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Im Schuljahr 2018/19 ist das Projekt Sprach- und Lernförderung für Grundschulkinder mit Migrationshintergrund an Pforzheimer Grundschulen gestartet. Das Ziel dieses Projektes ist zum einen die Sprach-und Lernförderung, zum anderen aber auch die Förderung des selbstständigen Lernens und der Entwicklung sozialer Kompetenzen. Die Fördereinheiten werden eng mit dem Schulkontext, sowohl inhaltlich als auch didaktisch, verknüpft. Zudem wird die Medienkompetenz durch den Einsatz mit Tablets mit ausgewählten Sprach-und Lernapps geschult.

Fünf Jahre nach der großen Flüchtlingswelle 2015 ist die Relevanz an zusätzlicher Sprachförderung für Kinder, die Deutsch als Zweitsprache erlernen, nach wie vor groß. Sehr viele Kinder an den Pforzheimer Schulen haben heute einen intensiven Sprachförderbedarf. Die Gründe dafür sind vielfältig. So reicht bei vielen Kindern die zum Teil kurze Kindergartenzeit für das Erlernen der deutschen Sprache nicht aus. Dies betrifft nicht nur Kinder mit einer ausländischen Herkunft, sondern auch Schülerinnen und Schüler, die in Pforzheim geboren sind. Viele Kinder sprechen zuhause teilweise kaum bis gar kein Deutsch und haben damit nur geringe Lernmöglichkeiten im außerschulischen Alltag. 
In den Einschulungsuntersuchungen zum Schuljahr 2018 und 2019 wurde beim Sprachentwicklungsscreening festgestellt, dass 61 % der Kinder aus Pforzheim, die nach den Sommerferien eingeschult werden sollten, einen intensiven Sprachförderbedarf haben und Sprachförderung benötigen.

Die Stadt Pforzheim entschied sich im Jahr 2018, die aus dem Pakt für Integration vom Land erhaltenen Mittel u. a. für ein Projekt zur Sprach- und Lernförderung für diese Kinder einzusetzen. Darin fördern drei Mitarbeiterinnen des Jugend- und Sozialamtes Kinder mit Flucht- und Migrationshintergrund an acht Pforzheimer Grundschulen. Hiefür finden an jedem Nachmittag eineinhalb stündige Einheiten für verschiedene Kleingruppen mit Kindern aus den Vorbereitungsklassen, kurz VKL-Klassen statt. Auch in den Ferien gibt es regelmäßig Programm, da gerade über diese Zeiträume die Gefahr für Rückschritte in der sprachlichen Entwicklung besteht. „Ich freue mich, dass unsere Mitarbeiterinnen hier ein stimmiges Konzept aufgesetzt haben und dieses mit Fachkompetenz und persönlichem Engagement umsetzen“ so der Oberbürgermeister Peter Boch.
 

    Kontakt

    Natalie Reimann

    Natalie.Reimann(at)pforzheim.de

    Carolin Stelzer

    Carolin.Stelzer(at)pforzheim.de

    Birgit Kitzwögerer

    Birgit.Kitzwoegerer(at)pforzheim.de

    +49 7231 392104

    Ich sprachförder dich! – Ein Projektfilm
    Nun im dritten Jahr sind sich die Mitarbeiterinnen des Projekts einig, dass es neben der gezielten Förderung wichtig ist, Entscheidungsträger auf die besondere Situation der Kinder aufmerksam zu machen. Hierfür entstand in Kooperation mit Indigo Pictures ein Film zum Thema.

    Das Projektteam möchte mit dem Film die besondere Situation der Kinder mit Sprachförderbedarf, aber auch die der Lehrkräfte, der Eltern und Förderkräfte aufzeigen. Es wird deutlich, dass es zahlreiche Herausforderungen gibt, aber auch welche Chancen sich auftun. Ziel ist es, Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Sprachförderangebote an den Schulen und im Nachmittagsbereich wichtig sind und dass es ein flächendeckendes Konzept für alle Grundschulen in Pforzheim geben sollte. Oberbürgermeister Peter Boch und Bürgermeister Frank Fillbrunn sind sich einig: „Die Förderlücken allein durch Projekte und ehrenamtliche Helfer/ -innen auszugleichen reicht nicht aus, um die Potentiale der zugewanderten Kinder vollstän-dig auszuschöpfen und sie damit als wertvollen Teil unserer Gesellschaft zu integrieren.“ Daher wird sich die Stadt Pforzheim mit der gelungenden Dokumentation der Arbeit im Projekt Sprach- und Lernförde-rung an die Landesregierung wenden, um die Notwendigkeit von Sprachförderung an den Grundschulen zu verdeutlichen und aufzuzeigen, dass deren Finanzierung über den Pakt für Integration hinaus verstetigt werden muss.