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Das Bild zeigt das Originaldokument.

Das heutige Pforzheim entstand aus einer kleinen römischen Siedlung, die um das Jahr 90 n. Chr. gegründet wurde. Als kleine Anlegestelle an der Enz trug sie den Namen Portus (lateinisch für „Hafen“). Daher stammt auch die heutige Bezeichnung von Pforzheim als „Pforte zum Schwarzwald.“ Ein Beweis hierfür ist der im Jahre 1934 gefundene Leugenstein – ein Stein der damals Entfernungen zwischen Siedlungen und Städten anzeigte. Dieser stammt aus dem Jahre 244 n. Chr.

Das erste Mal wurde Pforzheim im Jahr 1067 in einer Urkunde des Kaisers Heinrich IV erwähnt und die Stadt erhielt um 1080 das Marktrecht.

Im 13. und 14. Jahrhundert erlebte Pforzheim eine erste Blütezeit. Der Wohlstand eines einflussreichen Patriziats bildete eine umfangreiche Wirtschaftskraft. Die Stadt erhielt durch den Sitz des Markgrafen von Baden (1535-1565) hohes Ansehen. Im 15. Jahrhundert erlebte "Pforzhem" wirtschaftliche und soziale Krisen. Viele reiche Patrizier verließen die Stadt und sie verlor an Bedeutung.

Dieses Portrait zeigt eine historische Zeichnung von Johannes Reuchlin.

1455 wurde Johannes Reuchlin in Pforzheim geboren. Neben Erasmus von Rotterdam zählte Reuchlin zu den wichtigsten europäischen Humanisten. Heute ist er Namensgeber für das Kulturzentrum Reuchlinhaus, zu dem auch das Schmuckmuseum gehört, sowie für das Reuchlin-Gymnasium. Der Reuchlinpreis wurde ebenfalls nach dem Gelehrten benannt.

1718 wurde das "Waisen-, Toll-, Kranken-, Zucht- und Arbeitshauses" im Gebäude des ehemaligen Dominikanerinnenklosters gegründet. Markgraf Karl-Friedrich errichtete dort eine Uhrenfabrik, um die Kinder des Waisenhaus‘ zu beschäftigen. Einige Zeit später kam die Fertigung von Schmuckwaren hinzu. Pforzheim wurde zur Industriestadt und erlebte erneut eine wirtschaftliche Blüte als Schmuck- und Goldstadt. Heute gilt das Waisenhaus als Grundstein der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie. Sie ist bedeutendster Standort der Gold- und Silberwarenfertigung in Deutschland.

Am 23. Februar 1945 wurde Pforzheim innerhalb von 20 Minuten durch einen alliierten Fliegerangriff fast vollständig zerstört. Rund 18.000 Menschen starben während der Bombardierung und es dauerte 40 Jahre, um die Schäden komplett zu beiseitigen und die Stadt in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Heute hat Pforzheim rund 118.000 Einwohner und ist in der Schmuck- und Uhrenindustrie deutschlandweit immer noch führend.