Inhalt

Westtangente

K6_1
K6_2
K6_3
K7-1
K7_2
K7_3

Der 1. Bauabschnitt der Westtangente von der Autobahnanschlussstelle Pforzheim West bis zur Bundesstraße B 294 ist bereits planfestgestellt. Der 2. Bauabschnitt von der B 294 bis ins Nagoldtal an die B 463 ist im weiteren Bedarf der Bundesverkehrswegeplanung berücksichtigt. Mit der Sonnenbergauffahrt wurde ein weiteres Element in die Netzüberlegungen des VEP eingebracht, welches die Verbindung zwischen der Westtangente und der Büchenbronner Straße (L 562) herstellen soll. Eine Realisierung des2. BA und der Sonnenbergauffahrt ist derzeit noch nicht absehbar.

Die Wirkung der Westtangente wird daher für zwei Teilabschnitte betrachtet. Für den 1.BA ist dabei zusätzlich eine Weiterführung bis ins Gewerbegebiet Oberes Enztal vorgesehen:

- 1. Bauabschnitt + Weiterführung ins Gewerbegebiet Oberes Enztal

- 2. Bauabschnitt + Sonnenbergauffahrt

PLAN K6         Durch den 1. BA der Westtangente mit Weiterführung ins Gewerbegebiet Oberes Enztal wird eine flächige Entlastung der Innenstadt-Achsen erreicht (Bahnhofplatz: -1.100 Kfz/24 h, Zerrennerstraße: -1.200 Kfz/24 h). Dabei wirken die Westtangente und die Bundesautobahn A8 verkehrsbündelnd. Die Achse Brötzinger Brücke - Westliche Habermehlstraße, auf der bereits heute Engpässe bestehen, wird durch den 1. BA nicht wesentlich entlastet. Zur Beseitigung dieses Engpasses ist in dem Bereich ein Ausbau erforderlich.

PLAN K7         Die Weiterführung der Westtangente ins Nagoldtal (2. BA) und die Sonnenbergauffahrt verstärken die Entlastungseffekte in der Innenstadt wesentlich. Gegenüber dem Prognosebezugsfall 2020 wird er Bahnhofplatz wird um ca. 1.600 Kfz/24 h und die Zerrennerstraße um ca. 1.800 Kfz/24 h entlastet. Des weiteren sind auf der Jahnstraße Reduzierungen um etwa 4.100 und auf der Calwer Straße um etwa 2.200 Fahrzeuge täglich zu verzeichnen. Die westliche Habermehlstraße wird um ca. 6.000 Kfz/24 entlastet. Ein Ausbau der Achse Brötzinger Brücke - westliche Habermehlstraße zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit ist nicht mehr erforderlich.

Die Sonnenbergauffahrt darf nicht unabhängig vom 2. BA betrachtet werden. Eine Realisierung der Sonnenbergauffahrt ohne den 2. BA führt zu unverträglichen Zusatzbelastungen in den Bereichen Auf der Rotplatte, Friedensstraße (Bahnübergang) und Ludwigsplatz in Dillstein ebenso wie auf der Kräheneckstraße zwischen Dillstein und Weißenstein.

Aufgrund der deutlichen Entlastungseffekte ist der Komplettausbau der Westtangente anzustreben. Die Entlastungen sind flächig, sie müssen jedoch ergänzt werden, um umfassende Umgestaltungen im Sinne einer städtebaulichen Aufwertung zu ermöglichen. Die Westtangente stellt daher keinen Ersatz für Neuordnungen in der Innenstadt dar.

Innenstadtring und Parkring

K8

PLAN K8

Zur Verbesserung der Erreichbarkeit und Verminderung der verkehrlichen Belastungen ist die Definition eines leistungsfähigen Innenstadtringes und Parkringes erforderlich.

Um auch die Areale Schloßberg/Schloßkirche, Emma-Jäger-Bad und Inselschule in die Kernstadt einzubeziehen, wird der Innenstadtring im Westen über die Altstädter Brücke und die Parkstraße geführt.

Der Parkring wird enger gefasst, um die wichtigsten Parkierungseinrichtungen anzubinden. Im Westen und Norden überlagert sich im heutigen Straßennetz der Parkring mit dem Innenstadtring. Die Weiterführung erfolgt über den Schloßberg, die Deimlingstraße und die Zerrennerstraße.

Ein Betrieb des Innenstadtringes im Einrichtungsverkehr mit Kreisverkehren als Knoten­punkte wurde anhand eines Netzfalles überprüft. Dabei treten längere Fahrtzeiten und höhere Wegelängen sowie unverträgliche Zusatzbelastungen im Nebennetz auf. Aufgrund der hohen Verkehrsstärken ist der leistungsgerechte Einsatz von Kreisverkehren nicht durchgängig möglich. Zudem besteht an Kreisverkehren keine Möglichkeit der Verkehrsbeeinflussung.

Ein verkehrsoptimierter Innenstadtring muss deshalb im Zweirichtungsverkehr betrieben werden. Die Knotenpunkte werden mit Lichtsignalanlagen betrieben.

