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FAQs für Erhebungsbeauftragte: Das Wichtigste in Kürze

  • Sie erhalten von uns im April 2022 eine Schulung zu Ihrer Tätigkeit als Erhebungsbeauftragte_r
  • Ab Mitte Mai 2022 kontaktieren Sie die Ihnen zugewiesenen Anschriften und führen eine kurze und kontaktarme Befragung (Ziel-1-Befragung) an der Haustür/Wohnungstür durch
    • Im Anschluss übergeben Sie dem Haushalt Kennungen für einen Online-Fragebogen (Ziel-2-Befragung), den die Auskunftspflichtigen selbstständig ausfüllen. Sollte dies für die Auskunftspflichtigen nicht möglich sein, kann auch ein Papierfragebogen übergeben werden oder in Ausnahmefällen eine persönliche Befragung durch Sie erfolgen.
  • Sie können sich die Zeit für die Befragungen zwischen Mitte Mai und Ende Juli 2022 frei einteilen. Je nach Zeiteinteilung können die Befragungen in wenigen Tagen oder Wochen abgeschlossen werden.
  • Für die Erhebung und die Schulung erhalten Sie eine steuerfreie Aufwandsentschädigung von voraussichtlich 800 - 1.000 €

Wie hoch ist die Aufwandsentschädigung für Erhebungsbeauftragte (EB)?

Die sogenannte Aufwandsentschädigung ist steuerfrei und beläuft sich voraussichtlich auf etwa 800 bis 1000 Euro (hängt von der Anzahl und der Art der durchgeführten Interviews ab; die Teilnahme an der Schulung sowie das Abholen und Zurückbringen der Unterlagen werden mit einem Pauschalbetrag vergütet). Eine Übersicht über die Berechnung der Aufwandsentschädigungen erhalten Sie in der Schulung.

Werden mir Fahrtkosten für die Befragung erstattet?

Alle Erhebungsbeauftragten erhalten eine Pauschale für die Schulung (30 Euro) sowie eine Pauschale für andere Kosten, wie Fahrtkosten (20 Euro). Darüber hinaus ist eine Erstattung von Fahrtkosten nicht vorgesehen. Wir achten bei der Einteilung der Erhebungsbezirke darauf, dass die zu befragenden Haushalte vom eigenen Wohnort aus gut zu erreichen sind (ein Einsatz im eigenen Wohngebiet ist allerdings aus Datenschutzgründen nicht möglich) und die Distanzen zwischen den Adressen so gering wie möglich sind. Wir gehen somit davon aus, dass die Befragung zum größten Teil zu Fuß oder mit dem Fahrrad erfolgen kann.

Wann erfolgt die Überweisung der Aufwandsentschädigung?

Die Überweisung kann erst erfolgen, wenn alle ausgefüllten und vollstädigen Unterlagen zurück an die Erhebungsstelle gebracht wurden. Voraussichtlich wird die Auszahlung im August oder September 2022 stattfinden. Gegebenenfalls kann im Laufe der Erhebung bereits eine Teilauszahlung stattfinden, wenn bis zu diesem Zeitpunkt bereits Unterlagen an die Erhebungsstelle zurückgegeben wurden.

Muss ich bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um als EB zu arbeiten?

Ja, um als EB beim Zensus eingesetzt zu werden müssen Sie:
 - mindestens 18 Jahre alt sein,
 - gut zu Fuß unterwegs sein,
 - ein sicheres Auftreten und Spaß am Umgang mit Menschen haben,
 - bereit sein, während der Schulung und der Erhebung eine medizinische Maske zu tragen und für die Schulung ggf. einen 2G-Nachweis zu erbringen (je nach aktueller Lage),
 - telefonisch und per Mail erreichbar sein
 - sowie sicher mit einem PC umgehen können.
Falls Sie in einem sensiblen Bereich arbeiten (z.B. Steuerverwaltung, Ordnungsamt, Einwohnermeldeamt, Bußgeldstelle, Jugendamt, Bau- und Sozialamt, polizeilicher Vollzugsdienst, Finanzbeamt_innen), bei dem ein Interessenskonflikt zu der Arbeit als Erhebungsbeauftragte_r bestehen könnte, kann dies einen Einsatz beim Zensus 2022 ausschließen. Dies wird von uns im Einzelfall geprüft. Für Interessierte, die zwar in diesen Bereichen arbeiten, aber keinen Kontakt zu tatsächlichen Personendaten haben (beispielsweise Mitarbeiter*innen der Pforte), ist ein Einsatz im Regelfall unproblematisch.

Was bedeutet "kontaktarme Erhebung"?

Aufgrund der aktuellen Situation wird der Zensus 2022 so kontaktarm wie möglich verlaufen. Die Erhebungsbeauftragten werden zunächst eine Terminankündigung in die Briefkästen der ihnen zugeteilten Haushalte einwerfen. Die Befragung kann dann an der Haustür bzw. Wohnungstür erfolgen - ein Betreten des Haushaltes ist nicht notwendig. Von den Erhebungsbeauftragten werden dann nur einige Kernmerkmale (die sogennanten Ziel-1-Merkmale: Name, Geburtsdatum, Geschlecht...) von allen Haushaltsmitgliedern erfasst. Befragt werden muss allerdings in der Regel nur eine Person, die stellvertretend Auskunft für ihre Haushaltsmitglieder gibt. Der umfangreichere Teil der Befragung, in der auch nach der Wohnsituation, Ausbildung oder Beruf gefragt wird, wird von den Auskunftspflichtigen selbstständig online oder auf einem Papierfragebogen ausgefüllt. Eine Erhebung dieser Merkmale durch die Erhebungsbeauftragten ist nur in Ausnahmefällen nötig. Während der gesamten Erhebung können Abstände gewahrt werden und Ihnen werden medizinische Masken durch die Erhebungsstelle gestellt.

