Tag der offenen Tür
Tag der offenen Tür im Stadtarchiv
Nach Jahren wechselnder Provisorien, vielen Umbauten und mancherlei Einschränkungen für die Archivbenutzer ist das Stadtarchiv Pforzheim mittlerweile wieder voll „einsatzfähig“ – Grund genug, um das Archiv umfassend der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Das Stadtarchiv/Institut für Stadtgeschichte lädt daher am Samstag, 14. Mai 2011, von 11 bis 18 Uhr, die Bürgerinnen und Bürger zu einem „Tag der offenen Tür“ ein und hat sich dafür einiges einfallen lassen. Vier Ausstellungen zeigen „Highlights“ aus den Beständen und Aktivitäten des Archivs. Das Fotoarchiv präsentiert „Alt-Pforzheimer Impressionen am laufenden Band“ und bittet um Mithilfe beim Identifizieren alter Fotografien. Die Restauratoren Caroline Gerken und Michael Steiert demonstrieren ihre Kunst und beantworten Fragen der Besucher. Ein Büchertisch der Buchhandlung Uwe Mumm und ein Bücherflohmarkt laden zum Stöbern ein, und natürlich gibt es auch ein reiches Angebot an Speisen und Getränken, um Leib und Seele zusammenzuhalten. Auch die musikalische Unterhaltung kommt nicht zu kurz, dank freundlicher Unterstützung durch das Hebel-Gymnasiums präsentiert sich mehrfach dessen Combo „in concert“, und die Big Band des Hebel-Gymnasiums beschließt den Tag der offenen Tür mit einem Serenadenkonzert.
Eine ganze Reihe interessanter Programmpunkte (im Halbstundentakt) ergänzt das Dauerangebot: Vorträge über die Pforzheimer Stadtordnung von 1486, über Bertha Benz, Julius Naeher und Theodor Benckiser bringen Neues aus der Stadtgeschichte. Ferdinand Bäuerle und Lothar Arnold werden unter dem Titel „Tango auf 64 Feldern“ in unterhaltsamer Weise und musikalisch untermalt „weltmeisterliches Schach in Pforzheim“ aus dem Jahre 1934 präsentieren – kaum jemand weiß noch, daß 1934 in Pforzheim eine Weltmeisterschaftspartie gespielt wurde. In regelmäßigen Abständen werden Führungen durch die „Katakomben“ des Archivs stattfinden, Kurzvorträge werden erläutern, wie Fotos aus Omas Fotoalbum ins Fotoarchiv gelangen und welche Stationen eine Akte passiert, ehe sie einen festen Platz im Archiv besitzt. „Das kann doch kein Mensch lesen…“, rufen viele Menschen aus, wenn sie alte Schriftstücke vor sich haben, deren Schrift sie nicht entziffern können; die Besucherinnen und Besucher können solche Schriftstücke mitbringen und sich den Inhalt „übersetzen“ lassen. Last but not least wird es auch noch ein Quiz mit lösbaren Fragen und attraktiven Preisen geben, das unter dem Motto „Wer will schon Millionär werden“ steht. Zu gewinnen gibt es unter anderem eine Fahrt im Heißluftballon und ein Überraschungsmenu für zwei Personen in Pforzheims Spitzenrestaurant „Pyramide“, einen Erlebnistag in den „Schmuckwelten“, Eintrittskarten und Bücher mit Widmung.
Programmübersicht (hier auch als pdf-Datei)
Durchgehend von 11 bis 18 Uhr:
Ausstellung: „Ein Leben in Schönheit – Jugendstil-Dekormalerei von Adolf Scherberger (1874-1945)“ (Treppenhaus, Kronprinzenstraße 24a)
Ausstellung: „Galerie im Hinterhaus – Die Fachbereiche des Archivs zeigen ihre Schätze“ (Treppenhaus, Kronprinzenstraße 28)
Ausstellung: „Kronprinzenstraße 24-28. Wohn- und Fabrikgebäude – Jugendtreff – Galerie – Stadtarchiv. Ein Streifzug durch die Häusergeschichte“ (Lesesaal)
Ausstellung: „Kriegsalltag in Pforzheim“ (Vortragssaal)
Alt-Pforzheimer Impressionen – Bilder am laufenden Band (Raum 222)
„Was ischen des??“ Ihr Wissen ist gefragt (Raum 220)
Bücherflohmarkt (Raum 231)
Vorführungen zu Restaurierung und Konservierung durch die Restauratoren Caroline Gerken und Michael Steiert (Raum E 10)
Büchertisch mit Pforzheim-Literatur, Buchhandlung Uwe Mumm (Raum 221)
„Wer will schon Millionär werden?“ Quiz mit lösbaren Fragen und tollen Preisen
Bewirtung im „Archivpark“
11.00-11.30 | Combo des Hebel-Gymnasiums: In Concert (Vortragssaal) "Das kann doch kein Mensch lesen..."? Wir helfen beim entziffern alter Schriftstücke (Raum 224) |
11.30-12.00 | „Tango auf 64 Feldern“. Weltmeisterliches Schach in Pforzheim 1934, erläutert von Ferdinand Bäuerle mit Musik von Lothar Arnold (Vortragssaal) "Ein Blick in die Katakomben": Führung durch das Stadtarchiv (Treffpunkt Lesesaal) |
12.00-12.30 | Vortrag von Dr. Katja Leschhorn: Die Pforzheimer Stadtordnung von 1486 (Vortragssaal) Von der Idee bis ins Archiv - Stationen im Leben von Unterlagen (Raum E 09) „Das kann doch kein Mensch lesen…“? Wir helfen beim Entziffern alter Schriftstücke (Raum 224) |
12.30-13.00 | Vortrag von Dr. Barbara Leisner: Erfolge und Probleme bei der Recherche zur Biografie von Bertha Benz (Vortragssaal) "Von Omas Album zum Fotoarchiv" - wie geht das? (Raum 222) |
