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Bild: Schmuckmuseum

Kurzportrait

Pforzheim, die "Pforte zum Schwarzwald".

Philipp Melanchthon hatte die Nachbarstadt seines Geburtsorts Bretten als "Porta Hercyniae" bezeichnet. So alt und gelehrt diese Namenserklärung auch daher kommt, ist sie dennoch falsch.

Auf einem 1934 entdeckten "Leugenstein" - einem Entfernungsanzeiger - fand sich die auf 244/245 n. Chr. datierte Angabe: A Portu Leugas Quinque (von "Portus" fünf Leugen entfernt; Leugen waren ein keltisches Längenmaß). Das römische Portus stand für "Anlegestelle".
An der Enz hatte sich für den Holztransport ein kleiner Umschlagplatz entwickelt, um den herum seit etwa 90 n. Chr. eine Handwerkersiedlung entstand - der bescheidene Vorgänger und wohl auch Namensgeber Pforzheims.

1067 wurde die Siedlung Pforzheim in einer Urkunde Kaiser Heinrichs IV erstmals erwähnt; die "Alte Stadt" Pforzheim erhält Marktrecht; nach 1150 erfolgt die Gründung der "Neuen Stadt", westlich der "Alten Stadt" am Fuße des Schloßberges.
Um 1200 werden die voll ausgebildete Stadtrechte erstmals urkundlich erwähnt, die "Alte Stadt" existiert als rechtlich eigenständige Gemeinde weiter.

Im 14. und 15. Jahrhundert erlebt Pforzheim eine erste Blütezeit durch das entstehen eines einflussreichenPatriziats mit umfangreichen finanziellen Aktivitäten.
Pforzheim erhält eine beträchtliche Bedeutung auch als Sitz des Markgrafen von Baden (1535-1565). Im 15. Jahrhundert machen wirtschaftliche und soziale Krisenerscheinungen "Pforzhem" zur unbedeutenden Landstadt.

Nach der Eröffnung des "Waisen-, Toll-, Kranken-, Zucht- und Arbeitshauses" im Gebäude des ehemaligen Dominikanerinnenklosters im Jahr 1718 erfolgt 50 Jahre später dort mit der Gründung der Uhren- und Schmuckfabrik die Grundsteinlegung der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie. Pforzheim wird zur Industriestadt und erlebt eine wirtschaftliche Blüte als Schmuck- und Goldstadt, ist bedeutendster Standort der Gold- und Silberwarenfertigung in Deutschland.

Am 23. Februar 1945: Zerstörung der Stadt durch alliierten Fliegerangriff von nur 20 Minuten Dauer, die gesamte Innenstadt liegt in Trümmern; annähernd 20.000 Tote sind zu beklagen. Der Wiederaufbau der Stadt ist nach rund 40 Jahren beendet.

Heute Stadtkreis, rund 119.000 Einwohner, ca. 70.000 Arbeitsplätze, überwiegend traditionsreiche Schmuck- und Uhrenindustrie, in Deutschland noch immer führend.

Pforzheim verfügt heute über eine in ihrer Art einmalige Kombination von Kompetenzen als Gold-, Hightech-, und Designstadt; die digitale Ökonomie des 21. Jahrhunderts wird zu Vernetzungen führen, die weitere Wachstumschancen eröffnen.

 



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