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ÖPNV

Stadtbahnausschleifung

K18
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PLAN K18

Um eine direkte Anbindung der Pforzheimer Innenstadt an die Stadtbahn zu ermöglichen, wurde eine Ausschleifung der Stadtbahnlinie S 6 in zwei Varianten untersucht:

-Kurze Ausschleifung (über Durlacher Straße - Leopoldplatz - Bahnhofstraße) mit dem neuen Stadtbahn-Haltepunkt Leopoldplatz

-Lange Ausschleifung (über Westliche Karl-Friedrich-Straße - Leopoldplatz - Bahnhofstraße) mit den neuen Stadtbahn-Haltepunkten Fritz-Erler-Schule, Kulturhaus Osterfeld und Leopoldplatz

Diese Ausschleifungen wurden im Zusammenhang mit einer Verlängerung der Stadtbahnlinie S 6 nach Niefern-Öschelbronn betrachtet.

Die Fahrgastzunahme bezogen auf Pforzheim beläuft sich bei beiden Varianten auf weniger als 0,5 %. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich für Fahrgäste mit dem Ziel Innenstadt keine nennenswerten Reisezeitgewinne ergeben. Für durchgehende Fahrten verlängert sich die Reisezeit aufgrund Aufenthaltszeiten an zusätzlichen Haltepunkten bzw. Behinderungszeiten im Zuge des Linienweges durch die Innenstadt. Mit den notwendigen technischen Voraussetzungen (hohe Bahnsteigkanten und lange Bahnsteige) bringt ein Stadtbahnsystem zudem für die Innenstadt städtebauliche Nachteile mit sich.

Eine Stadtbahnausschleifung führt nicht zu den gewünschten modalen Verlagerungen auf den ÖPNV und ist im Sinne des Leitzieles, künftig 50% aller Wege mit den Verkehrsmitteln des Umweltverbundes zurückzulegen, nicht zielführend.

Grundsätzlich ist jedoch eine Förderung des schienengebundenen Personennahverkehrs (SPNV) in der Region durch eine Verbesserung des Angebots auf den bestehenden Strecken anzustreben. Hierfür kommt im wesentlichen die Einrichtung neuer Haltepunkte sowie eine Taktverdichtung in Betracht. Welche infrastrukturellen Maßnahmen hierfür die Voraussetzung darstellen, ist noch im Einzelnen zu untersuchen.

PLAN K19

Bislang sind die Haltepunkte Durlacher Straße, Dillstein und Ispringen-West in den vorliegenden Planungen berücksichtigt. Durch die Einrichtung weiterer Haltepunkte in den Bereichen Zeppelinstraße und Kühler Grund werden zusätzlich Fahrgastpotenziale in der Oststadt und in Eutingen-Ost/Nägelishälden erschlossen. Optional ist ein zusätzlicher Haltepunkt Anshelmstraße und eine Verlängerung der Stadtbahnlinie S 6 nach Niefern denkbar.

Straßenbahnsystem

K20

Die in Pforzheim zu erwartenden Fahrgastzahlen lassen grundsätzlich die Einrichtung eines Straßenbahnsystems zu. Um eine hohe verkehrliche Wirksamkeit zu erzielen, sind die Bereiche mit den größten Fahrgastpotenzialen anzubinden. Hierzu zählen u. a. das Stadtzentrum, der Hauptbahnhof, Einwohnerschwerpunkte, die Fachhochschule und Schulen.

PLAN K20

Unter Berücksichtigung einer zusammenhängenden Netzstruktur und der Notwendigkeit einer zentralen Verknüpfung der Linien am Hauptbahnhof ergibt sich ein Straßenbahnnetz mit den folgenden Ästen:

-Arlinger - Leopoldplatz - Hbf Pforzheim - Eutingen

-Wilferdinger Höhe - Leopoldplatz - Hbf Pforzheim - Haidach

-Buchbusch - Leopoldplatz - Hbf Pforzheim - Büchenbronn

Die höchsten Fahrgastzahlen treten auf den Streckenabschnitten zum Buckenberg (bis 10.600 Fahrgäste/24 h), nach Brötzingen (bis 9.000 Fahrgäste/24 h) und zur Südweststadt (bis 8.000 Fahrgäste/24 h) auf. Auf den außenliegenden Linienästen werden teilweise nur geringe Fahrgastzahlen erreicht. Für den Bau einer Straßenbahn sollte die Streckenbelastung nicht unter 3.500 Fahrgästen/24 h fallen.

Die Einführung eines vollständigen Straßenbahnsystems ergibt eine Zunahme des ÖV-Wegeanteils am Gesamtverkehr um 5%.

Unter den gegebenen Höhenverhältnissen im Stadtgebiet ist die Realisierung gewissen Einschränkungen unterworfen, so kann die Straßenbahn Neigungen bis maximal 10% bewältigen. Deshalb ist eine direkte Linienführung nicht überall möglich (z. B. auf den Relationen Innenstadt - Südweststadt und Innenstadt - Buckenberg/Haidach).

Alternativ werden Überlegungen zu einem höherwertigen Bussystem angestellt, in denen die Vorteile eines Straßenbahnsystems aufgegriffen werden (eigene Trasse etc.).

Höherwertiges Bussystem

Anlage_3
K21

Das bestehende konventionelle Bussystem ist zu einem qualitativ hochwertigen System weiterzuentwickeln. Hierzu kommen insbesondere folgende Maßnahmen in Frage:

-Ausbau von Stammstrecken

-Neubau des ZOB

-Optimierte Beeinflussung von Lichtsignalanlagen

-Busbevorrechtigung im Streckennetz

-Optimierung des Busbetriebes

-Dynamische Fahrgastinformation

-Verbesserung der Ausstattung der Fahrzeuge

ANL. K3 Eine ausführliche Auflistung einzelner Elemente eines höherwertigen Bussystems sind in Anlage K3 dargestellt.

PLAN K21 Herausragende Bedeutung kommt der Bevorrechtigung des Busverkehrs zu. Hierfür werden auf Grundlage der heutigen Bedienung und dem künftigen Aufkommen Stammstrecken festgelegt im Zuge derer der Busverkehr weitestgehend behinderungsfrei abgewickelt werden soll. Maßnahmen zur Busbeschleunigung sind der Bau eigener Trassen (räumliche Inseln) und betrieblich organisatorische Maßnahmen (zeitliche Inseln) sowie die Gestaltung von Haltestellenkaps, die Entlastung und ÖV-gerechte Gestaltung der Routen, etc. Verbesserungen zur Busbevorrechtigung sind mit den Nutzungsansprüchen der übrigen Verkehrsmittel abzustimmen.

Das Zusammenführen möglichst vieler Einzelmaßnahmen führt zu einem qualitativ hochwertigen Gesamtsystem. Durch das höherwertige Bussystem ist eine modale Verlagerung von etwa 3% auf den ÖPNV erreichbar.

Für die Überlagerungsbereiche des MIV-Vorbehaltsnetzes sowie der ÖV-Stammstrecken sind auch die Möglichkeiten des Verkehrsmanagements zu berücksichtigen.