13.00-13.30 | Combo des Hebel-Gymnasiums: In Concert (Vortragssaal) „Das kann doch kein Mensch lesen…“? Wir helfen beim Entziffern alter Schriftstücke (Raum 224) |
13.30-14.00 | „Tango auf 64 Feldern“. Weltmeisterliches Schach in Pforzheim 1934, erläutert von Ferdinand Bäuerle mit Musik von Lothar Arnold "Ein Blick in die Katakomben": Führung durch das Stadtarchiv (Treffpunkt Lesesaal) |
14.00-14.30 | Vortrag von Dr. Christian Groh: Julius Naehers Reisebeschreibungen nach/in Brasilien (Vortragssaal) Von der Idee bis ins Archiv - Stationen im Leben von Unterlagen (Raum E09) „Das kann doch kein Mensch lesen…“? Wir helfen beim Entziffern alter Schriftstücke (Raum 224) |
14.30-15.00 | Vortrag von Heike Reifurth: Möglichkeiten der Kooperation zwischen Schule und Archiv "Von Omas album zum Fotoarchiv" - wie geht das? (Raum 222) |
15.00-15.30 | Vortrag von Dr. Christoph Timm: Einführung in die Ausstellung „Ein Leben in Schönheit“ (Vortragssaal) „Das kann doch kein Mensch lesen…“? Wir helfen beim Entziffern alter Schriftstücke (Raum 224) |
15.30-16.00 | „Tango auf 64 Feldern“. Weltmeisterliches Schach in Pforzheim 1934, erläutert von Ferdinand Bäuerle mit Musik von Lothar Arnold (Vortragssaal) "Ein Blick in die Katakomben": Führung durch das Stadtarchiv (Treffpunkt Lesesaal) |
16.00-16.30 | Vortrag von Dr. Christian Groh: Julius Naehers Reisebeschreibungen nach/in Brasilien (Vortragssaal) Von der Idee bis ins Archiv - Stationen im Leben von Unterlagen (Raum E 09) „Das kann doch kein Mensch lesen…“? Wir helfen beim Entziffern alter Schriftstücke (Raum 224) |
16.30-17.00 | Combo des Hebel-Gymnasiums: In Concert (Vortragssaal) "Von Omas Album zum Fotoarchiv" - wie geht das? (Raum 222) |
17.00-17.30 | Vortrag von Dr. Friedmar Voormann: August Theodor Benckiser (1820–1894) und Julius Näher (1824–1911). Zwei gegensätzliche Ingenieurbiographien (Vortragssaal) „Das kann doch kein Mensch lesen…“? Wir helfen beim Entziffern alter Schriftstücke (Raum 224) |
17.30-18.00 | Serenadenkonzert der Big Band des Hebel-Gymnasiums unter der Leitung von Wolfgang Macke |
Das Stadtarchiv dankt folgenden Personen und Institutionen, die unseren „Tag der offenen Tür“ in großzügiger Weise unterstützt haben (in alphabetischer Reihenfolge):
Metzgerei Harald Dingler, Neulingen/Pforzheim
Figurentheater Pforzheim
Förderverein für das Stadtarchiv Pforzheim
Förderverein des Technischen Museums Pforzheim
Bernd Erich Gall, Pforzheim
Bäckerei Michael Hailer, Wurmberg
Kommunales Kino, Pforzheim
Buchhandlung Uwe Mumm, Pforzheim
Wolfgang Scheidtweiler/Bayerisches Brauhaus Pforzheim
Schmuckmuseum Pforzheim
Schmuckwelten Pforzheim
Stadttheater Pforzheim
Stadtwerke Pforzheim
Andreas, Beate und Benedikt Wolf/Restaurant Pyramide, Pforzheim
Jahresrückblick 2010
Das abgelaufene Jahr stand für das Archiv im Zeichen des Neubezugs des Erweiterungsgebäudes; die Planung der Umbauarbeiten und des Umzugs hat vor allem im zweiten Halbjahr 2010 das gesamte Archivpersonal belastet und die Kapazitäten für andere Aufgaben drastisch beschnitten. Auf der Habenseite ist zu verbuchen, daß das Archiv mit dem Bezug des neuen Gebäudes auf mittlere bis längere Sicht über ausreichende Raumkapazitäten verfügt und daß der jetzt verfügbare Lastenaufzug hausinterne Archivalientransporte wesentlich erleichtert. Im vergangenen Jahr wurde zudem der Grundstein für eine zu entwickelnde Notfallplanung gelegt, die den seit Einbau der Brandmeldeanlage ohnehin schon hohen Sicherheitsstandard noch weiter verbessern soll.
Unerfreulich bleibt nach wie vor die Benutzerbetreuung, die unverändert nur durch den beispielhaften Einsatz ehrenamtlich tätiger Kräfte aufrechterhalten werden kann. Bei einer abermals deutlich gestiegenen Zahl der Archivbenutzungen ist der Lesesaal nach wie vor nur 12 Stunden pro Woche geöffnet, die Lesesäle anderer großstädtischer Archive in Südwestdeutschland stehen den Interessenten mindestens doppelt so lang zur Verfügung.
Trotz der enormen Arbeitsbelastung durch Umzüge und organisatorische Maßnahmen trat das Archiv auch im Jahre 2010 in der Öffentlichkeit in Erscheinung. Am 14. April 2010 war das Archiv im Reuchlinhaus Gastgeber für die turnusgemäße Arbeitssitzung der Arbeitsgemeinschaft der Archive im Städtetag Baden-Württemberg; um die 100 Archive waren bei dieser Tagung vertreten.
Die von Christian Groh kuratierte Ausstellung im Rahmen des 50er-Jahre-Kulturfestivals war ein großer Erfolg, hat allerdings auch beträchtliche Kapazitäten gekostet. Allein Christian Groh mußte mehr als 60 Arbeitstage in das Projekt investieren, die unabdingbare Unterstützung durch die übrigen Archivmitarbeiter kommt noch hinzu. Die Jubiläumsausstellung der Sparkasse Pforzheim-Calw erfuhr mit Leihgaben aus der Münzsammlung des Archivs (S 18) eine ebenso wertvolle wie attraktive Aufwertung.
