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Als auch die Ermittlung der Zahl der von Lärm betroffenen Menschen, der Anzahl der betroffenen Wohnungen, Schulen und Krankenhäusern sowie der belasteten Flächen (Betroffenheitsanalyse).  Die Vorgehensweise bei der Strategischen Lärmkartierung ist dabei in der Verordnung über die Lärmkartierung (34. BImSchV) detailliert geregelt. Die Lärmkarten sind danach getrennt für die einzelnen Lärmarten (in Pforzheim der Straßenverkehr und einige, gesetzlich definierte Industriebetriebe) und jeweils für die Betrachtungszeiträume L DEN (Day-Evening-Night) - Lärmindex für den ganzen Tag und L Night (Lärmindex für die Nacht von 22 – 6 Uhr) zu erstellen. Die Erstellung der Lärmkarten erfolgt ausschließlich auf der Grundlage eines bundeseinheitlichen, standardisierten Berechnungsverfahrens, Lärmmessungen sind nach der Verordnung über die Lärmkartierung nicht vorgesehen.

Zur Erarbeitung der Lärmkarten wurden für den Ballungsraum Pforzheim folgende Eingangsdaten herangezogen:

  • Digitales Geländemodell für das gesamte Stadtgebiet von ca. 100 km² mit Geländehöhen von etwa 230 m üNN und 600 m üNN
  • Digitales Gebäudemodell (Grundriss, Höhe, Reflexionseigenschaften, Anzahl Einwohner und Nutzungsart) für 17.330 Gebäude mit insgesamt 116.485 Einwohner, darunter 80 Schulgebäude und 15 Krankenhausgebäude
  • Digitales Straßenmodell für Straßen mit mehr als 4.000 Fahrzeugen täglich (Straßenlage, Emissionsparameter, Lärmschutzwände und –wälle mit Lage, Höhe, Material). Das untersuchte Straßennetz weist eine Länge von etwa 300 km auf, die Gesamtlänge der Lärmschutzwände und –wälle beträgt etwa 17 km, davon befindet sich ein Großteil im Bereich der Autobahn A 8.
  • Gewerbedaten (Lage, z.T. Immissionswerte) für 5 Industriebetriebe im Ballungsraum Pforzheim bzw. unmittelbar daran angrenzend (bis zu einem Abstand von 500 m, sofern sie lärmrelevante Auswirkungen auf den Ballungsraum haben) mit einer Gesamtfläche von ca. 0,07 km²

Mit den Eingangsdaten erfolgte die flächenhafte Berechnung der Geräuschimmissionen. Bei einem Rechengebiet von etwa 100 km² und einer geforderten Auflösung von 10 m x 10 m ergaben sich über 1 Million zu berechnende Rasterpunkte. Die Berechnungshöhe an den Gebäudefassaden beträgt 4 m über Gelände.

Die Rechenergebnisse wurden in Lärmkarten mit einem Maßstab von 1:10.000, jeweils getrennt für Straßenverkehr L DEN und Straßenverkehr L Night sowie Industriebetriebe L DEN und Industriebetriebe L NIGHT, dargestellt. Die grafische Darstellung der berechneten Lärmsituation erfolgt dabei durch Isophonen-Bänder (farbliche Abstufung in 5 dB(A) – Schritten). Die 34. BImSchV schreibt hierzu vor, den L DEN ab 55 dB(A) bis über 75 dB(A) und den L NIGHT ab 50 dB(A) bis 70 dB(A) auszuweisen.

Darüber hinaus wurden Konfliktkarten für den Straßenverkehr bezogen auf die Lärmindizes L DEN und L Night erstellt (Anmerkung: für die Industriebetriebe wurden keine Konfliktkarten erstellt, nachdem dort keine Konflikte festgestellt wurden). Die Konfliktkarten heben die Wohngebäude, bei denen die in Baden-Württemberg eingeführten Auslösewerte von 70 dB(A) tags und 60 dB(A) nachts überschritten werden, farblich hervor.

Zusätzlich zum gesetzlichen Ermittlungsauftrag wurden zur Festlegung der vorrangigen Bearbeitungsschwerpunkte noch die Lärmbrennpunkte im Stadtgebiet („Hot-Spots“)  ermittelt. Diese Hot-Spots ergeben sich durch eine Verknüpfung der ermittelten Lärmpegel mit der  Anzahl der Betroffenen, wobei hohe Lärmpegel und hohe Betroffenheiten überproportional bewertet wurden (sog. „Noise Score“). Erst mit diesem Verfahren ist es möglich, im Rahmen der Lärmaktionsplanung die bedeutendsten Lärmbrennpunkte in Pforzheim identifizieren und dort Maßnahmen entwickeln zu können. Die Ergebnisse der Hot-Spot-Analyse sind im Abschnitt Lärmaktionsplan dargestellt.

Die Betroffenheitsanalyse umfasst die betroffenen Menschen je Pegelklasse, die Anzahl der Wohnungen in Pegelbereichen, die Anzahl der Schulen und Krankenhäuser in Pegelbereichen sowie die Gesamtfläche der belasteten Flächen.

Einzelheiten zur Lärmkartierung (Eingangsdaten, Rechenmodell, Ergebnisse) können dem Schalltechnischen Gutachten zur Lärmkartierung entnommen werden.

Nach der Verordnung über die Lärmkartierung hat die Stadt Pforzheim die Öffentlichkeit über die Lärmkarten in verständlicher Darstellung und leicht zugänglichen Formaten zu informieren. Für die Verbreitung sollen elektronische Kommunikationsmittel, z. B. Verknüpfungen zu Internet-Seiten, auf denen die zu verbreitenden Lärmkarten zu finden sind, verwendet werden. Mit der nachfolgenden Veröffentlichung der Strategischen Lärmkarten auf der Homepage der Stadt Pforzheim wird diesen Anforderungen in vollem Umfang Rechnung getragen.