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Verkehrliches Leitbild

Allgemeine Ziele

Bild: VEP Pforzheim 2020

In Sinne der sozialverträglichen Stadtentwicklung sollen für alle Verkehrsteilnehmer gleichwertige Mobilitätschancen geschaffen werden.

Der Verkehr ist stadt- und umweltverträglich abzuwickeln. Aus diesem Grund ist die Nutzung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes zu fördern. Künftig sollen wieder - wie bereits in Jahr 1990 - 50% aller Wege zu Fuß, mit dem Rad oder mit Bus und Bahn zurückgelegt werden.

Um diese Ziel zu erreichen, sind wesentliche Anstrengungen zur Förderung des Rad- und Fußgängerverkehrs sowie des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) erforderlich.

Kfz-Verkehr

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Das Straßennetz ist so weiterzuentwickeln, dass jede Straße ihrer Funktion optimal gerecht wird. Bestehende Engpässe sind zu beseitigen und die Errreichbarkeit wichtiger städtischer Ziele aus Stadt und Region mit dem Auto zu gewährleisten.

Innovatives Verkehrsmanagement soll zur verbesserten Verkehrsführung und -lenkung eingesetzt werden. Wohngebiete sind von quartiersfremden Verkehr zu entlasten. Wichtige Grundlage hierfür stellt die Definition eines Vorbehaltsstraßennetzes dar. Dabei sind Achsen festzulegen, die vorrangig vom Kraftfahrzeugverkehr genutzt werden sollen.

Verkehrsorganistorische Maßnahmen sind einem Neubau unbedingt vorzuziehen. Investitionen, die eine Konkurrenzsituation zu den Verkehrsmitteln des Umweltverbundes darstellen, müssen vermieden werden.

Öffentlicher Personennahverkehr

Bild: VEP Pforzheim 2020

Zur Erhöhung des Anteils der ÖPNV-Wege am Gesamtverkehr ist ein Qualitätssprung im Angebot und der Fahrgastbedienung erforderlich. In diesem Sinne sollten Überlegungen zur Weiterentwicklung des Busverkehrs bzw. zur Einrichtung eines städtischen Straßenbahn- oder Stadtbahnsystems geprüft werden.

Für die Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel ist ein barrierefreier und attraktiver Zugang zu den Haltestellen und Fahrzeugen zu gewährleisten. In dem Zusammenhang kommt der fahrgastfreundlichen, betrieblich optimierten und städtebaulich angepassten Neugestaltung des ZOB sowie der zentralen Haltestelle Leopoldplatz/Leopoldstraße eine herausragende Bedeutung zu. 

Parken

Bild: VEP Pforzheim 2020

Für die Parkierungseinrichtungen ist eine gute fußläufige Erreichbarkeit ebenso wie eine problemlose Zu- und Abfahrt sicherzustellen. In den Zielbereichen ist der Anwohner- und Kunden- bzw. Besucherverkehr zu priorisieren. Dies bedeutet, dass freie Kapazitäten in Parkhäusern und Tiefgaragen für Kurzzeitparker und/oder Anwohnerplätze genutzt werden und Langzeitstellplätze für Beschäftigte in peripheren Parkierungsanlagen bereitzustellen sind. Der Straßenraum ist von ruhendem Verkehr zu entlasten.

Fußgänger- und Radverkehr

Zur Förderung des Fußgänger- und Radverkehrs ist dessen Wegenetz auszubauen. Wesentlicher Bestandteil eines attraktiven Angebots für Fußgänger sind möglichst durchgängige direkt geführte Wegesysteme mit sicheren Querungsmöglichkeiten sowie Anbindung wesentlicher Zielbereiche (Schulen, Sportanlagen, etc.).

Die Weiterentwicklung des Radverkehrsnetzes sollte dabei in erste Linie im Zuge geeigneter Achsen sowie innerhalb der Stadtteile ansetzen. Zusätzlich sind geeignete Fahrradabstellanlagen in allen wichtigen Zielbereichen einzurichten.

Stadtraum

Bild: VEP Pforzheim 2020

Trennende Elemente im Stadtgefüge sollen überwunden werden, um ein Zusammenwachsen stadtstrukturell zusammengehöriger Bereiche zu ermöglichen.

Die Identität der Innenstadt sowie der Stadtteile soll durch eine verbesserte Gestaltung der Straßenräume und Plätze weiter gestärkt werden. Durch Verkehrsberuhigung und Rückbau lassen sich zusätzliche Aufenthaltsflächen für die Bewohner und Besucher gewinnen. Bestehende Grünanlagen sind qualitativ aufzuwerten, zugänglich zu machen und weiterzuentwickeln.

Ziel ist eine Stadt der kurzen Wege, dies beinhaltet:

  • funktionale Durchmischung von Stadtquartieren, d.h. Verflechtung von Wohnstandorten, Arbeitsplätzen, Versorgungs- und Freizeiteinrichtungen
  • Vorrang der Innenentwicklung
  • Verbrauchernahe Versorgung durch fußläufige Erreichbarkeit
  • Stärkung der Nahmobilität