Im Jahr 2010 wurden 13 Archivführungen angeboten, davon neun für Schulklassen, von denen wiederum vier im Rahmen der „Lernwerkstatt“ des Schmuckmuseums stattfanden.
Christian Groh betreute den dritten Band der „Neuen Beiträge zur Pforzheimer Stadtgeschichte“ redaktionell, die Präsentation des neuen Bandes fand im Januar 2011 statt. Darüber hinaus erschienen aus der Feder mehrerer Archivmitarbeiter/innen an verschiedenen Stellen diverse historische Beiträge.
Band 3 der "Neuen Beiträge zur Pforzheimer Stadtgeschichte"
Die „Pforzheimer Geschichtsblätter“, 1961 erstmals herausgegeben, erscheinen seit 2006 alle zwei Jahre als „Neue Beiträge zur Pforzheimer Stadtgeschichte“. Die vom Stadtarchiv herausgegebene Reihe versammelt Aufsätze von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des In- und Auslands, die sich mit Themen aus der Stadtgeschichte beschäftigen.
Band 3 wird am 4. Februar 2011 im Beisein von Pforzheims Oberbürgermeister Gert Hager der Presse vorgestellt .
Die Dokumentation der Berichte der NSDAP-Kreisleitung Pforzheim stellt erstmals ausführlich und kommentiert eine bislang unterschätzte Quelle vor. Auch der Briefwechsel eines jüdischen Dienstmädchens in Konstantinopel mit den Eltern in Pforzheim ist in Auszügen ediert. Vorgestellt wird außerdem eine Abiturklasse des Jahres 1910, der so bekannte und unterschiedliche Pforzheimer angehörten wie der spätere nationalsozialistische Reichsminister Fritz Todt und der Künstler und Nazi-Gegner Richard Ziegler. Das „Huchenfelder Bergrennen“ war ein Höhepunkt der frühen Motorsportgeschichte und erfährt erstmals eine ausführlichere Würdigung. Außerdem enthält der Band ebenso interessante Aufsätze, die sich mit Themen vom Mittelalter bis zur Zeitgeschichte beschäftigen, sowie Buchbesprechungen zur Landes- und Stadtgeschichte und der Bericht zur kommunalen Denkmalpflege.
Gut besuchte Jahresversammlung des Fördervereins

Markus Enzenauer und Dr. Rolf Hönninger (Vors. des Fördervereins für das Stadtarchiv)
Die Jahresversammlung 2010 des Fördervereins für das Stadtarchiv Pforzheim war sehr gut besucht. Eingeleitet wurde der Abend mit einem sehr interessanten Vortrag über die Berichte der Pforzheimer NSDAP-Kreisleitung. Der Mannheimer Historiker Markus Enzenauer betonte darin nicht nur den Wert dieser Quelle für die Stadt-, Sozial- und Mentalitätsgeschichte dieser Zeit, er ging auch auf die Überlieferungsgeschichte und auf seine Tätigkeit in den Archiven ein. Das rege Interesse der über 30 Zuhörerinnen und Zuhörer, zu denen auch Nicht-Mitglieder zählten, zeigte sich in einer angeregten Fragerunde im Anschluss.
Nach Jahresbericht des Vorsitzenden, Entlastung des Vorstands und Kassenbericht konnten die Mitglieder des Fördervereins noch Einblicke in die neuen Magazinräume des Stadtarchivs in der Kronprinzenstr. 24a nehmen.
Vortrag bei der Jahreshauptversammlung des Fördervereins
Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Fördervereins für das Stadtarchiv Pforzheim am 15.11. wird der Historiker Markus Enzenauer einen Vortrag über die „Berichte der Pforzheimer NSDAP-Kreisleitung“ halten.
Der an der Universität Mannheim lehrende Forscher hat die in verschiedenen Archiven des In- und Auslands verstreut überlieferten Berichte der Kreisleitungen der NSDAP Badens und des Elsass zusammen getragen und konnte dabei auf neue Aktenfunde des französischen Nationalarchivs in Paris zugreifen. Derzeit bereitet er eine Edition der überlieferten Berichte vor. Für die Jahressitzung des Fördervereins stellt er erstmals einen Teil seiner Funde der Öffentlichkeit vor.
In den parteiinternen Berichten sollten die Ortsgruppen die nächsthöhere Instanz innerhalb der NS-Parteihierarchie über die Stimmung vor Ort informieren. Dabei lieferten die Berichterstatter darüber hinaus wertvolle Informationen über den Alltag unter der nationalsozialistischen Herrschaft vor Ort. Markus Enzenauer stellt die Pforzheimer Berichte, eine überaus interessante und bislang noch wenig beachtete Quelle der Zeit- und Ortsgeschichte, vor.
Der Vortrag am
Montag, den 15. November 2010 um 19 Uhr im Veranstaltungsraum des Stadtarchivs (Kronprinzenstr. 24a)
ist öffentlich.
Auch Nicht-Mitglieder des Fördervereins sind hierzu herzlich eingeladen.
Jahresrückblick 2009
Im Verlauf des Jahres 2009 hatte das Archiv erstmals die erfreuliche Aufgabe, einen großen Schritt hin zur Archiv-Normalität zu tun, galt es doch, insgesamt drei neue Mitarbeiter auf zweieinhalb Planstellen in ihre Aufgaben einzuführen und zugleich die internen Strukturen des Archivs an die endlich verbesserte Personalbasis anzupassen. Eine neue Aufgabenverteilung und eine klare organisatorische Gliederung nebst neu und rationeller gestalteten Abläufen haben sich bis jetzt gut bewährt, wenngleich auch weiterhin kontinuierlich weitere Feinabstimmungen erforderlich sein werden.
