ALLGEMEIN:
Der kathodische Korrosionsschutz (KKS) ist ein elektrochemisches Verfahren, durch dessen Anwendung Bewehrungsstahl in Beton vor Korrosion geschützt werden kann. Das Prinzip KKS ist schon seit längerem bekannt und wurde erstmals vor 100 Jahren zum Schutz von stählernen Schiffsrümpfen eingesetzt. Durch das in den letzten Jahrzehnten gewonnene Wissen über KKS und einer Vielzahl von Anodensystemen ist es möglich das KKS in den verschiedensten Bereichen einzusetzen. KKS an Stahlbetonbauweken ist seit dem Jahr 2000 in der europäischen Norm EN 12696 geregelt.
In den letzten Jahrzehnten wurden neue Anodentypen und neue KKS-Systemlösungen entwickelt. Das hat dazu geführt, dass KKS-Konzepte individuell an die jeweilige Vor-Ort-Situation angepasst werden kann. Verschiedene Systeme lassen sich bei Bedarf miteinander kombinieren, womit technisch sinnvolle und wirtschaftlich attraktive Konzepte realisiert werden können.
Was kann und wie wirkt KKS?
Beim KKS ist es wichtig freie Korrosionsströme gezielt durch entgegen gerichtete Schutzströme zu überlagern. Erreicht wird dies entweder durch den Einsatz "unedler" metalischer Anoden (Opferanoden), die sich anstelle des Bewehrungsstahls langsam auflösen oder durch den Einsatz mit Fremdstrom gespeister Anoden, die via externer Energiequelle Schutzstrom liefern. Die Funktionsweise aller mit Fremdstrom gespeister Systeme ist immer dieselbe: Die Systeme werden mit Gleichstrom betrieben, wobei die Anode mit dem positiven Pol des Schutzstromgerätes verbunden wird. Die Bewehrung soll kathodisch geschützt werden, weshalb sie mit dem negativen Pol des Schutzstromgerätes verbunden wird.
Beim Einsatz von KKS ist es wichtig über den Beton als Elektrolyten einen Stromfluss zwischen Anode und der Bewehrung zu ermöglichen. Ein sauberer Einbau der Anode ist deshalb von wesentlicher Bedeutung.
Was muss vor dem Einbau von KKS untersucht werden
Der KKS setzt eine Reihe von Voruntersuchungen voraus, die die elektrische Vermaschung der Bewehrung beinhaltet.
Mit der zerstörungsfreien, elektrochemischen Messung der Ruhepotentiale wird eine Aussage getroffen, wie die Korrosionsaktivität in der Bewehrung ist. Die sogenannte Potenitalmessung.
Potentialmessung
Die Potentialmessung ist eine einfache, schnelle und kostengünstige Methode flächendeckend gefährdete Bereiche im Beton fest zustellen. Dabei wird zum Zeitpunkt der Messung der aktuell herrschende Korrosionszustand der im Betonteil liegenden Bewehrung bestimmt. Der Zustand der Korrosion ist neben dem Chlodridgehalt (Streusalzablagerung) auch vn der Feuchtigkeit im Beton abhängig. Auch spielen Betondeckung, Zementart und Temperatur eine wichtige Rolle.
Im Potentialfeld werden Flächen aus der Menge der gleichen Punkte gebildet, die dieselbe potentielle Energie aufweisen. Aus diesen Flächen sind die Stellen mit extremem Potential erkennbar. Bei Bereichen mit anodischem Potenzial korrodiert der Stahl oder ist besonders korrosionsgefährdet.