Ich habe mich mit einer anderen Person zusammen angemeldet (Familienmitglied, Freund_innen...). Können wir die zugewiesene Arbeit unter uns aufteilen?

Grundsätzlich können Erhebungsteams gebildet werden. Das ist jedoch nur möglich, wenn Sie uns im Voraus darüber informieren, dass Sie die Befragung mit jemand anders gemeinsam durchführen möchten. Zudem müssen Sie beachten, dass wir den Datenschutz beim Zensus sehr groß schreiben, weswegen ein Einsatz nur möglich ist, wenn alle Erhebungsbeauftragten an der Schulung teilnehmen und auf die statistische Geheimhaltung verpflichtet werden. Auch die Übernahme „eigener“ Anschriften ist Voraussetzung, sodass die Verantwortlichkeiten klar geregelt sind (das macht es uns auch bei der Abrechnung einfacher). Sie können also unter diesen Umständen gerne als Team arbeiten. Die Aufteilung der Aufwandsentschädigung überlassen wir dann Ihnen.

Wie unterscheiden sich die Erhebungsteile voneinander?

Die von der Stadt Pforzheim geschulten Erhebungsbeauftragten werden in nur in der Stichprobenerhebung der Bevölkerung ("Haushaltestichprobe") eingesetzt. Die Vollerhebung der Bevölkerung in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften übernimmt die Erhebungsstelle. Bei der Haushaltestichprobe werden alle Haushalte befragt, die an zufällig ausgewählten Adressen wohnen. Wohnheime zeichnen sich dadurch aus, dass die Bewohner_innen im Gegensatz zu Gemeinschaftsunterkünften über eine eigene Haushaltsführung verfügen (z.B. Studierendenwohnheime). Da hier die Daten der Melderegister allerdings am unzuverlässtigsten sind, werden diese vollständig von den Erhebungsbeauftragten erfasst. Auch voll erfasst werden die Gemeinschaftsunterkünfte wie Krankenhäuser oder Senior_innen-Residenzen ohne eigene Haushaltsführung. Allerdings gibt hier die Einrichtungsleitung stellvertretend für die Bewohner_innen Auskunft und die Erhebungsbeauftragten übergeben lediglich die Fragebögen bzw. füllen sie mit den Einrichtungsleitungen zusammen aus. Der dritte Erhebungsteil, die Vollerhebung der Gebäude und Wohnungen, wird vom Statistischen Landesamt direkt durchgeführt.

Wie viel Zeit muss ich für meine Tätigkeit einplanen?

Da die Dauer der Tätigkeit sehr von der eigenen Zeiteinteilung, der Anzahl der übernommenen Haushalte bzw. Auskunftspflichtigen und der Beschaffenheit der übergebenen Erhebungsbezirke abhängt, lässt sich hierauf keine eindeutige Antwort geben. Wir gehen allerdings davon aus, dass die Tätigkeit in wenigen Tagen abgeschlossen werden kann. Wird die Tätigkeit beispielsweise abends nach der Arbeitszeit eines Vollzeitjobs ausgeübt, wird der Befragungszeitraum entsprechend länger.

Welche Daten liefert der Zensus?

Die Ergebnisse des Zensus liefern folgende Informationen:

- aktuelle Bevölkerungszahlen
- Daten zur Demografie, das heißt Alter, Geschlecht oder zum Beispiel Staatsbürgerschaft der Einwohner_innen
- Daten zur Wohn- und Wohnungssituation wie durchschnittliche Wohnraumgröße, Leerstand oder Eigentümerquote

Die Daten werden nur anonymisiert ausgewertet. Beim Zensus geht es nicht darum, etwas über die individuellen Lebensverhältnisse oder Einstellungen der Einwohner_innen zu erfahren. Vielmehr bedeutet Statistik, dass Daten verallgemeinert, Summen gebildet und Durchschnitte berechnet werden – und gerade nicht der Einzelfall dargestellt wird. Ziel und Zweck ist es ausschließlich, eine verlässliche Datenbasis für weitere Planungen zu erhalten. Die Ergebnisse des Zensus werden voraussichtlich ab Ende 2023 vorliegen und veröffentlicht.
Mit der Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis und der Vollerhebung in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften werden im Zensus zwei Ziele verfolgt. Zum einen die Qualitätssicherung der amtlichen Einwohnerzahl, indem Über- und Untererfassungen aufgedeckt und so Karteileichen und Fehlbestände im Datenbestand ermittelt werden. Zum anderen ermöglicht die Haushaltsstichprobe die Erhebung weiterer Merkmale, die nicht oder nicht hinreichend verlässlich in den Melderegistern enthalten sind. Diese Strukturdaten über die Bevölkerung dienen als Grundlage für politische Entscheidungen von Bund, Ländern und Gemeinden auf den Gebieten Bevölkerung, Wirtschaft, Soziales, Wohnungswesen, Raumordnung, Verkehr, Umwelt und Arbeitsmarkt.