Räumliche Erweiterung des Archivs
Den gesamten Verwaltungsbericht der Stadt Pforzheim finden Sie hier.
Archivtagung im Reuchlinhaus
Die Arbeitsgemeinschaft der Archive im Städtetag Baden-Württemberg tagte vergangenen Mittwoch, den 14. April 2010, im Reuchlinhaus. Oberbürgermeister Gert Hager eröffnete die gut besuchte Veranstaltung. In seiner Rede unterstrich er den Stellenwert des Archivs für die kulturelle Bildung. „Das Stadtarchiv hat in meinem Verständnis auch eine hohe gesellschaftspolitische Bedeutung“, so Hager. Das Archiv sei nicht nur das Gedächtnis, sondern auch die Wurzel der Stadt. Umso wichtiger sei es, Unterlagen für die Nutzer zugänglich zu machen und die Archive für die Zukunft vorzubereiten.
Das digitale Zeitalter und der Umgang mit elektronischen Unterlagen bildeten dann auch in der Tagung einen Schwerpunkt. Es wurde unter anderem diskutiert, welche Informationen aus den, mittlerweile nur noch elektronisch geführten, Gewerbe- und Melderegistern übernommen werden sollen. Im Hinblick auf die kleineren Archive wurde eine Vernetzung zum Thema digitale Daten beschlossen, um die Kräfte und Ideen im Umgang mit elektronischen Unterlagen zu bündeln.
Die Abgabe älterer Personenstandsbücher (Geburten-, Heirats- und Sterbebücher) von den Standesämtern an die Archive seit Januar 2009 sei ohne größere Probleme abgelaufen, so referierte Dr. Roland Müller, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft und Archivleiter des Stadtarchivs Stuttgart. Hinsichtlich der zu erhebenden Gebühren besteht aber noch Gesprächsbedarf. Im Gegensatz zu den kleineren Archiven konnten die mittleren und größeren Stadtarchive einen zum Teil erheblichen Anstieg der Benutzungszahlen durch die Personenstandsbücher verzeichnen, so dass für diesen neuen Aufgabenbereich zusätzliches Personal benötigt wird.
Die Arbeitsgemeinschaft plant außerdem die Veröffentlichung einer Imagebroschüre, die alle Aufgabenfelder der Kommunalarchive anschaulich darstellen soll. Die Veröffentlichung ist für das Frühjahr 2011 geplant.
Im Hinblick auf den Einsturz des Kölner Stadtarchivs wurde über die Möglichkeiten einer Versicherung für Archive informiert. Hierbei wird nicht der Wert der Archivalien, der nicht schätzbar ist, versichert, sondern die Kosten für eine Restauration als Grundlage für die Versicherungsbeiträge herangezogen. Die meisten Archive besitzen keine spezielle Versicherung, sondern setzen ihre finanziellen Mittel für die Prävention, wie z. B. Brandmeldeanlagen, ein.
Des Weiteren wurde über die geplante zentrale Lagerung der Grundbücher, über eine mögliche Übernahme von Unterlagen aus dem Besitz der SV Versicherungen (Gebäudebrandversicherungen) in die Kommunalarchive diskutiert.
Die nächste Tagung der AG Archive wird am 4. Mai 2011 in Blaubeuren stattfinden.
Pforzheimer Archivbestände in Berlin ausgestellt
Julius Naehers Bilder in der Brasilianischen Botschaft präsentiert
Der 1824 in Pforzheim geborene Burgenforscher und Ingenieur Julius Naeher hatte sich im Jahr 1878 ein halbes Jahr lang vom badischen Staatsdienst beurlauben lassen, um die Zuckerrohrplantage seines Schwagers in Brasilien zu besuchen. Seine Eindrücke hielt er in seinem 1881 erschienenen Buch „Streifzüge in der brasilianischen Provinz Bahia“ fest.
Im Jahr 2003 konnte das Stadtarchiv Pforzheim/Institut für Stadtgeschichte mit Hilfe der Werner-Wild-Stiftung etwa 40 Kleinaquarelle erwerben, die Naeher während seiner Brasilienreise angefertigt hatte. Die Bilder zeigen Ansichten der besuchten Plantage, Porträts von Plantagenarbeitern, Impressionen von der Schiffsreise sowie Straßenzüge von (Salvador da) Bahia, aber auch für Naeher damals unbekannte Früchte.
Die bisher unveröffentlichten Malereien, die durch genaue Beobachtung, durch lebhafte Farben und ihren guten Erhaltungszustand bestechen, werden vom 8. bis 30. April in der Brasilianischen Botschaft in Berlin gezeigt.
Am vergangenen Donnerstag, den 8. April, eröffnete seine Exzellenz der Botschafter der Föderativen Republik Brasilien, Everton Vieira Vargas, die Ausstellung. Neben dem Kurator, Dr. Christian Groh vom Stadtarchiv Pforzheim, sprach auch der Urgroßenkel von Julius Naehers Schwager, Professor Dr. Dr. Luiz Alberto Moniz Bandeira, sowie dessen Sohn.
Es sind weitere Ausstellungen der Brasilien-Bilder von Julius Naeher in Pforzheim, Frankfurt und München in Planung.
Führungen im Stadtarchiv
Am Montag, den 15. März 2010, bietet das Stadtarchiv, zugleich Institut für Stadtgeschichte und gleichsam „Gedächtnis der Stadt Pforzheim“, wieder kompetente Führungen durch seine „Katakomben“ und Schatzkammern an. Im Mittelpunkt werden neben der schriftlichen Überlieferung zur Stadtgeschichte auch die umfangreichen stadtgeschichtlichen Sammlungen des Archivs und insbesondere auch die Bestände des Fotoarchivs mit seinen Hunderttausenden von Fotos des alten und neuen Pforzheim stehen. Die Führungen beginnen um 17 Uhr und dauern zirka anderthalb Stunden.
