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Oft Gefragt - FAQ´s
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1. Was wird bei dem neuen Großprojekt unterhalb von Nagold, Enz und Emma-Jaeger-Straße gemacht?
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Das Kanalisationssystem der Pforzheimer Innenstadt wird grundlegend erneuert und an aktuelle Wassermengen angepasst.
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2. Was ist Ziel des Großprojekts?
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Kurze starke Regenfälle werden in den großen Abwasserrohren aufgefangen und dann nach und nach in die Kläranlage zur Reinigung abgegeben.
Da die bestehende Kanalisation bereits über 100 Jahre alt ist, muss auch eine regelmäßige Instandsetzung sichergestellt sein. Diese Arbeiten lassen sich nicht aufschieben. Als die bestehenden Abwasserleitungen gebaut wurden, ging man noch von ganz anderen Einwohnerzahlen und Abwassermengen aus. Heute müssen pro Sekunde über 9.000 Liter Abwasser aus den verschiedenen Einzugs- und Stadtgebieten durch die Innenstadt geleitet werden. – Zum Vergleich: 19.800 Liter fließen pro Sekunde durch die Enz. – Für die bestehende Kanalisation ist diese Entwicklung auf Dauer nicht verkraftbar. Die Sicherheit der Abwasserentsorgung soll für die Zukunft sichergestellt werden. Aber auch Umweltschutz-Gesichtspunkte spielen eine wesentliche Rolle: So soll künftig weniger Schmutz in Nagold und Enz gelangen und damit die Wasserqualität nachhaltig verbessert werden.
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3. Wer gewinnt durch das Großprojekt?
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Alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Pforzheim. Die Wasserqualität von Nagold und Enz verbessert sich deutlich und die Sicherheit der Abwasserentsorgung wird gewährleistet. (Z.B. wird Rückstau in die Gebäude und Überflutung der Straßen verhindert).
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4. Wer führt das Großprojekt durch?
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Der Eigenbetrieb Stadtentwässerung Pforzheim führt das Projekt durch. Der Auftrag wird an ein Ingenieurbüro vergeben. Die Gesamtverantwortung liegt beim Ersten Bürgermeister Roger Heidt und dem Dezernat IV.
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5. Wurden mehrere Varianten für die neu zu bauenden Kanaltrassen untersucht?
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In einer Machbarkeitsstudie wurden verschiedenste Möglichkeiten der Linienführung der Abwasserleitungen untersucht. 8 Varianten wurden soweit durchgeplant, dass man unter anderem die Kosten für Bau und Unterhaltung der einzelnen Variante sicher abschätzen konnte. Der Vergleich der technischen Machbarkeit mit den günstigsten Ausführungskosten ergab dann die „Vorzugsvariante“.
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6. Welche wasserrechtlichen Vorgaben gibt es?
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Ein Entwässerungssystem muss seitens der Dimensionierung in der Lage sein das anfallende Abwasser ohne Schäden für die anliegenden Gebäude abzuleiten.
Im Mischsystem müssen Entlastungen so geplant werden, dass möglichst geringe Mengen von Schmutzstoffen in das Gewässer gelangen. Das alte Abwassersystem der Pforzheimer Innenstadt muss an den heutigen Stand der Technik angepasst werden.
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7. Was kostet das Großprojekt?
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Rund 26 Millionen Euro. In die Kostenberechnung sind die Auflagen aus der wasserrechtlichen Genehmigung, die Ergebnisse der umfangreichen Baugrunderkundungen und der Koordinierungsbesprechungen eingeflossen (in Teilbereichen aufwendige Sicherung oder Verlegung von Versorgungsanlagen, Sicherung von Bauwerken, Brücken und Ufermauern, Wiederherstellung von Verkehrsflächen, Kampfmittelproblematik, Messprogramm während des Rohrvortriebs, Beweissicherung, …).
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8. Wer bezahlt das Großprojekt?
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Das Projekt wird vom Eigenbetrieb Stadtentwässerung Pforzheim bezahlt. Es wird also nicht von Steuergeldern, sondern über die Gebühren für das Regen- und Schmutzwasser finanziert.
