Inhalt

  • Tannennadel (Unterseite)
  • Tannenjungwuchs
  • Tannenblüte (männlich)
  • Tannenstamm
  • Tannenzweig

Merkmale

Die Weißtanne ist ein Nadelbaum, der unter günstigen Bedingungen zu einer beeindruckenden Größe von mehr als 60 Metern und einer Stammstärke von 2-3 Metern heranwachsen kann. Das natürliche Höchstalter beträgt etwa 600 Jahre. Die Äste der Weißtanne sind in Scheinquirlen angeordnet und stehen im unteren Bereich waagerecht, im oberen Bereich etwas aufwärts gerichtet vom Baum ab. Die dunkelgrünen und glänzenden Tannennadeln sind vorn leicht eingekerbt, nicht stechend und weisen an der Unterseite zwei weißliche Wachsstreifen (Spaltöffnungsstreifen) auf. Sie sitzen mit einer scheibchenförmig verbreiterten Basis auf den Zweigen auf. Die Nadeln verbleiben 7-11 Jahre am Zweig und fallen dann ab, wobei sie eine runde bis elliptisch geformte Narbe hinterlassen. Die weichen Nadeln der Tanne werden gern vom Wild gefressen. In wildreichen Gebieten muss der Tannenjungwuchs daher entsprechend geschützt werden.
Die in jungen Jahren glatte Rinde der Weißtanne ist im fortgeschrittenen Alter borkig und von weißlich-grauer Farbe. Die Pfahlwurzel verleiht dem Baum einen festen Stand. Je nach Standort und Entwicklung blüht die Tanne zum ersten Mal im Alter von 40-70 Jahren und bildet dabei in der Wipfelregion männliche und weibliche Blütenstände aus. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind. Die weiblichen Blütenstände entwickeln sich bis zum Herbst in aufrecht stehende Zapfen, in denen die Samen reifen. Anders als bei der Fichte fallen die Tannenzapfen bei Samenreife nicht auf den Boden, sondern entlassen die leichten Samen noch vom Baum. Auf den Zweigen bleiben die leeren Zapfenspindeln mitunter mehrere Jahre stehen. Im Alter flacht sich die Krone der Tanne ab, der Baum bildet ein „Storchennest“. Bei ungünstigen Wuchsbedingungen so z.B. auch bei einem Übermaß an Luftschadstoffen zeigt sich die Storchennestkrone vorzeitig.

Waldbau

Die Tanne ist der Charakterbaum des Schwarzwalds. Zum Gedeihen braucht sie einen tiefgründigen Boden und eine gute Wasserversorgung. Sommertrockenheit und Spätfröste verträgt sie nicht. Im Schwarzwald erstreckt sich das natürliche Verbreitungsgebiet der Tanne von den luftfeuchten Tallagen im Norden bis auf die Höhen des Feldbergs im Süden. Dabei liegt das Hauptverbreitungsgebiet zwischen 500 und 1000 Metern Höhe. Es gibt nur wenige reine Tannenbestände. Eher findet man den Baum vergesellschaftet mit Buche oder Fichte vor. In jungen Jahren ist die Tanne sehr schattentolerant. Sie kann an lichtarmen Standorten z.B. im Schatten älterer Bäume im Waldverbund gedeihen und ist mit dieser Eigenschaft vielen anderen Bäumen überlegen. Wohl an die hundert Jahre kann die Tanne solche lichtarmen Bedingungen aushalten (Schattenschlaf). Sie wächst dabei nur wenig und wartet auf ihre Chance. Werden die umgebenden größeren Bäume gefällt oder sterben ab, legt die Tanne an Wachstum zu und nimmt innerhalb kurzer Zeit deren Platz ein.
Im Wirtschaftswald erreicht die Weißtanne eine Höhe von 30-40 Metern. Die Umtriebszeit beträgt 100-150 Jahre. Aus den Zeiten der Flößerei stammt der Begriff „Holländertanne“, der besonders gut entwickelten Bäume mit starken geraden Stämmen bezeichnet. Diese waren es nämlich wert, bis nach Holland geflößt zu werden, wo sie einen sehr guten Preis erzielen konnten.
Wegen ihrer Empfindlichkeit gegenüber Luftschadstoffen und den damit verbundenen Ausfällen ist der Anteil der Tanne an den Wäldern in Deutschland stark zurückgegangen. Die relativ niederschlagsarmen und warmen Sommer der letzten Jahre taten ein Übriges, um den Tannenbestand in Deutschlands Wäldern weiter zu vermindern. Wegen ihrer ausgeprägten Schattentoleranz eignet sich die Tanne allerdings sehr gut für Maßnahmen zur Naturverjüngung, die in den letzten Jahren im Waldbau verstärkt angewandt werden, so dass in absehbarer Zeit wohl wieder mit einer Zunahme des Weißtannenbestands zu rechnen ist. In Pforzheim beträgt der Anteil der Weißtanne am Gesamtbestand etwa 16 %.

Holz

Das gelblichweiße harzfreie Holz der Weißtanne findet vor allem als Bau- und Konstruktionsholz Verwendung. Darüber hinaus wird es für die Möbel- und Papierherstellung gebraucht. Geeignet ist Tannenholz auch für die Herstellung verschiedener Musikinstrumente wie z.B. Geigen und Orgeln.