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  • Eichenblüte
  • Weibliche Eichenblüte
  • Stileiche
  • Knoppern Stieleiche
  • Eichhörnchen
  • Eichenborke

Merkmale

In unseren Wäldern kann man hauptsächlich zwei heimische Eichenarten antreffen: Die Stieleiche (Quercus robur) deren Früchte an Stielen hängen und die Traubeneiche (Quercus petraea), deren Früchte nur kurz gestielt sind und in Trauben zusammen stehen. Beide Arten sind sich ansonsten recht ähnlich, es treten auch Bastarde auf.

Ausgewachsene Eichen sind imposante, und aufgrund ihrer knorrigen und unregelmäßig verzweigten Äste sehr eigenwillig wirkende Baumgestalten. Sie werden 30 – 35 m in Ausnahmefällen bis zu 60 m hoch und können ein Alter von mehr als 1000 Jahren erreichen. Mit ihren Pfahlwurzeln, die sich im fortgeschrittenen Alter zu Herzwurzelsystem umwandeln, sind Eichen fest im Boden verankert und ausgesprochen sturmfest. Die in der Jugend glatte und glänzende Rinde (Lohrinde) reißt später auf und wird dann borkig mit tiefen Längsfurchen. Die charakteristischen bei der Stieleiche unregelmäßig bei der Traubeneiche regelmäßig gelappten und tief gebuchteten Blätter der Eiche sind 10 – 12 cm lang und sitzen wechselständig am Zweig. Im Herbst färben sich die Blätter orangebraun.

Die Eiche blüht im Alter von 60 – 80 Jahren zum ersten Mal. Dabei bildet sie weibliche und männliche Blüten aus. Im Herbst reifen die Früchte, die Eicheln, die nach dem Abfallen ca. 6 Monate keimfähig sind. Vielfältig war die Verwendung der Eicheln in früheren Zeiten. So war es üblich, Schweine zur Eichelmast in den Wald zu treiben, aus Eicheln „Kaffee“ zu rösten und in Notzeiten sogar das Mehl aus Getreide durch Eichelmehl zu strecken.

Holz

Das Kernholz der Eichenstämme ist sehr fest und schwer. Eichenholz lässt sich gut zu wertvollen Möbeln verarbeiten. Wegen der überaus guten Fäulnisresistenz, was auf den hohen Gerbstoffanteil des Holzes zurückzuführen ist, wird es aber auch im Schiffsbau, für den Gruben- und Schachtbau und für die Herstellung von Fässern verwendet. Zudem besitzt Eichenholz einen sehr hohen Brennwert.

Waldbau

Sowohl die Stiel als auch die Traubeneiche sind lichtbedürftige Baumarten, die bei uns von der Ebene bis in 1000 Metern Höhe in Laubmischwäldern – besonders häufig in Hainbuchengesellschaften anzutreffen sind. Der Baum braucht einen tiefgründigen und basischen bis schwach sauren Boden und bevorzugt ein wintermildes luftfeuchtes Klima. Gegenüber Spätfrösten ist die Eiche empfindlich, Staunässe und Überschwemmungen verträgt sie ebenfalls nicht. An der Zusammensetzung des Pforzheimer Walds hält die Eiche einen Anteil von 11%.

Für die Tierwelt des Waldes ist die Eiche von großer Bedeutung. Etwa 1000 Insektenarten leben auf ihr. Besonders bekannt ist darunter der Hirschkäfer, dessen Verbreitung vom Vorhandensein alter Eichen abhängig ist. Weitere Insekten, die nur auf Eichen leben, sind die verschiedenen spezialisierten Gallwespen, deren Gallen man früher zur Tintenherstellung nutzte (Eichengallustinte). Zur Verbreitung des Baums tragen Eichelhäher und Eichhörnchen bei, die die Eicheln als Wintervorrat verstecken. Die jungen Bäume werden allerdings von Wild gern angefressen, so dass man, um junge Eichen zu schützen, häufig einen Wildzaun aufstellen muss.

Die Umtriebszeit beträgt bei Schneidholz 140 – 180 Jahre und für die Erzielung von Furnierholz 250-300 Jahre. Früher gab es auch den Eichenschälwald mit einer Umtriebszeit von nur 12 – 20 Jahren. Man gewann dabei die junge noch glatte Rinde (Gerberlohe), die sich aufgrund ihres hohen Gerbstoffgehalts zur Ledergerbung eignet. Heute werden dazu überwiegend synthetisch hergestellte Gerbstoffe benützt.