Einfamilienpassivhaus in Pforzheim
Eine intensive Beschäftigung mit der Passivhausbauweise und deren energetischen, ökologischen und finanziellen Vorteilen ging dem Entschluss einer Pforzheimer Familie für diese Bauweise voraus. Unterstützung bei der konkreten Umsetzung erhielt die Familie von Frank Morlock, Freier Architekt aus Königsbach-Stein, der u.a. bereits eine Passivhaussiedlung realisiert hat.
"Wir sind sehr zufrieden mit unserem Passivhaus, schon deshalb, weil wir unsere Vorstellungen und Ideen intensiv in den Planungs- und Umsetzungsprozess einbeziehen konnten. Jetzt kennen wir uns gut mit der Funktionsweise der einzelnen Passivhaus-Komponenten, die für den niedrigen Energieverbrauch verantwortlich sind, aus und können auf unseren Energieverbrauch aktiv Einfluss nehmen. Dadurch fallen regelmäßig sehr geringe jährliche Energiekosten an."
Mit ihrem energetisch und ökologisch gut durchdachten Einfamilienhaus wurde die Familie 2009 mit dem vierten Platz beim Solar- und Energiepreis für Pforzheim und den Enzkreis ausgezeichnet.
Besichtigung möglich!
Wenden Sie sich an das Amt für Umweltschutz: Tel. 07231-39-2000
Bautechnische Details
Das Haus ist, mit Ausnahme des Kellergeschosses, von einem regionalen Zimmereibetrieb in Holzrahmenbauweise erstellt. Der Wandaufbau der Außenwand ist zweischalig. Neben einer 30 cm starken statisch tragenden Wand, die mit 30 cm Zellulose ausgefüllt ist und mit speziellen Holzstegträgern erstellt wurde, ist eine zusätzliche 8 cm starke innere, als Installationsebene fungierende Schicht vorhanden. Diese ist mit Flachs ausgedämmt.
Der innere Abschluss der mehrschichtigen Außenwände stellt eine Grobspanplatte mit aufgebrachter Gipskartonplatte dar, der äußere Abschluss eine sägerauhe Holzstulpschalung.
Die Fenster sind als Holz-/Alufenster ausgeführt, mit einem Gesamt-U-Wert von 0,7.
Es wurde eine mit Sonnen- und Windwächtern gesteuerte Jalousieanlage zur Verschattung ausgeführt.
Besonderen Wert gelegt wurde darauf, dass sämtliche Materialien ökologisch und baubiologisch einwandfrei sind. U.a. wurden geölte Holzböden und geölte Brettschichtholzdecken ausgeführt sowie die Wände mit Naturfarben gestrichen.
Zum Nachweis der Einhaltung der Passivhausbauweise wurde ein Blower-Door-Test (Nachweis der luftdichten Gebäudehülle) durchgeführt, wobei ein Wert von 0,4 erreicht wurde. Des weiteren wurde das Gebäude mit dem Passivhausprojektierungspaket ausgelegt und erreicht hierbei einen Heizwärmebedarf von unter 15 kWh/m2 und Jahr.
Die Haustechnik, die zusammen mit der Firma Staib aus Pforzheim konzipiert wurde, umfasst folgende Komponenten:
1. Eine 10 m2 große, nach Süden ausgelegt solarthermische Anlage mit Flachkollektoren.
2. Ein Scheithozofen als Stahlofen, der sich im Wohnzimmer befindet und die benötigte Restwärme liefert. Davon werden ca. 20 % als direkte Strahlungswärme in den Wohnraum abgegeben und 80 % in einen 1.000 Liter großen Pufferspeicher geleitet.
3. Das Haus verfügt über eine Lüftungsanlage mit einem Wärmerückgewinnungsfaktor von über 95 %.
4. Der Lüftungsanlage vorgeschaltet, wurde eine Erdwärmetauschrohr mit einer Länge von ca. 35 m, das die benötigte Frischluft im Winter um ca. 5°C vorwärmt. Desweiteren wird hierüber die im Sommer benötigte Frischluft um ca. 3 - 5°C abgekühlt.












