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An Glasscheiben tödlich verunglücktes Braunkehlchen am Hilda-Gymnasium 2017

Schon vor Jahrzehnten wurde von Vogelschützern beklagt, dass Glas immer häufiger im Hausbau verwendet wird und Vogelschlag verursacht. Der Trend zu Glas als Baumaterial und Gestaltungsmittel in der Architektur dürfte sich in letzter Zeit sogar noch weiter verstärkt haben! Nie war es deshalb so wichtig wie heute, dass Architekten, Planer, Bauherren, Behörden, Hausbewohner u.a. sich diesem Thema widmen und Verantwortung übernehmen! Die Nichtberücksichtigung des Vogelschlag-Problems bei Bauvorhaben kann einen Verstoß gegen den § 44 (1) BNatSchG darstellen und einen rechtlichen Mangel bedeuten. Dieser Paragraph § 44 BNatSchG unterliegt nicht der Abwägung im Genehmigungsprozess. Da alle wildlebenden Vögel in Deutschland mindestens besonders geschützt sind, gilt der § 44 BNatSchG auch im Zusammenhang mit "Vogelschlag an Glas". Dabei ist die Absicht unerheblich, es genügt ein In-Kauf-nehmen.

Wie viele Vögel pro Jahr durch Anprall an Glasflächen umkommen, ist nicht genau bekannt. Schätzungen gehen europaweit von 240.000 Vogelopfern pro Tag aus!  Weltweit könnten es Milliarden sein. Sich spiegelnde Bäume, Durchsichten durch Gebäude auf gegenüberliegende Bäume sind vor allem hochproblematisch. Das große Ausmass des Vogelschlag-Problems und seine Folgen für die Natur und uns selbst kann nicht verharmlost werden! Die Fotos oben zeigen einzelne Beispiele aus Pforzheim.

Dabei gibt es relativ einfache Mittel und Wege, um schon in der Planung als auch nachträglich an schon bestehenden Glasflächen den Vogeltod zu verhindern! So gibt es z.B. konstruktive Lösungen, hochästhetische Mittel und Materialien und auch spezielle Glas-Arten, die den Vogelschutz nachhaltig unterstützen!

Folgende Links bieten eine Fülle an allgemeinverständlichen Informationen:

1  Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht (Schweizerische Vogelwarte Sempach)

2   Vogelkiller Glas (Schweizerische Vogelwarte Sempach)

3  Vogelanprall an Glasflächen (Wiener Umweltanwaltschaft)

Fachlich sinnvoll und rechtlich erforderlich ist es natürlich, schon bei der Planung eines Gebäudes alle Möglichkeiten zur Verhinderung des Vogelschlages zu berücksichtigen. Dies erspart aufwändiges Nachrüsten, das rechtlich im Anprallfall zwingend eingefordert wird. Architekten können sich inzwischen nicht mehr auf Unkenntnis berufen.

Informieren Sie sich! Helfen Sie mit! Es ist wichtig!