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Informationen für Mütter, die nicht verheiratet sind

Am 01.07.1998 traten durch das "Gesetz zur Reform des Kindschaftsrechts" (Kindschaftsrechtsreformgesetz) und das "Gesetz zur Abschaffung der gesetzlichen Amtspflegschaft und Neuordnung des Rechts der Beistandschaft" (Beistandschaftsge-setz) tiefgreifende Änderungen ein. Über einige herausragende und allgemein interessierende Bestimmungen wollen wir Sie mit diesem Info-Blatt unterrichten.

Gesetzliche Vertretung für das Kind
Für Kinder die ab dem 1.7.1998 zur Welt kommen gilt, dass Sie als volljährige Mutter kraft Gesetzes die alleinige elterliche Sorge über Ihr Kind haben. Es liegt zunächst somit auch allein in Ihrer Hand, dafür zu sorgen, dass die Vaterschaft zu Ihrem Kind anerkannt oder gerichtlich festgestellt wird. Möchten Sie dabei kompetente, fachkundige und zuverlässige Hilfe, steht Ihnen kostenlos das für Ihren Wohnsitz zuständige Jugendamt mit Rat und Tat zur Seite.

  • Für Mütter die in Pforzheim wohnen ist das
    Amt für Jugend und Familie Ihr Ansprechpartner (Tel. 07231-392594)
  • Mütter aus dem Enzkreis wenden sich an das
    Landratsamt Enzkreis -Tel. 07231-308 275-.

Anerkennung der Vaterschaft
Für die Anerkennung der Vaterschaft gelten strenge gesetzliche Formvorschriften. Eine Anerkennung kann nur persönlich bei folgenden Behörden erfolgen:

  • Jugendamt
  • Standesamt (auch beim Standesamt Ihres Wohnortes)
  • Notariat

Vereinbaren Sie am besten telefonisch einen Termin!

Ein Vaterschaftsanerkenntnis ist nur dann wirksam, wenn Sie als Kindesmutter dem Anerkenntnis zustimmen. Die Zustimmung muss ebenfalls persönlich bei einer der oben angeführten Behörden erfolgen. Zweckmäßig wäre es deshalb, wenn Sie mit dem Vater des Kindes zu dem vereinbarten Termin kommen würden.

Soll der Vater des Kindes sofort in den Geburtsurkunden stehen,
ist es zweckmäßig, dass die Anerkennung der Vaterschaft schon vor der Geburt des Kindes erfolgt.

Gemeinsames Sorgerecht
Ist es Ihr Wunsch, das Sorgerecht zusammen mit dem Vater Ihres Kindes auszuüben, dann wenden Sie sich bitte an eines der

  • Jugendämter oder
  • an ein Notariat Ihrer Wahl.

Ebenso wie die Vaterschaftsanerkennung kann auch die gemeinsame elterliche Sorge schon vor Ihrer Entbindung vereinbart werden.

Wird die gemeinsame elterliche Sorge begründet, so kann der Familienname des Kindes innerhalb von drei Monaten einvernehmlich z.B. in den Namen des Vaters geändert werden. Ein aus den Namen der Eltern zusammengesetzter Doppelname ist allerdings nicht möglich.

Haben Sie weitere Fragen? Die Standesämter und Jugendämter stehen Ihnen gerne zur Verfügung. Ihnen und Ihrem Kind wünschen wir von Herzen alles Gute.