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Weihnachtsgaben im 19. Jahrhundert

Diesen Monat geben wir Einblick in eine gut bürgerliche Kindheit des 19. Jahrhunderts, genauer in die Welt des Friedrich Emil Theobald (Fritz) Naeher. Er wurde als drittes Kind am 1.6.1866 in Freiburg von Albertine Naeher, geb. Mathiss (1835-1871) und Julius Ernst Naeher (geb.1.4.1824 in Pforzheim; gest. 1911) geboren und wuchs in Karlsruhe heran. Vater Julius Naeher ist als Ingenieur bekannt geworden - so baute er unter anderem die Bogenbrücke in Dillweißenstein, die Auerbrücke und den Ispringer Tunnel in Pforzheim. Für Fritz war er ein sehr sorgsamer Vater, der die Entwicklung seines Lieblingssohnes in einem dicken Konvolut penibel festhielt (Stadtarchiv Pforzheim N41-10). Ein Glück für uns. Denn auch in diesem Archival weihnachtet es: Der kleine Fritz listet seine Geschenke auf, leider fehlt eine Jahresangabe aber schätzungsweise stammt diese Auflistung aus dem Jahr 1877. Wenn man die Nummerierung als Rankliste nehmen kann, so war wohl das Krocketspiel für Fritz das beste Geschenk. Krocket war im 19. Jahrhundert ein sehr populäres und typisches Freizeitvergnügen des französischen Mittelstandes. Bei dem Geschenk von Tante Amalie „ein elfenbeinernes Zitter- und Wackelspiel“ dürfte es sich um das heute eher unter dem Namen Mikado oder Zitterwackel bekannte Spiel handeln.

Stadtarchiv Pforzheim, N 41 Nr. 10

Transkription:

Weihnachtsgeschenke

für

Fritz Naeher.

1. Ein Croketspiel von Papa

und Mama.

2. Das Theater hergerichtet

und einige Theaterstücke von

Mama.

3. Ein elfenbeinernes Zitter- und

Wackelspiel von Tante Amalie.

4. Eine Schachtel Bleisoldaten (Marine-Soldaten)

von Mama.

5. Zwei Modelirbögen (Festung

und Ritterburg). von Tante Amalie.

6. Ein paar lange Hosen von Papa.

7. Ein Compaß von Tante Helene.

8. Ein Teller Guts von Papa u. Mama.

Fritz Naeher.