Für interessierte Bürgerinnen und Bürger sind noch Plätze frei; Anmeldungen zu den Archivführungen sind bis zum 15. März 2010 telefonisch (Tel. 07231/39-2899), per E-Mail (archiv@stadt-pforzheim.de) oder direkt im Stadtarchiv (Kronprinzenstraße 28, 75177 Pforzheim) möglich.
Geschenk aus den USA im Stadtarchiv
Ein wertvolles Geschenk aus den USA konnte das Stadtarchiv in den letzten Tagen entgegennehmen. George Strasemeier aus Texas hatte im Internet eine Stadtansicht von Pforzheim aus dem Jahre 1899 entdeckt und erstanden. Da er in den 1960er Jahren in der Wartbergkaserne stationiert war, entschied er sich, das Bild der Stadt Pforzheim als Zeichen seiner Freundschaft zu schenken. Mit der Begründung, dass die Pforzheimer sehr nett zu ihm gewesen seien, übernahm Herr Strasemeier sogar die Kosten für den Transport von Texas nach Pforzheim selbst. Das Foto von Friedrich Gerwig ergänzt die Sammlung von Stadtansichten aus mehreren Jahrhunderten.
Falls Sie auch Fotos oder andere Zeugnisse der Pforzheimer Stadtgeschichte dem Stadtarchiv übergeben möchten, freut sich Frau Anne Ohngemach über Ihren Anruf (07231-39-3829).
Tagungsband zur Weimarer Republik veröffentlicht
Im September 2008 fand im Rahmen des Pforzheimer 20er Jahre-Festivals eine Tagung statt. Das Thema lautete „Politik, Kommunikation und Kultur in der Weimarer Republik“ – den gleichen Titel trägt auch der neu erschienene Band, der die Ergebnisse der Tagung dokumentiert. Neben den Herausgebern, Hans-Peter Becht, Dr. Carsten Kretschmann und Wolfram Pyta, sind zahlreiche namhafte Geschichtswissenschaftler aus der gesamten Bundesrepublik mit ihren Beiträgen vertreten. Im Zentrum der zwölf Aufsätze stehen all jene Phänomene, die in den Jahren der Weimarer Republik im Kräftedreieck von Politik, Kommunikation und Kultur neu waren oder ihren Durchbruch erlebten. So wird nach dem Verhältnis der künstlerischen Avantgarde zur Weimarer Republik gefragt. Die Geschichten des politischen Kabaretts sowie der staatlichen Kunstpolitik werden nachgezeichnet und Kunstskandale beleuchtet. Gleich mehrere Beiträge sind dem Medium „Film“ gewidmet, das in den 20er Jahren den Durchbruch zum Massenmedium schaffte. Die Bedeutung des Rundfunks und der Technikgläubigkeit werden ebenso hervorgehoben, wie der Einfluss neuer Ideen auf die Turn- und Sportbewegung und den Umgang mit Homosexualität. Im Bezug auf die durch den Konflikt von Reaktion und Innovation geprägte Zeit – nicht zuletzt im Hinblick auf den vorangegangenen Ersten Weltkrieg – wird auch die Frage nach der Existenz einer „Weimarer Generation“ beantwortet.
Der 248 Seiten starke Band ist im Buchhandel für 28,00 € erhältlich.
Jahreshauptversammlung des Fördervereins für das Stadtarchiv Pforzheim e. V.
Am 20. November fand im Reuchlinhaus die Jahreshauptversammlung des Fördervereins für das Stadtarchiv Pforzheim e. V. statt. Bevor sich der Verein organisatorischen Dingen widmete, hielt der Stuttgarter Historiker Leopold Steinbeis einen öffentlichen Vortrag zum Thema „Von Jazzkatzen und Swingheinis – Swing-Jugend statt Hitlerjugend?“. Die Swing-Jugend definierte sich – entgegen den Vorgaben der NS-Ideologie – vor allem durch ihren von englischer und amerikanischer Mode inspirierten Kleidungsstil sowie die Swingmusik. Da die Nationalsozialisten fürchteten, durch die losen, antimilitärischen Cliquen, die in Konkurrenz zur HJ standen, ihr Erziehungsmonopol zu verlieren, verfolgten sie die Jungendlichen. Wer nach seiner Verhaftung willkürlich als Rädelsführer eingestuft wurde, dem drohte sogar KZ-Haft. Aufgrund ihrer Nonkonformität könne man die Swing-Jugend als eine Form des indirekten Widerstandes bezeichnen, so Steinbeis. Die zahlreichen Fragen im Anschluss an den lebendigen Vortrag zeigten das große Interesse des Publikums an dem Thema Swing-Jugend.
Nach einer kurzen Pause folgte die Jahreshauptversammlung des Fördervereins mit einem Kassenbericht sowie der Neuwahl des Vorstandes. Neues geschäftsführendes Vorstandsmitglied wurde Dr. Christian Groh. Die weiteren Ämter wurden wie folgt besetzt: Vorsitzender: Dr. Rolf H. Hönninger; stellvertretende Vorsitzende: Claus Kuge, Rita Klöble und Eva-Maria Heinz; Schriftführerin: Beate Labus; Schatzmeister: Thomas Dörflinger; Kassenprüfer: Anne Ohngemach und Dr. Matthias Stuhlinger; Beisitzer: Alois Amann, Dr. Hans-Peter Becht und Dr. Thomas Paeffgen.
Jahreshauptversammlung des Fördervereins für das Stadtarchiv Pforzheim
Die Jahreshauptversammlung des Fördervereins für das Stadtarchiv Pforzheim wird am Freitag, den 20. November 2009, um 19 Uhr, im Vortragssaal des Reuchlinhauses stattfinden. Wie gewohnt ist die Jahreshauptversammlung mit einer Vortragsveranstaltung gekoppelt. Als Referent konnte Leopold Steinbeis, M. A. (Stuttgart), gewonnen werden, der über das Thema „Von Jazzkatzen und Swingheinis – Swing-Jugend statt Hitlerjugend?“ referieren wird.