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9. Wie wird während des Projekts gearbeitet?
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Die Arbeiten erfolgen zum großen Teil in geschlossener Bauweise (Vortrieb). Dabei wird ein großes horizontales Loch gebohrt (Tunnel vorgetrieben).
Zu einem geringen Teil erfolgen die Arbeiten in offener Bauweise. So zum Beispiel das letzte Stück des Stauraumkanals, im Bereich zwischen Altstädter Brücke und Brühlstraße, ferner in der Rennfeldstraße, der Melanchthonstraße und der Gabelsberger Straße. Hierbei wird ein bis zu 5 m tiefer Graben ausgehoben und die neuen Abwasserrohre werden von oben (offen) verlegt.
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10. Wie wird die Öffentlichkeit während des Großprojekts informiert?
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Eine ganze Reihe von Initiativen für die Öffentlichkeitsarbeit ist geplant: Ständig aktualisiert wird der Internetauftritt unter www.pforzheim.de/enzdueker.
Ein Informationsflyer wird Anlieger und Verkehrsteilnehmer über das Bauprojekt und die zu erwartende Einschränkungen in Kenntnis setzen. Baustellenschilder werden aufgestellt. Die Anliegerinnen und Anlieger sollen zusätzlich in mehreren Versammlungen die Gelegenheit bekommen, ihre direkten Fragen zu stellen.
In der Östlichen-Karl-Friedrich-Straße 37a wird ein Projektbüro eingerichtet, in dem aktuelle Pläne und Materialien aushängen bzw. ausliegen. Weitere Aktionen wie ein Baustellen-Eröffnungsfest und Baustellen-Rundgänge sind denkbar. Auch die Medien werden regelmäßig über Pressedienste und Pressegespräche über Aktuelles informiert.
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11. Was ist ein Düker?
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Beim Bau der neuen Abwasserleitungen in der Innenstadt müssen die Kanalrohre auch unter den beiden Flüssen Nagold und Enz durchgeführt werden. Das Fachwort für eine solche Unterführung eines Rohres lautet Düker.
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12. Was ist ein Luftkissen-Düker?
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Die Spezialform des Dükers ist der Luftkissendüker soll die Strömungsgeschwindigkeit des Abwassers ständig über dem Punkt halten, an dem sich Schmutz und Sand in den Rohren festsetzt. Das wird mit Hilfe eines Luftkissens erreicht, das sich jederzeit an unterschiedliche Abflussmengen anpasst. Generell gilt: Fließt wenig Abwasser durch die Kanalisation, wird die Luftmenge im Rohr erhöht, um die Strömungsgeschwindigkeit zu vergrößern. Fließt viel Abwasser durch die Kanalisation, wird das Luftkissen verringert oder ganz abgelassen. Damit steht der ganze Querschnitt des Rohres (ohne Luftkissen) für den Abfluss des Abwassers zur Verfügung.
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13. Gibt es bereits Luftkissen-Düker in anderen Städten?
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In den Städten Basel, Hamburg und Dresden gibt es bereits Luftkissen-Düker. Dort hat man sehr positive Erfahrungen mit der neuen Technik gemacht.
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14. Was ist ein Regenüberlauf?
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Ein Regenüberlauf ist Bestandteil des Kanalisationssystems im Mischsystem. Es ist eine Entlastung bei der im Regenwetterfall verdünntes Abwasser in ein Gewässer abgegeben wird.
Die Abwasserkanalisation und das Klärwerk sind normalerweise für den Schmutzwasserzufluss und noch mal die gleiche Menge Regenwasser ausgelegt. Da bei Starkregen der Regenwasserabfluss das Vielfache des Schmutzwasserabflusses ausmachen kann, ist eine Begrenzung der abzuleitenden bzw. zu behandelnden Wassermenge notwendig.
Wird das entlastete Mischwasser nicht gespeichert oder vorbehandelt, gelangen hohe Schmutzfrachten direkt in das Gewässer. Da Regenüberläufe mehrmals im Jahr anspringen können und damit viele Schmutzstoffe in die Gewässer gelangen, gelten Regenüberläufe als Hauptverursacher für die Verschmutzung von natürlichen Gewässern.
