luisa ist hier!“ in Pforzheim im Laufe des Jahres 2019 umzusetzen. 

„Luisa“ ist ein Hilfsangebot für Frauen in der Partyszene. Mit der Frage „Ist Luisa hier?“ können sich Frauen an das Personal der beteiligten Gastronomien wenden, wenn sie sich unsicher, unwohl und bedrängt fühlen und erhalten schnelle, diskrete Hilfe. Das geschulte Thekenpersonal bietet vor allem einen Rückzugsort an, um das weitere Vorgehen in aller Ruhe zu besprechen. Dabei entscheidet die Frau selbst, welche Hilfemöglichkeit sie in Anspruch nehmen möchte, z.B. ein Taxi, Freunde/Freundinnen oder die Polizei rufen. 

Erster Bürgermeister Dirk Büscher ist Schirmherr der Kampagne. Projektinitiatorin und Koordinatorin ist die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Pforzheim, Susanne Brückner.

Weitere Informationen

Das Projekt ist Teil der Präventionskampagne "SICHER FEIERN", die vom Frauen-Notruf Münster e.V. im Jahr 2016 initiiert wurde. Bis Ende 2018 haben in Deutschland über 50 Kommunen dieses Konzept übernommen und umgesetzt. 

Der Frauen-Notruf e.V. Münster hat über soziale Medien von einer ähnlichen Aktion in England erfahren. Dort lief eine Kampagne unter dem Namen “#Ask for Angela“, bei der Frauen ein Weg aus unangenehmen Tinder-Dates geschaffen werden sollte. Die Mitarbeiterinnen des Frauen-Notrufs e.V. haben daraufhin die Kampagne anhand der Bedarfe in Münster modifiziert, das Konzept entwickelt und Materialien dazu entworfen. In Münster läuft die Luisa-Kampagne seit Dezember 2016.

Projektstruktur

Die Gesamtkoordination und die Projektverantwortung liegt bei der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Pforzheim, Susanne Brückner.

Der Verein Llilith e.V. und pro familia erarbeiten ein Konzept für die Schulung des Personals der beteiligten Gastronomiebetriebe und führen die Schulungen durch. 

Die Mitglieder der AG Prävention von sexueller Gewalt begleiten und unterstützen die Kampagne in Pforzheim.

Projektbeteiligte

Schirmherr Erster Bürgermeister Dirk Büscher

Projektinitiatorin und Koordinatorin Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Pforzheim, Susanne Brückner

Kooperationspartnerinnen: 

  • Lilith e.V. 
  • pro familia Pforzheim

finanziell Unterstützende:

  • Verein sicheres Pforzheim/sicherer Enzkreis
  • Kommunale Kriminalprävention Stadt Pforzheim
  • Soroptimist Club Pforzheim
  • Zonta Club Pforzheim

weitere Unterstützende:

  • Amt für öffentliche Ordnung Stadt Pforzheim
  • Gesundheitsamt Enzkreis Pforzheim
  • Jugend- und Sozialamt Stadt Pforzheim
  • Polizeipräsidium Karlsruhe, Referat Prävention/Opferschutz

Umsetzung der Kampagne

15.05.2019

Kickoff-Veranstaltung für die Gastrononie und den Eventbereich

Ab Juli 2019 

finden die Schulungstermine für Beteiligte aus Gastronomie und dem Eventbereich statt.

25.11.2019 

Eröffnungsveranstaltung am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Infos zur Kickoff-Veranstaltung am 15.5.2019

Erster Bürgermeister Dirk Büscher begrüßte als Schirmherr der Kampagne "Luisa ist hier!" bei der Auftaktveranstaltung die zahlreichen Vertreterinnen und Vertreter der ansässigen Gastronomiebetriebe und der Eventbereiche. Nach seinen Worten "passt das Angebot gut in den Kontext der Aktivitäten, die die Stadt zum Thema Sicherheit bereits durchführt".

In Ihrem Vortrag stellte Susanne Brückner, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Pforzheim, das Projekt vor und wies darauf hin, wie wichtig das Projekt für Pforzheim ist. So gab es im Jahr 2018 in Pforzheim 115 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Im Jahr 2017 waren es mit 61 knapp die Hälfte. Im Zeitraum von März 2017 bis Februar 2018 suchten 151 meist junge Frauen Hilfe bei Beratungsstellen, die überwiegende Zahl hiervon war selbst betroffen von sexualisierter Gewalt. Auch die Zahlen der Medizinischen Soforthilfe nach einer Vergewaltigung, die am Helios Klinikum angeboten wird, zeigen wie notwendig das Angebot in Pforzheim ist. Ereigneten sich im Jahr 2017 acht Vorfälle, waren es im Jahr 2018 14 Fälle. Häufig fanden die Vorfälle im Kontext von Ausgehen und Party machen statt. 

Deshalb setzen alle Beteiligten auf Prävention, damit es gar nicht so weit kommt. 

Presseartikel der Pforzheimer Zeitung über Kickoff-Veranstaltung

Presseartikel des Pforzheimer Kurier über Kickoff-Veranstaltung