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  • Fichtenzapfen
  • Männliche Blüte (Fichte)
  • Weibliche Flüte (Fichte)

Merkmale

Die gemeine Fichte ist ein immergrüner Nadelbaum. Mit bis zu 70 Metern Höhe, die sie im Freistand erreichen kann, ist die Fichte als potenziell höchster der einheimischen Nadelbäume anzusehen. Die Fichte kann etwa 600 Jahre alt werden, wird aber im Nutzwald als schnell wachsende Baumart im Alter zwischen 80 und 140 Jahren gefällt. 

Die gerbstoffreiche Rinde ist anfangs rötlichbraun, wird später graubraun und weist dann rundliche an den Rändern sich aufbiegende Schuppen auf. Die Äste verteilen sich wirtelig um den Stamm und sind im unteren Teil hängend, im mittleren Teil eher waagerecht abstehend. Im Unterschied zur Tanne sind die Nadeln der Fichte spitz und wirtelig rund um den Zweig verteilt. Sie sind im Querschnitt viereckig und sitzen auf vorspringenden Blattkissen. Ein entnadelter Fichtenzweig fühlt sich deshalb rau an. Auf jeder Seite ist an den Nadeln eine helle Spaltöffnungslinie zu erkennen.
Die Fichte bildet keine Pfahlwurzel aus und wurzelt je nach Beschaffenheit des Bodens mehr oder weniger tief. Bei Staunässe und schweren Böden ist die Wurzel flach und weit reichend (Tellerwurzel), solche Bäume können relativ leicht vom Sturm geworfen werden.
Im Alter von etwa 50 Jahren wird die Fichte geschlechtsreif und bildet dann männliche und weibliche Blütenstände aus. Die zapfenförmigen weiblichen Blütenstände sind zunächst grün gefärbt und stehen aufrecht. Nach der Befruchtung neigen sie sich abwärts und weisen zur Reifezeit im Herbst eine braune Färbung auf. Bei trockener Witterung öffnen sich die Schuppen und die Samen fliegen mit dem Wind vom Baum. Später fallen die Zapfen dann im Unterschied zu denen der Tanne als ganzes vom Baum.

Waldbau

Von Natur aus kommt die Fichte vorwiegend in subalpinen Lagen bis zu einer Höhe von 2000 Metern vor. Waldbaulich wird sie aber seit dem 18.Jahrhundert in ganz Deutschland angepflanzt und hat sich seither wegen ihrer leichten Anbaubarkeit, ihrer hohen Produktivität und wegen ihrer vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten zur zahlenmäßig wichtigsten Baumart entwickelt. Man spricht vom „Brotbaum der Forst- und Holzwirtschaft“. In den letzten Jahrzehnten hat sich aber gezeigt, dass vor allem Fichtenreinbestände auf eher ungünstigen Standorten von vielen Gefahren, wie Windwurf, Schneebruch, Schädlingsbefall und Wildverbiss bedroht sind. Saurer Regen, Hitze und Dürreperioden setzen der Fichte besonders zu. Forstlich legt man heute deshalb wieder mehr Augemerk auf die Erzielung eines gesunden Mischwalds und begründet weniger Fichtenreinbestände.
In Pforzheim beträgt der Anteil der Fichte am Gesamtbestand 12 %.

Holz

Das Holz der Fichte ist weiß, harzreich und tragfest. Hauptsächlich wird Fichtenholz als Bauholz verwendet. Daneben wird es zu Spielzeug, Möbeln und Täfelungen verarbeitet und ist auch als Resonanzboden für Streichinstrumente in Gebrauch.