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15. Was ist ein Regenüberlaufbecken?
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Ein Regenüberlaufbecken besteht aus einem Regenüberlauf, einem Speichervolumen (Regenrückhaltebecken) und einer Drosseleinrichtung. Die beiden Bauteile, Becken und Überlauf, lassen sich getrennt oder in einem Bauwerk vereinigt ausführen. Die Regenabwässer werden grob geklärt und dann einem Gewässer zugeleitet. Der Beckeninhalt mit den zurückgehaltenen, abgesetzten Stoffen wird gedrosselt in Richtung der Kläranlage zur Reinigung abgeleitet.
Die Beckenentleerung erfolgt gedrosselt mittels einer Pumpe oder, bei geeigneten Gefälleverhältnissen, durch einen gesteuerten Schieber.
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16. Was ist ein Stauraumkanal?
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Ein Stauraumkanal ist eine Sonderform eines Regenüberlaufbeckens oder Regenrückhaltebeckens. Hierbei werden durch Einbau von großen Rohrquerschnitten Volumen zur Rückhaltung geschaffen.
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18. Kommt es in der Innenstadt zu größeren Umleitungen während der Bauarbeiten?
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Die zu bauenden Kanaltrassen und die Bauweise (geschlossene Bauweise) wurden so gewählt, dass Auswirkungen auf den Straßenverkehr möglichst gering bleiben. Dennoch wird es zeitweise zu Sperrungen in Teilbereichen der Rennfeldstraße, der Melanchthonstraße, der Kreuzstr., der Gabelsberger Str., der Pflügerstraße und der Emma-Jaeger-Straße kommen.
Weitreichenden Umleitungen sind erst von November 2012 bis März 2013 zu erwarten. Dann nämlich ist der Bereich St.-Georgen-Steige und Kreuzung Kreuzstraße/ Calwer Straße bis hin zur Auerbrücke betroffen. Nur noch eine Spur wird hier stadtauswärts Richtung Buckenberg/Haidach führen. Umgekehrt muss der Verkehr in die Innenstadt komplett über die Gesellstraße und die Zweite Buckenberg-Auffahrt umgeleitet werden.
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19. Kommt es zu Einschränkungen für Anlieger während der Bauarbeiten?
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Anlieger sind vor allem durch den zeitweisen Wegfall von Parkplätzen an der Stadtkirche (Melanchthonstraße), der Rennfeldstraße, der Theaterstraße, der Gerberstraße und später auch der Gabelsberger Straße betroffen.
Der Zugang zu den Häusern und in die Stadtkirche wird weitestgehend gewährleistet. Ständig gewährleistet ist der Zugang ins Emma-Jaeger-Bad. Auch die Benutzung des Wachtelstegs und des Inselstegs ist möglich.
Es wird sichergestellt, dass die Müllgefäße während der Bauarbeiten an einen vom Entsorgungsfahrzeug anfahrbaren Sammelplatz transportiert und nach der Leerung zu den Häusern zurückgebracht werden.
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20. Was ist ein Mischsystem?
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Bei Mischkanalisationssystem werden Schmutzwässer aus Haushalten und der Industrie zusammen mit Regenwasser von Dachflächen oder Straße in einem gemeinsamen Kanal zur Kläranlage abgeleitet. Im Mischwasserkanal wird ohne Erlaubnis sehr häufig Drainagewasser und anderes Fremdwasser abtransportiert.
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21. Was ist ein Trennsystem?
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Alternativ zur Vermischung von Schmutz-, Regen- und Fremdwasser in einem Kanal ist die getrennte Ableitung von Schmutzwasser in einem Kanal und Regen- und Fremdwasser in einem zweiten Kanal möglich. Die beiden separaten Kanäle in der Straße haben dann auch separate Anschlüsse in/an die Gebäude, um von dort bereits getrennt Schmutz- und Regen-/Fremdwasser ableiten zu können.
Häufig werden insbesondere in Gewerbegebieten Trennkanalisationssystem erstellt.

