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Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen (25. November)

Aktionsbündnis 25. November Pforzheim Enzkreis

In Pforzheim und im Enzkreis hat der internationale Gedenk- und Aktionstag gegen Gewalt an Frauen eine lange und erfolgreiche Tradition. Jahr für Jahr setzen Fachkräfte gemeinsam mit engagierten Personen aus Politik und Zivilgesellschaft ein deutliches Zeichen: Keine Gewalt an Frauen! Jährlich gesellen sich mehr Stimmen dazu, und immer mehr Menschen möchten auf die Gewalt an Frauen aufmerksam machen und sich dagegen engagieren.

Um diese vielfältigen Aktivitäten zu bündeln, wurde im Jahr 2022 das „Aktionsbündnis 25. November Pforzheim Enzkreis“ ins Leben gerufen. Susanne Brückner, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Pforzheim, und ihre Kollegin aus dem Enzkreis, Kinga Golomb, haben die Vernetzung initiiert und koordinieren das Bündnis. Brückner betont: „Gewalt gegen Frauen ist ein gesellschaftliches Problem, bei dem wir alle aufgefordert sind, hinzuschauen. Wir sind stolz darauf, dass das Thema in unserer Region ernst genommen wird und dass es ein großes lokales Netzwerk gibt, das sich dieser Problematik annimmt." Golomb ergänzt: „Gemeinsam sind wir stark – nicht nur am 25. November, sondern an jedem Tag."

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen 2023

Informationen zu dem Aktionstag 2023

Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen 2023 ist vorüber, und in Pforzheim sowie im Enzkreis wurden zahlreiche Aktionen durchgeführt. Dazu gehörten Workshops, Filmabende und öffentliche Veranstaltungen, die das Thema in den Fokus rückten. Die vielfältigen Ansätze zeugen von einem starken Engagement des Aktionsbündnisses 25. November. Die breite Teilnahme verdeutlicht das Interesse an der Prävention von Gewalt und den festen Willen zu positiven gesellschaftlichen Veränderungen. 

Programmflyer Aktionsbündnis 25. November 2023

Fachveranstaltung "Warum geht sie nicht einfach?"

Veranstaltung zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen 2023

Am 24. November luden Susanne Brückner, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Pforzheim, Tanja Göldner, Leiterin des Frauenhauses und der Fachstelle häusliche Gewalt, sowie Manuela Büchner-Heinkel, Projektleiterin des Projekts Lotsin@PF, zu einer Fachveranstaltung ins Haus der Kirche in der Pforzheimer Melanchtonstraße ein. Die Veranstaltung war Teil der Aktionen rund um den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November.

Etwa 30 Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen, darunter spezialisierte Hilfesysteme, allgemeine Hilfsdienste, Strafverfolgungsbehörden, Jobcenter, Jugend- und Sozialämter in Pforzheim und Enzkreis, nahmen teil. Die zentrale Frage lautete: Warum verlassen Personen, vor allem Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, nicht einfach die gewalttätige Beziehung?

Die Veranstaltung bot einen Mix aus Fachvortrag und interaktivem Workshop, bei dem die Teilnehmenden gemeinsam mit den Referentinnen Dr. Jana Dvorak-Lansloot und Birgit Kluck-Puttendörfer Herausforderungen in der Beratungsarbeit sowie für alle Hilfesysteme anhand von drei Fallbeispielen beleuchteten. Im Austausch untereinander wurden eigene verinnerlichte (Glaubens)Sätze und innere Botschaften betrachtet.

Der Vortrag verdeutlichte, wie das Gehirn Erfahrungen in neuronalen Netzwerken speichert, und wie Beziehungserfahrungen zu verinnerlichten Mustern führen. Pränatale Bindungserfahrungen bestimmen spätere Bindungsmuster, die sich in unterschiedlichen Emotionen äußern. Diese Emotionen können adaptiv wirken, z.B. im Sinne von Angst als Antwort auf Gefahr. Sie aktiviert das Kampf-Flucht-System und ermöglicht es sich zu wehren, sich zu schützen, Schutz zu suchen. Emotionen können jedoch auch blockierend wirken und Erstarrung hervorrufen. Angst als blockierende Emotion kann bspw. als Angst vor Eskalation der Gewalt zu Tage treten, als Angst vor Konfrontation, Angst die Kinder zu verlieren, Angst den Alltag nicht allein zu bewältigen. Weitere blockierende Emotionen können Scham, Schuldgefühle, Kummer und Mitleid sein. Im Vortrag wurde das Zusammenspiel von systemischen Faktoren, inneren Glaubenssätzen, blockierenden Emotionen, Traumata und unbewussten Abwehrmechanismen genauer betrachtet.

Die Fachveranstaltung endete mit einer Reflexion der Teilnehmenden über ihre jeweilige Rolle im Einsatzbereich. Die rege Beteiligung und die positiven Rückmeldungen der Teilnehmenden zeigten, dass die Veranstaltung einen Nerv getroffen hatte.

Wir brechen das Schweigen!

Mitmachaktion zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen 2023

In diesem Jahr hat die Stadt Pforzheim aktiv an der bundesweiten Mitmachaktion des Hilfetelefons zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen teilgenommen. Unser gemeinsames Ziel war es, das Schweigen rund um Gewalt gegen Frauen zu durchbrechen und zur Solidarität mit betroffenen Frauen aufzurufen.

Bilder mit dem Aktionsfilter, darunter auch Aufnahmen von Oberbürgermeister Peter Boch und der Gleichstellungsbeauftragten Susanne Brückner, wurden auf den Social-Media-Kanälen der Stadt Pforzheim geteilt und unter Verwendung des Hashtags #schweigenbrechen veröffentlicht. Jeder Beitrag repräsentierte einen Schritt, um das Bewusstsein für das Thema zu schärfen und entschieden gegen Gewalt an Frauen einzutreten.

Hier finden Sie Informationen zur Mitmachaktion.

 

Aktion "Orange Your City"

Pforzheimer Gebäude erleuchten in Orange als Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Am diesjährigen Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen wurde in Pforzheim die Aktion "Orange Your City" durchgeführt, eine Initiative zur Sensibilisierung und Prävention von Gewalt gegen Frauen. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden Gebäude in der Stadt, darunter das Neue Rathaus und der Heizkraftwerk-Turm, in orangefarbenem Licht illuminiert. Der Zonta Club Pforzheim leistete einen Beitrag dazu, dass auch der Sparkassenturm in der symbolischen Farbe Orange beleuchtet wurde. Oberbürgermeister Peter Boch begrüßte das Engagement aus verschiedenen Bereichen der Stadtgesellschaft im Kampf gegen Gewalt an Frauen und Mädchen: „Es ist bemerkenswert, wie die Aktivitäten rund um diesen Aktionstag in den letzten Jahren stetig zugenommen haben und daraus das Aktionsbündnis 25. November Pforzheim Enzkreis hervorgegangen ist. Das zeigt, wie wichtig das Thema leider immer noch ist. Die Beleuchtung des Rathauses in Orange ist dabei mehr als nur eine symbolische Geste. Sie erinnert uns daran, dass Frauen und Mädchen weltweit immer noch Gewalt erfahren. Als Stadt setzen wir ein sichtbares Zeichen, um dieser Gewalt gemeinsam entschieden entgegenzutreten.“