Teilgebiet Kaiser-Friedrich-Straße

(Durch Anklicken zum Plan, PDF ca. 2 MB) 

Das Untersuchungsgebiet befindet sich südwestlich des Stadtzentrums von Pforzheim. Es ist charakterisiert durch stark belastete Straßenräume, enge Überbauung und Gemengelagen. Durch die Lage am Enzufer und die Nähe zur Innenstadt sind aber durchaus auch Qualitäten und Chancen erkennbar.

Städtebauliche Gesichtspunkte

Bild: Jahnstr_Kreuz_KF

Das Gebiet ist naturräumlich geprägt durch seine teilweise sehr beengte Lage mit dem Enzfluss im Norden und den Südweststadthöhen im Süden. Haupterschließungsachse bildet die Kaiser-Friedrich-Straße, die zugleich auch eine wichtige Haupt-einfahrtsstraße für Pforzheim darstellt. Im Bereich des Turn­platzes mündet sie in die ebenfalls stark frequentierte Jahnstraße ein.

Im Planungsgebiet ist durchgängig ein hoher Überbauungsgrad mit intensiver Nutzung der Innen­höfe vorhanden. Diese Höfe werden teils gewerblich, teils als Parkplatzflächen genutzt, sind in der Regel jedoch ungeordnet und wenig begrünt. Als Aufenthaltsbereich für die Bewohner eignen sie sich nicht. Dem Gebiet fehlen qualitativ wertvolle Außenbereiche bzw. Verknüpfungen zu anderen Freiflächen (Flussufer). Bei einer Sanierungsmaßnahme sollte daher dem Außenbereich (Straßen­räume, Innenhöfe) ein sehr hoher Stellenwert beigemessen werden.

Der Gebäudebestand stammt überwiegend aus der Nachkriegszeit. Eine grobe Schätzung geht davon aus, dass ca. 15-20 Prozent der Gebäude nennenswerte Gebäudemängel aufweisen. Eine Unter­suchung der Wohnungen konnte noch nicht durchgeführt werden.

Die ansatzweise vorhandene Blockrandbebauung ist an einigen Stellen unterbrochen, die vorhan­denen Freiflächen werden meist als Parkplatzflächen genutzt. Es ist insofern davon auszu­gehen, dass in dem Gebiet ein gewisser Parkplatzdruck besteht. Die besondere Charakteristik des Gebiets liegt in der ausgeprägten Durchmischung von Wohnen und Gewerbe und im Nebeneinander von alter und neuer Architektur, was verbunden mit der Innenstadtnähe viel Potential in sich bergen kann, um ein „individuelles“ Quartier zum Arbeiten und Leben zu schaffen.

Die Flussuferstraßen, insbesondere Jörg-Ratgeb-Straße und Steubenstraße, sollen gestalterisch aufgewertet werden, um diesem Bereich zusätzliche Attraktivität zukommen zu lassen. Somit kann das in der Vergangenheit bereits begonnene Konzept der Flußuferaufwertung weitergeführt werden.

Soziale Gesichtspunkte

Bild: KF 45_55

Die sozialen Strukturindikatoren liegen deutlich unter dem gesamtstädtischen Durchschnitt. Der An­teil junger Menschen ist deutlich unterdurchschnittlich, was das Aufwachsen für diese jungen Menschen und die Situation ihrer Familien erschwert. Der Anteil der über 65jährigen ist überdurch­schnittlich (hier ist allerdings das im Gebiet liegende Altenpflegeheim mit ca.100 BewohnerInnen als Ursache zu vermuten), dennoch spricht dies für einen Bedarf an alten- und behindertengerechter Infrastruktur.

 Der Anteil von Migrantinnen und Migranten ist sehr hoch. Dies weist auf einen deutlichen Bedarf an Integrationsangeboten hin.

 Arbeitslosendichte und Sozialhilfebedarf liegen sehr klar (diese Werte sind fast doppelt so hoch) über dem städtischen Durchschnitt. Der Anteil der Haushalte mit Kindern ist unterdurch­schnitt­lich, aber der Anteil der Alleinerziehenden ist im Verhältnis zu allen Haushalten überdurchschnittlich.

 Der Handlungsbedarf im sozialen Bereich ist daher deutlich zu umreißen:

  • Kinderbetreuungsangebote mit zwei Zielsetzungen:

      a) Ermöglichung von Beschäftigung auch für allein erziehende Mütter;

      b) Integrationsförderung mit Schwerpunkt sprachlicher Förderung;

  • Kinderbetreuungsangebote sollten so konzipiert werden, dass Familien fördernde Elemente integriert werden.
  • Förderung der Beschäftigung durch berufliche Qualifizierungsmaßnahmen
  • Sowohl städtebauliche als auch soziale Maßnahmen sollen so angelegt werden, dass sie auch den Bedürfnissen älterer Menschen Rechnung tragen.
  • Quartiersmanagement sollte durch ganzheitlichen Ansatz dazu beitragen, dass die Selbsthilfepotentiale der Bewohnerinnen und Bewohner aktiviert werden, Integration als aktivierendes Element integriert wird und der Ansatz generationsübergreifend gestaltet ist.

Verkehrliche Betrachtungen

Bild: Jahnstr_Ecke Weiherberg

Das Planungsgebiet ist geprägt und besonders belastet durch die hohe Verkehrsfrequenz. Die Kaiser-Friedrich-Straße stellt eine wichtige Stadteinfahrtsstraße dar, der Turnplatz bietet umfangreiche innenstadtnahe Parkplatzflächen und die Jahnstraße ist eine bedeutende innerstädtische Verteiler­straße. Aus heutiger Sicht sind leider keine wesentlichen Entlastungen bzw. Änderungen zu erwarten.

Die Kaiser-Friedrich-Straße wurde 2004 am Knotenpunkt Kaiser-Friedrich-Straße / Benckiserstraße gezählt. Die Verkehrsbelastung im Querschnitt (beide Richtungen zusammen) beträgt östlich der Benckiserstraße ca. 15.200 Kfz/24h, westlich davon reduziert sich die Gesamtbelastung auf ca. 11.400 Kfz/24h. Für die Jahnstraße/Goethestraße im Bereich des Turnplatzes kann die Belastung der Goethe­straße im Bereich Theodor-Heuss-Gymnasium / Jahnhalle zu Grunde gelegt werden. Dort liegt die Verkehrsbelastung bei ca. 23.200 Kfz/24h (wieder im Gesamtquerschnitt). Die Daten basieren ebenfalls auf einer Zählung von 2004.

Das verkehrsbauliche Konzept geht davon aus, dass die Straßenräume nördlich der Kaiser-Friedrich-Straße (KF) aufgewertet werden. Somit kann ein „innerer“ Bereich verkehrsberuhigt und gestal­te­risch herausgearbeitet werden, der sich deutlich von dem Durchgangsstraßencharakter der KF unter­scheidet. Während der Programm­­laufzeit muss auch geprüft werden, inwieweit die KF optisch, z. B. durch punktuelle Baumpflanzungen, akzentuiert werden kann.



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