Online-Umgangsformen auf pforzheim.de

 

Jeder kann sich auf die im Grundgesetz verbürgte Meinungs- und Informationsfreiheit berufen. Dies schließt den unabhängigen und freien Zugang zu Informationen sowie die Freiheit der Kritik ein.

Alle Menschen, die Inhalte in das Internet einstellen sind Anbieter und machen von diesem Freiheitsrecht Gebrauch. Sie sind Verbreiter von Informationen und Meinungsäußerungen über das Medium des World Wide Web. Damit ist die Wirkung ihrer Handlungen nicht mehr nur auf das private Umfeld begrenzt. Die Öffentlichkeitswirkung ist dem Handeln von Presse, Rundfunk oder Fernsehen vergleichbar und kann unter Umständen schwerwiegende Folgen für unbeteiligte Dritte auslösen.

"Denke daran, dass ein Chat oder ein Forum nicht unbedingt privat ist."

Anbieter, die Texte und Bilder in das World Wide Web stellen, müssen sich deshalb bewusst sein, dass diese Inhalte die Interessen und Rechte derer berühren können, über die sie auf ihren Sites Informationen verbreiten.

"Vergiss niemals, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt!" (Die Netikette, http://www.uni-leipzig.de/netikett.htm)

Nicht nur für die Medien, sondern auch für alle Anbieter bedeutet der Gebrauch der Meinungs- und Informations-Freiheit deshalb ganz besonders auch Übernahme von Verantwortung. Die eigenen Freiheitsrechte enden dort, wo die Rechte Dritter oder allgemein anerkannte gesellschaftliche Regeln verletzt werden. Wer Texte und Bilder im Internet verbreitet, muss deshalb gesetzliche und ethische Grenzen einhalten.

Der Anbieter hat insbesondere Folgendes zu beachten:

  1. Achtung vor der Wahrheit und Wahrung der Menschenwürde. Wer schmäht, der beleidigt und verlässt den Rahmen zulässiger Meinungsäußerung.
  2. "Zeige Respekt gegenüber anderen Chattern. Vermeide, wenn möglich, Schimpfwörter ..." 
  3. Veröffentlichung von Sachverhalten aus dem privaten Lebensbereich Dritter können deren Recht auf Diskretion und damit Persönlichkeitsrechte verletzen. Dies gilt natürlich für alles Intime, aber auch für unverfängliche Themen wie Urlaub, Haus und Beruf oder für Themen, in denen es um Vorwürfe und Kritik an Personen geht.
  4. Es widerspricht sowohl rechtlichen als auch ethischen Regeln, unbelegte Behauptungen und Beschuldigungen über andere, insbesondere ehrverletzender Art, zu veröffentlichen.
  5. "Bedenken Sie bitte auch: Vielleicht lesen Ihre zukünftigen Kollegen oder Ihr zukünftiger Chef mit. Vorurteile bilden sich leicht." (Die Netikette, http://www.uni-leipzig.de/netikett.htm)
  6. Veröffentlichungen in Wort und Bild, die das sittliche oder religiöse Empfinden einer Personengruppe nach Form und Inhalt wesentlich verletzen können, sind mit der Verantwortung des Anbieters nicht zu vereinbaren. Wer religiöse Bekenntnisse beschimpft, kann strafrechtlich verfolgt werden.
  7. Die Verbreitung pornografischer Schriften in Wort und Bild ist verboten und strafbar.
  8. Es ist ebenfalls verboten, mit Wort und/oder Bild zu Straftaten aufzurufen oder dafür Anleitungen zu liefern.
  9. Der Anbieter verzichtet auf unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt und Brutalität. Unangemessen sensationell ist eine Darstellung, wenn in dem verbreiteten Text der Mensch zum Objekt, zu einem bloßen Mittel, herabgewürdigt wird. (Deutscher Presserat: http://www.presserat.de)
  10. Niemand darf wegen seines Geschlechts oder seiner Zugehörigkeit zu einer rassischen, ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden.
  11. Veröffentlichungen dürfen den Gebrauch von Drogen nicht verharmlosen.
  12. Veröffentlichungen zu werblichen Zwecken dürfen nur auf den dafür vorgesehenen Plätzen verbreitet werden. Die Belästigung anderer mit unaufgefordert zugeleiteten Werbemails ist nicht erlaubt.
  13. Wer ohne Erlaubnis fremde Texte, Bilder, Programme, Lieder etc. übernimmt und verbreitet, verletzt fremdes Urheberrecht.

Anmerkung

Die hier formulierten Grundsätze haben sich u. a. aufgrund langjähriger Erfahrung im Journalismus entwickelt und sind auf das Netz übertragbar. Sie sind allgemein anerkannte, etablierte Standards geworden, zum Teil gesetzlich fixiert, zum Teil vom Deutschen Presserat im Laufe der Zeit im Pressekodex zusammengetragen. Und sie werden in Ansätzen nun auch unter den Begriffen Netikette oder Netiquette auf das Internet übertragen. Bisher bildeten sie schon einen gemeinsamen Nenner für die Beurteilung, was öffentlich verbreitet werden darf und was nicht.

Die Zusammenfassung dieser elementaren Standards in den Online-Umgangsformen erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie soll einen Überblick verschaffen und helfen, alle Beteiligten, Sie und uns, möglichst vor Ärger zu bewahren.

Regelungsbedarf entsteht nicht am grünen Tisch, sondern in der Tagespraxis, ein starres Normenschema widerspricht den Bedürfnissen freier Kommunikation. Die Praxis und die sich wandelnden gesellschaftlichen Bedingungen machen ein ständiges Nachdenken über die Regeln und eventuell Änderungen notwendig. So wird es auch bei unseren Online-Umgangsformen sein.



Bookmark bei mister wongBookmark bei del.icio.usBookmark bei digg.comBookmark bei twitter.netBookmark bei linksilo.comBookmark bei studivz.netBookmark bei myspace.comBookmark bei google.comBookmark bei stumbleupon.com
nach oben
Bürgerservice:
Anliegen
Lebenslagen
Organisationsstruktur
Top15
Suche starten
 
navigation footer print