Fotoarchiv
Wie im Jahr 2009 konnte das Fotoarchiv auch im vergangenen Jahr neben vielen kleineren Zugängen wieder zwei Nachlässe namhafter Fotografen aus dem Pforzheimer Raum in seine Bestände übernehmen. Es handelt sich dabei um ungemein wertvolles Bildmaterial, das hauptsächlich die Zeit des Wiederaufbaus in Pforzheim und die Entwicklung der Stadt bis in die Gegenwart dokumentiert. Ein weiterer größerer Fotobestand ist angeboten und steht zur Sichtung bereit.
Das 50er-Jahre-Kulturfestival mit seinen vielen Facetten war in zweifacher Hinsicht eine massive personelle Herausforderung für das Fotoarchiv. Zum einen erwies sich der erschlossene Fotobestand als wahre Fundgrube für die beteiligten Ausstellungsmacher, zum anderen bescherte es einen beträchtlichen Zuwachs an Fotomaterial aus diesem Jahrzehnt von privater Hand.
Mit der Ausstellung „Aufbruch – Pforzheimer Szenen“ konzipierte das Fotoarchiv eine eigene Bilderausstellung und CD zum Festivalthema. Daneben lieferte es unzählige Scans sowie Fotomaterial an andere Projektteilnehmer. Desgleichen bediente das Fotoarchiv ganzjährig zahlreiche Archivbenutzerwünsche sowie etliche kleinere Ausstellungen des Stadtmuseums Pforzheim. Daß alle diese Ausstellungen sehr erfolgreich waren, darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß solche Aktivitäten mit dem Stammpersonal des Fotoarchivs im Grunde nicht bewältigbar sind und die Arbeit an den Fotobeständen in den Hintergrund treten lassen.
Die Dokumentation des Stadtgeschehens und die Schließung von Bestandslücken mußte – bedingt durch die Sparzwänge infolge der städtischen Finanzkrise und die unverändert schlechte Personalausstattung des Fotoarchivs – auf das unerläßlich notwendige Minimum zurückgefahren werden. Dafür richtete sich das Augenmerk verstärkt auf bestandsordnende Maßnahmen und vorbereitende Schritte für die digitale Erfassung und Verzeichnung der Fotobestände. Erfreulicherweise unterstützen zwei neu hinzugewonnene ehrenamtliche Helfer seit vergangenem Jahr das Stammpersonal, insbesondere bei der Identifikation von unerschlossenem Bildmaterial. Die Digitalisierung häufig nachgefragter Bestände konnte im Rahmen der eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten des vergangenen Jahres immerhin fortgeführt werden; 2011 muß die Digitalisierung unbedingt einen Schwerpunkt bilden, vor allem in Hinblick auf massiv vom Verfall bedrohtes Bildmaterial aus den 60er und 70er Jahren. Auch im Fotoarchiv galt im Berichtszeitraum der Optimierung innerer Arbeitsprozesse und -strukturen besonderes Augenmerk; des weiteren entwickelte die Abteilung kurz- und mittelfristige Zielsetzungen und Arbeitsschwerpunkte, die in eine perspektivische Planung des Stadtarchivs für die nächsten Jahre eingeflossen sind.