Jugendliche, die sich in der Zeit des „Dritten Reiches“ für amerikanischen Swing begeisterten, waren zwar keine Widerstandskämpfer im eigentlichen Sinne, dennoch widersetzten sie sich dem NS-Regime und bezahlten für ihren Lebensstil oftmals einen hohen Preis – bis hinzur KZ-Haft. Die „Swing-Jugend“ rückte vor einigen Jahren durch einen US-amerikanischen Spielfilm ins Blickfeld der Öffentlichkeit; Leopold Steinbeis hat die Thematik eingehend erforscht und wird über dieses Kapitel jugendlicher Widersetzlichkeit gegen die NS-Diktatur umfassend informieren. Die Jahreshauptversammlung schließt sich nach einer kurzen Pause an den Vortrag an, zur Vortragsveranstaltung sind Gäste herzlich willkommen.
Neuerscheinung: Die Pforzheimer Straßennamen
Wer war Luise, nach der die Luisenstraße benannt ist? Seit wann gibt es die Abnobastraße? Warum gibt es in Eutingen einen Saazer Weg? Der Band „Die Pforzheimer Straßennamen“ von Ulf Rathje gibt Antworten auf diese Fragen. Aber nicht nur aktuelle Straßennamen sind in dem Buch zu finden, auch nicht mehr existierende bzw. umbenannte Straßen sind enthalten. Neben einem Lexikonteil informiert das Werk über die Geschichte der Pforzheimer Straßennamen und den Vorgang der Straßenbenennung.
Das Buch erscheint am 27. November 2009.
Über den Dächern von Pforzheim
Durch eine Spende von Herrn Rolf Augenstein aus Niefern-Öschelbronn konnte die Stadtgeschichtliche Sammlung des Stadtarchivs Pforzheim um ein weiteres Werk des Künstlers Oskar Elsässer erweitert werden. Das unten gezeigte Bild vervollständigt die aus Drucken, Zeichnungen und Ölgemälden bestehende Auswahl Pforzheimer Stadtansichten. Die gerahmte Tuschezeichnung von Oskar Elsässer ermöglicht dem Betrachter einen seltenen Stadtblick vom Weiherberg über die Dächer der Pforzheimer Innenstadt vor 1945.
Oskar Elsässer wurde 1885 im Allgäu geboren und war Zeichenlehrer an der Pforzheimer Goldschmiedeschule.
Fotos von Stadträten aus dem Jahr 1977 neu im Stadtarchiv
Das Fotoarchiv des Stadtarchivs Pforzheim ist um einen Schatz reicher: Bürgerschaftliches Engagement und Stadtgeschichtsbewusstsein haben Frau Gabriele Ziora (Fotostudio Ziora, Jahnstraße 13) ein weiteres Mal veranlasst, sich von Stücken aus dem Nachlass ihrer Geschäftsvorgängerin, der namhaften Pforzheimer Fotografin Eva Bischoff, zu trennen und diese dem Stadtarchiv zu übereignen. War es vor gut 10 Jahren unter anderem Filmmaterial zum Stadttheater, so handelt sich diesmal um Fotos von 20 Stadträtinnen und Stadträten aus dem Jahr 1977.
Der größte Teil des immensen fotografischen Nachlasses von Eva Bischof befindet sich bereits seit einigen Jahren im Besitz des Stadtarchivs Pforzheim und wurde dort mit großem ehrenamtlichen Engagement einer Gruppe tatkräftiger Mitglieder des Vereins „Pforzheim mitgestalten“ gesichtet und geordnet. Frau Ziora weiß zu berichten, dass Eva Bischoff bereits vor 60 Jahren ihr Geschäft gewerblich angemeldet und bis 1984 selbst betrieben hat. Sie hat sich als eine der Ersten in Pforzheim erfolgreich auf dem Gebiet der aufkommenden Farbfotografie betätigt. Ihre Fotos bestechen allesamt durch hohe Qualität und Professionalität. Daher freut sich die Leiterin des Fotoarchivs, Anne Ohngemach, sehr über diesen Neuzugang, der die Sammlung von Portraits stadtgeschichtlich wichtiger Persönlichkeiten in willkommener Weise ergänzt.
Neue Mitarbeiter
Ab sofort unterstützen Ludwig Brotzel, Annette Nußbaum und Martin Zierer (von links nach rechts) das Team des Stadtarchivs Pforzheim.
Frau Nußbaum, die zuvor langjährig die Sammlungen „Audiovisuelle Medien“ und „Gastgeschenke“ betreut hat, wird in Zukunft das Team des Aktenarchivs verstärken.
Herr Brotzel, der bereits seit über 30 Jahren für die Stadt Pforzheim tätig ist, wird als Magaziner seine Kolleginnen und Kollegen im Aktenarchiv entlasten.
Innerhalb des Aktenarchivs wird Herr Zierer auch für die Archivierung elektronischer Unterlagen zuständig sein.
Jahresrückblick 2008
Das Jahr 2008 stand im Archiv im Zeichen sich anbahnender Veränderungen: Tragfähige Zukunftsperspektiven verhieß zum einen die sich abzeichnende Möglichkeit, mit der Erweiterung des Archivs um das benachbarte Gebäude Kronprinzenstraße 24a auf lange Zeit hinaus die Raumprobleme des Archivs zu lösen und zugleich durch den dort zur Verfügung stehenden Aufzug die internen Abläufe erheblich effizienter zu gestalten.
Hier können Sie nachlesen, was es 2008 in den einzelnen Bereichen des Stadtarchivs für Entwicklungen und Projekte gab:
Engagement unser ehrenamtlichen Mitarbeiter
Abteilung Fotoarchiv/Sammlungen/Dokumentation
Arbeiten zur Stadtgeschichte ausgezeichnet
Am Sonntag, den 29. März 2009 wurden erstmals zwei Preise zur Pforzheimer Stadtgeschichte, der Eberhard-Gothein-Preis für Stadtgeschichte und der Georg-Simler-Preis für stadtgeschichtliche Arbeit an Pforzheimer Schulen, vergeben.
