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Neben Erasmus von Rotterdam zählt Reuchlin zu den wichtigsten europäischen Humanisten. Eines seiner Hauptanliegen war es, durch Sprachenstudium die lateinischen, griechischen und hebräischen religiösen und philosophischen Urtexte wieder zu erschließen. Damit wurde er zu einem der Vorläufer der Reformation. Heute gilt Reuchlin als Vorbild der Toleranz und des interreligiösen Dialogs, da er sich vehement für den Erhalt des jüdischen Schrifttums einsetzte.

Die Stadt Pforzheim hat es sich seit Jahrzehnten zur Aufgabe gemacht, das Andenken an Johannes Reuchlin zu pflegen. Seit 1955 verleiht sie alle zwei Jahre den Reuchlinpreis für hervorragende geisteswissenschaftliche Leistungen; ebenfalls im 2-Jahres-Turnus finden wissenschaftliche Reuchlinkongresse statt. Von 1994 bis 2007 bestand mit den Forschern Matthias Dall’Asta und Dr. Gerald Dörner die Reuchlin-Forschungsstelle, die den vierbändigen kommentierten Briefwechsel des Humanisten bearbeitet und zum Druck vorbereitet hat.