Gender Mainstreaming

Gender Mainstreaming (GeM) heißt das neue Zauberwort der europäischen Gleichstellungspolitik. Im Klartext soll es nicht länger bei der Proklamation gleicher Rechte und Pflichten bleiben, sondern die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern aktiver und schneller als bisher nach vorne gebracht werden.

Mit "gender" werden nicht das biologische Geschlecht, sondern die gesellschaftlich und historisch zugeschriebenen Geschlechterrollen bezeichnet. Während "mainstream" in der Übersetzung "Hauptstrom" bedeutet, im Sinne von zentraler, gesellschaftlicher Diskussion und Entwicklung. Zusammengefasst bedeutet Gender Mainstreaming, dass sich aus vielen Nebenflüsschen ein kraftvoller Fluss entwickeln soll.

Konkret bedeutet Gender Mainstreaming bei allen Entscheidungen und Maßnahmen die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern systematisch und von vorneherein mit zu berücksichtigen. Die Verwirklichung der Chancengleichheit soll also als Querschnittsaufgabe mit der jeweiligen Facharbeit verbunden und auf allen Entscheidungsebenen mitbedacht und gefördert werden. Dabei geht sowohl um die Modernisierung unseres Rollenverständnisses als auch um die gesellschaftliche Weiterentwicklung und Zukunftsgestaltung. Solange es noch Ungleichheiten gibt, macht Gender Mainstreaming spezifische Frauenfördermaßnahmen nicht überflüssig. Vielmehr sind Gender Mainstreaming und Frauenförderung zwei sich ergänzende Strategien, die ein gemeinsames Ziel haben. Frauenförderpolitik ist quasi die Nachsorge, während Gender Mainstreaming die Vorsorge ist.

Künftig mehr auf Vorsorge zu setzen, kommt letztlich allen zu Gute. Den Bürgerinnen und Bürgern ebenso wie dem Staat. Denn gesellschaftliche Barrieren werden abgebaut und teuere Fehlentscheidungen vermieden.

Wovon profitieren Sie als Bürgerinnen und Bürger?

  • wenn der Bus auch abends fährt
    Weil Frauen seltener über ein eigenes Auto verfügen und gute Busverbindungen ihnen ermöglichen Theater, Kino oder die beste Freundin zu besuchen.
  • wenn es ein Frauennachttaxi gibt
    Weil Mädchen und Frauen dann auch zwischen 19-2 Uhr ohne Angst unterwegs sein können.
  • wenn auf Männern nicht die alleinige Ernährerrolle lastet
    Weil eine gute Kinderbetreuung mehr Frauen ermöglicht berufstätig zu sein, Eltern- und Teilzeit zunehmend auch bei Männern akzeptiert wird.
  • wenn Männer nicht mehr früher sterben
    weil sie von klein auf gelernt haben, mit sich selbst und anderen sorgsamer umzugehen und dadurch ihre Unfall- und Selbstmordquote senken.

Als Kommune sind wir herausgefordert und gesetzlich verpflichtet, Gender Mainstreaming umzusetzen. Einmal in Bezug auf die berufliche Situation unsere MitarbeiterInnen und zum anderen in Bezug auf unsere Dienstleistungen und Maßnahmen für die BürgerInnen. Das erfordert als erstes neue Sachkenntnisse und deren methodische Anwendung. Die Gleichstellungsbeauftragte hat hierzu gemeinsam mit der Personalentwicklung ein Konzept erarbeitet, dass jetzt Schritt für Schritt umgesetzt wird.

Wenn Sie konkrete Hinweise oder Anregungen haben, wo aktueller „Gender-Bedarf“ besteht, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung.

 

Gender Mainstraemaing - die neue europäische Doppelstrategie zur Gleichstellung

Vortrag von Barbara Jeske, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Pforzheim

 

Gender Datenreport 2005
Gender Datenreport 2006
Kommentierter Datenreport zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der Bundesrepublik Deutschland. Erstellt vom Deutschen Jugendinstitut e. V. im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

Chancengleichheit braucht Ideen

Eine Arbeitshilfe zur Umsetzung von Gender Mainstreaming und Gender Planning in den Kommunen. Herausgegeben vom Minsterum für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg

 

Animationsfilm Vogelnester

 

 

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