Die Initiatoren und gemeinschaftlichen Träger der Preise, die Löbliche Singergesellschaft von 1501 Pforzheim, die Reuchlingesellschaft Pforzheim e.V. und der Förderverein für das Stadtarchiv Pforzheim e.V., luden herzlich zur gut besuchten Preisverleihung ein.

Urkunde des Georg-Simler-Preises 2009

Urkunde des Georg-Simler-Preises 2009

Urkunde des Eberhard-Gothein-Preises 2009
Der Eberhard-Gothein-Preis wird für besondere und wegweisende Leistungen auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Erforschung und Vermittlung der Pforzheimer Stadtgeschichte verliehen. Ganz im Geiste von Gotheins Werk „Pforzheims Vergangenheit“ steht auch die Publikation des diesjährigen Preisträgers Dr. Christoph Timm. Der Pforzheimer Denkmalpfleger wurde für sein zweibändiges Werk über die Kulturdenkmale im Pforzheimer Stadtgebiet und in den Stadtteilen, das die Erinnerung an Pforzheims Vergangenheit wach hält, ausgezeichnet. Die Arbeit Christoph Timms, der den Preis als Ansporn sieht, sich weiterhin für Pforzheim zu engagieren, wurde in der Rede der Laudatorin Ulrike Plate vom Landesdenkmalamt im Hinblick auf Pforzheims starke Zerstörung 1945 gewürdigt.
Der nach dem an der Pforzheimer Lateinschule tätigen Georg Simler benannte Preis wurde dieses Jahr gleich an mehrere Klassen des Theodor-Heuss-Gymnasiums vergeben. Die Klassen 10d und 12c erstellten gemeinsam eine zweisprachige Ausstellung über den Kriegsalltag in Pforzheim, die im Pforzheimer Rathaus sowie in einer Partnerschule in Wales gezeigt wurde. Der stellvertretende Leiter des Stadtarchivs, Dr. Christian Groh, zeichnete in seiner Rede die Entstehung des Ausstellungsprojekts nach.
Für die musikalische Umrahmung des Festaktes sorgte das Streicherquartett "Camerata Pforzheim".
Den Artikel der Pforzheimer Zeitung über die Preisverleihung können Sie hier nachlesen.
Pläne der Pforzheimer Straßenbahn erschlossen
Die Sammlung umfasst 359 Pläne, die mit der Entstehung, dem Bau und dem Betrieb der Pforzheimer Straßenbahn und zu einem kleineren Teil auch mit der von der Stadt Pforzheim betriebenen Kleinbahn Pforzheim - Ittersbach verbunden sind. 6 Personalakten und etwas Schriftverkehr runden die Sammlung ab.
Einem ehemaligen Mitarbeiter des Stadtmuseums, Herrn Kraus-Hofer, ist es zu verdanken, dass das Archiv in den Besitz einer umfangreichen Plansammlung der Straßen- und Kleinbahn in Pforzheim gelangt ist. Beim Abriss der Wagenhalle an der Westlichen-Karl-Friedrich-Straße waren die Pläne schon zum Transport auf die Mülldeponie ausgesondert und sind glücklicherweise von Herrn Kraus-Hofer beherzt vor der Vernichtung gerettet worden.
Die Straßenbahn in Pforzheim erlebte ihre Geburtsstunde 1911 und wurde 1964 wieder eingestellt. Die Betriebsübernahme der Kleinbahn nach Ittersbach erfolgte 1931 und fand 1968 ihr Ende.
Neue Beiträge zur Pforzheimer Stadtgeschichte 2
Mit dem zweiten Band der Reihe „Neue Beiträge zur Pforzheimer Stadtgeschichte“ werden die aktuellen Forschungen zur Geschichte Pforzheims präsentiert. Die enthaltenen Aufsätze decken ein breites Themengebiet – vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart – ab, wobei der Schwerpunkt auf dem 20. Jahrhundert liegt. Die Morde an britischen Piloten kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs in Huchenfeld und Dillweißenstein, die Geschichte des Industriehauses, die Ideenlandschaft der Wiederaufbaujahre, aber auch die Erinnerungskultur an den 23. Februar 1945 – um nur einige Themen zu nennen – werden in angenehm lesbarer Form dargestellt, ohne dabei an Wissenschaftlichkeit einzubüßen.
Erstmals enthält ein Band der Reihe Rezensionen der neuesten Literatur zur Pforzheimer Stadtgeschichte und zur Landesgeschichte.
Zahlreiche Abbildungen veranschaulichen den Aufsatz über die Entwicklungen der Pforzheimer Denkmalpflege von 2005-2007, der die beiden bereits erschienenen Bände »Pforzheim – Kulturdenkmale im Stadtgebiet« und »Pforzheim – Kulturdenkmale in den Ortsteilen« aktualisiert.
Verleihung des Eberhard-Gothein-Preises und des Georg-Simler-Preises

Eberhard Gothein
Die Löbliche Singergesellschaft von 1501 Pforzheim, die Reuchlingesellschaft und der Förderverein für das Stadtarchiv Pforzheim haben im vergangenen Jahr gemeinsam zwei Preise für herausragende stadtgeschichtliche Leistungen ins Leben gerufen, die am Sonntag, 29. März 2009, um 11 Uhr, im Saal des Reuchlinhauses erstmals in festlichem Rahmen vergeben werden.
Hier können Sie sich über die Preisverleihung informieren.
Archivführungen
Die nächsten Führungen durch das Stadtarchiv werden am Montag, den 16. März 2009, um 17 Uhr, stattfinden.
Wir bitten daher um Anmeldung per Telefon (07231/39-2899) oder E-Mail (archiv@stadt-pforzheim.de) ab dem 9. März 2009.