Leistungsfähige Ost-West-Achse

K9
K10

PLAN K9

Zur leistungsgerechten Abwicklung des Verkehrs und Verbesserung der Innenstadterreichbarkeit ist mindestens eine leistungsfähige Ost-West-Achse erforderlich. Auf dieser Achse sollen die in Ost-West-Richtung verlaufenden Verkehre weitestgehend gebündelt und die Bereiche Zerrennerstraße, Bahnhofplatz und Nordstadt entlastet werden. In diesem Zusammenhang wurden drei verschiedene Varianten betrachtet:

  • Ausbau Güterstraße mit Verbindung zur Unteren Wilferdinger Straße
  • Tunnel Lindenstraße - Luisenstraße
  • Tunnel Zerrennerstraße + Unterbrechung der Zerrennerstraße

Variante

Leistungsfähige Ost-West-Achse

Entlastung am Querschnitt (Kfz/24h)

Gesamt-bewertung

Zerrenner-straße

Bahnhof-platz

Nordstadt

Ausbau Güterstraße + Verbindung zur Unteren Wilferdinger Straße

+

++

++

5+

Tunnel

Lindenstraße - Luisenstraße

++

2+

Tunnel Zerrennerstraße + Unterbrechung

++

+

3+

Tabelle 1: Verkehrliche Wirkung der Varianten für eine leistungsfähige Ost-West-Achse

Der Ausbau der Güterstraße mit Verbindung zur Unteren Wilferdinger Straße erzielt die besten Entlastungswirkungen und bündelt die in Ost-West-Richtung verlaufenden Verkehrsströme. Bei dem Tunnel Lindenstraße - Luisenstraße bzw. Zerrennerstraße bleiben die Verkehrsstärken auf den parallelen Achsen vergleichsweise unvermindert.

Zur Entlastung der Innenstadtachsen und verbesserten Führung der innenstadtbezogenen Verkehre wird ein zusätzlicher Enzübergang östlich der Altstädter Brücke in die Planungen eingebracht. Um einen Netzzusammenhang herzustellen, ist es sinnvoll die ausgebaute Güterstraße mit dem Östlichen Enzübergang zu verknüpfen. Dabei ist eine möglichst direkt geführte Verbindung von der Anshelmstraße über die Östlichen Karl-Friedrich-Straße bis zur Kanzlerstraße herzustellen.

Auf Grundlage dieser Überlegungen wurde der Ausbau der Güterstraße mit Verbindung zur Unteren Wilferdinger Straße und einem Östlichen Enzübergang, als Stadtring Nord-Ost, in einer Machbarkeitsuntersuchung vertieft betrachtet.

PLAN K10 Der Stadtring Nord-Ost setzt sich aus den folgenden Netzelementen zusammen:

  • -Unterführung der Bahngleise von der Unteren Wilferdinger Straße zur Güterstraße
  • -Bahnparallele Führung unter der Nordstadtbrücke hindurch
  • -Unterführung der Bahnanlagen von Höhe Fachmarktzentrum Am Hauptgüterbahnhof bis zur Östlichen Karl-Friedrich-Straße
  • -Ostendbrücke 

Nach Ausbau zum Stadtring Nord-Ost wird eine Verlegung des Innenstadtringes von der Achse Luisenstraße - Bahnhofplatz - Lindenstraße nach Norden auf die ausgebaute Güterstraße Neu empfohlen. Dadurch ergeben sich u. a. Möglichkeiten zur Umgestaltung des Bahnhofplatzes.

Entlastung besonderer Stadträume

K11
K12_1
K12_2

PLAN K11

Um die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu verbessern, sind die Verkehrsstärken auf den Innenstadtachsen zu reduzieren. Aus Stadtentwicklungssicht sind vorrangig die folgenden Bereiche vom Verkehr zu entlasten:

-Zerrennerstraße
-Bahnhofplatz

PLAN K12

Zur Verkehrsentlastung und städtebaulichen Aufwertung der Zerrennerstraße ist eine Umgestaltung zum Stadtboulevard und eine Neuordnung des Tiefgaragensystems vorgesehen. Der Querschnitt des Boulevards gliedert sich in zwei jeweils 3,50 m breite Richtungsfahrbahnen, einen 2,50 m breiten, begehbaren Mittelstreifen, der das sichere Queren für Fußgänger und Radfahrer ermöglicht sowie ausreichend breite Seitenbereiche. Eine hochwertige Oberflächengestaltung und durchgehende Begrünung werten den Stadtraum auf und erhöhen die Aufenthaltsqualität. Für den Busverkehr sind an der Haltestelle Am Waisenhausplatz Busspuren angeordnet.

Durch eine Änderung der Zufahrtssituation und optimale Verknüpfung der unterirdischen Parkflächen kann die Tiefgaragenerschließung verbessert werden. Eine Verlegung der Zufahrt und damit verbundener Wegfall der Zufahrtsrampen auf Höhe des Waisenhausplatzes ermöglicht eine verbesserte Querung der Zerrennerstraße für Fußgänger.

Optional ist die Einrichtung einer durchgehenden Tiefgaragenerschließung und Verknüpfung mit der Tiefgarage VolksbankHaus denkbar. Dies ermöglicht ca. 150 zusätzliche Stellplätze.

flankierende Maßnahmen

K13

PLAN K13

Um den MIV auf den Straßen des Vorbehaltsnetzes so weit wie möglich zu bündeln und ungewünschte Verlagerungen auf das Nebennetz zu vermeiden, sind flankierend Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung erforderlich. Die folgenden Straßenabschnitten sind in diesem Sinne umzugestalten:

-Schloßberg
-Kaiser-Friedrich-Straße
-Antoniusstraße/Maximilianstraße
-Östliche Karl-Friedrich-Straße
-Westliche Karl-Friedrich-Straße

Die Straßenraumgestaltung berücksichtigt dabei insbesondere die Belange des quartiersbezogenen Verkehrs, ÖPNV, Rad- und Fußgängerverkehrs. Der Durchgangsverkehr (MIV) soll auf diesen Straßen weitestgehend unterbunden werden.

Beispielhafte Entwürfe zur Straßenraumgestaltung werden in den nachfolgenden Kapiteln zum Radverkehr, Fußgängerverkehr und Stadtraum vorgestellt.