Für Gruppen, Vereine o. ä. vereinbaren wir gerne gesonderte Führungen. Sollten Sie an einer solchen Führung interessiert sein, bitten wir Sie um Terminvereinbarung per Telefon oder E-Mail.
Archivarin bzw. Archivar gesucht
Das Team des Stadtarchivs Pforzheim sucht Verstärkung. Gesucht wird eine Archivarin bzw. ein Archivar des gehobenen Dienstes mit Kenntnissen im Bereich der digitalen Langzeitarchivierung.
Die genaue Stellenbeschreibung im pdf-Format können Sie hier nachlesen.
Bewerbungsschluss ist der 27.03.2009.
Gedenkveranstaltung in der Osterfeldschule
Am 27. Januar 2009 jährt sich der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 64. Mal. Auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog wird der 27. Januar seit 1996 als bundesweiter Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus begangen. Wie in den vergangenen Jahren wird die Stadt Pforzheim auch in diesem Jahr mit einer kurzen Feierstunde der Opfer des nationalsozialistischen Regimes gedenken.
Zur Erinnerung an das Schicksal der jüdischen Schülerinnen und Schüler, die ab 1936 „Judenschulen“ besuchen mussten und im November 1938 gänzlich vom Besuch öffentlicher Schulen ausgeschlossen wurden, wird die diesjährige Gedenkveranstaltung am Dienstag, 27. Januar, um 12.15 Uhr, im Innenhof der Osterfeldschule (Zugang von der Grenzstraße) stattfinden, die von 1936 bis 1938 eine „Jüdische Abteilung“ beherbergte. Worte des Gedenkens spricht der Historiker Dr. Carsten Kretschmann (Stuttgart), das Pforzheimer Kammermusikensemble „Camerata“ umrahmt die Feier musikalisch.
Die Bürgerschaft ist herzlich eingeladen.
Sammlung über Ferdinand Oechsle erschlossen
Die umfangreichen Materialien des Stadtarchivs Pforzheim über Christian Ferdinand Oechsle (1774-1852) wurden nun durch die Erschließung der Sammlung Richard Hachenbergers erweitert. Der ehemalige Stadtoberbaurat von Vaihingen an der Enz trug von 1984 bis 2006 Material über den Pforzheimer Erfinder sowie zur Geschichte des Weinbaus zusammen.
Christian Ferdinand Oechsle hat unter anderem eine Mostwaage hergestellt. Sie misst den Zuckergehalt des Traubenmosts und ist heute als Oechslewaage bekannt. Die Pforzheimer ehren ihren berühmten „Mechanicus“ seit 1986 jährlich durch das sogenannte Oechslefest, ein Weinfest.
Der Bestand, der vor allem Material über Leben und Werk des Pforzheimer Erfinders enthält und zugleich ausführlich die Technik seiner Mostwaage behandelt, steht nun den Benutzern des Stadtarchivs Pforzheim zur Verfügung.
Jahreshauptversammlung des Fördervereins für das Stadtarchiv Pforzheim e. V.
Am 2. Dezember fand im Reuchlinhaus die Jahreshauptversammlung des Fördervereins für das Stadtarchiv Pforzheim e. V. statt. Der Förderverein wusste auch in diesem Jahr die Pflicht mit dem Angenehmen zu verbinden. Bevor sich die Jahreshauptversammlung mit organisatorischen Dingen befasste, hielt Dr. Christian Groh einen öffentlichen Vortrag zum Thema „,Was Pforzheim angetan wurde!“ Die Erinnerung an den Luftkrieg und das „Dritte Reich“ in Pforzheim“, dem auch Schüler eines Pforzheimer Abendgymnasiums aufmerksam folgten. Er zeichnete in seinem gut besuchten Vortrag den Umgang mit der Erinnerung an den 23. Februar 1945 sowie das allgemeine Andenken an den Bombenkrieg nach. Christian Groh kritisierte, dass der Bombenangriff auf deutsche Städte mit dem „Holocaust“ verglichen und die Ursachen des Zweiten Weltkriegs oftmals ausgeblendet würden. Nach einer kurzen Pause folgte die Jahreshauptversammlung des Fördervereins mit einem Kassenbericht sowie Abstimmungen über Satzungsänderungen und die Verteilung der Jahresgabe an die Vereinsmitglieder.
Jahreshauptversammlung des Fördervereins für das Stadtarchiv Pforzheim
Die Jahreshauptversammlung des Fördervereins für das Stadtarchiv Pforzheim wird am Dienstag, den 2. Dezember 2008, um 19 Uhr im Vortragssaal des Reuchlinhauses stattfinden.
Wie im Vorjahr wird die Jahreshauptversammlung mit einer Vortragsveranstaltung gekoppelt sein. Als Referent konnte Herr Dr. Christian Groh gewonnen werden, der über das in Pforzheim nach wie vor höchst aktuelle Thema "Was Pforzheim angetan wurde!" Die Erinnerung an den Luftkrieg und das "Dritte Reich" in Pforzheim referieren wird. Die Jahreshauptversammlung schließt sich nach einer kurzen Pause an den Vortrag an, zur Vortragsveranstaltung sind also Gäste herzlich willkommen.
Vortrag über die PISA-Studie im Reuchlinhaus
Am 23. November 2008 hielt der Mathematiker Werner Blum im Vortragssaal des Reuchlinhauses den Vortrag "Wie aus PISA folgt..." Was kann man aus der PISA-Studie wirklich folgern und was nicht? Der Vortrag des Professors für Didaktik der Mathematik bildete den Abschluss der Vortragsreihe gebürtiger Pforzheimer Wissenschaftler, zu der die Reuchlingesellschaft e.V. und das Stadtarchiv/Institut für Stadtgeschichte eingeladen hatten.
Den Artikel der Pforzheimer Zeitung über den Vortrag können Sie hier nachlesen.
























