Inhalt

Sexuelle Gewalt hinterlässt Spuren – nicht nur in der Seele der Betroffenen, sondern oft auch körperlich. Dennoch werden die meisten Vergewaltigungen nicht angezeigt. Viele Betroffene sind un-mittelbar nach der Tat nicht in der Lage, eine Entscheidung für oder gegen eine Strafanzeige zu treffen. Viele befürchten auch, dass jemand über ihren Kopf hinweg eine Anzeige erstattet und suchen deshalb lieber keine Hilfe. Betroffene bleiben dadurch häufig medizinisch unversorgt. Entschließen sie sich später selbst dazu Anzeige zu erstatten, sind die Beweise, die durch eine sofortige medizinische Untersuchung gesichert werden könnten, bereits nicht mehr vorhanden.

Die vertrauliche Spurensicherung bietet einen Ausweg.

Nach sexueller Gewalt haben Betroffene die Möglichkeit, selbstbestimmt mit ihrer schwierigen Situation umzugehen und über eine Anzeige dann zu entscheiden, wenn sie es für richtig halten. Die sichtbaren Spuren des sexuellen Übergriffs sind oft nicht lange nachweisbar. Aus dieser Erfahrung heraus bietet das HELIOS Klinikum Pforzheim die Möglichkeit, die Spuren direkt nach der Tat ohne Einschaltung der Polizei zu sichern und aufzubewahren. Danach besteht ausreichend Zeit, sich für oder gegen eine Anzeige zu entscheiden.

Die Spurensicherung, fachgerechte ärztliche Untersuchung und Beratung unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht und werden streng vertraulich behandelt.

Spurensicherung in der Frauenklinik des HELIOS Klinikum Pforzheim

Wenn Sie Opfer einer Vergewaltigung oder anderer sexueller Übergriffe geworden sind, ist eine ärztliche Untersuchung dringend zu empfehlen, auch wenn äußerlich keine oder nur geringe Verletzungen sichtbar sind. Tatspuren, also Beweise für die Straftat, sollten so bald wie möglich gesichert werden, da sie nicht lange nachweisbar sind.

Zwei Wege stehen Ihnen offen

Weg 1: Anzeige bei der Polizei

Wenn Sie eine Anzeige erstatten wollen, nehmen Sie bitte direkt Kontakt mit der Polizei auf. Die Kriminalpolizei leitet dann alle erforderlichen Schritte ein und bringt Sie zur Spurensicherung in eine Frauenklinik. Die medizinische Untersuchung und Beratung erfolgt ohne Anwesenheit der Polizei.

Weg 2: Vertrauliche Spurensicherung (ohne Anzeige)

Auch wenn Sie sich noch nicht zur Anzeigenerstattung entscheiden können, weil Sie noch Bedenkzeit benötigen, melden Sie sich so schnell wie möglich in der Zentralen Notaufnahme des HELIOS Klinikum Pforzheim. Geben Sie an, dass es um einen Notfall geht und Sie dringend eine Gynäkologin oder einen Gynäkologen sprechen möchten. Die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt wird von Ihnen mit der Untersuchung beauftragt und unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht.

Somit darf nichts ohne Ihre Zustimmung veranlasst werden. Auch die Polizei darf nicht informiert werden! Es besteht keine Anzeigepflicht für die Ärztin/ den Arzt. Lassen Sie sich bei Fragen beraten und entscheiden Sie dann gemeinsam mit der Ärztin/ dem Arzt, was Sie tun wollen.

Vorhandene Tatspuren werden auf Ihren Wunsch ohne Benachrichtigung der Polizei gesichert und zusammen mit dem ärztlichen Untersuchungsbericht aufbewahrt. Wenn Sie sich zu einem späteren Zeitpunkt zur Anzeige gegen den Täter/ die Täterin entscheiden, können Sie die Polizei auf die gesicherten Spuren hinweisen und das HELIOS Klinikum Pforzheim von seiner Schweigepflicht entbinden.

Vertrauliche Spurensicherung beim HELIOS Klinikum Pforzheim

Benötigen Sie eine vertrauliche Spurensicherung nach einer Vergewaltigung, dann setzen Sie sich bitte schnellstmöglich mit der Zentralen Notaufnahme des HELIOS Klinikum Pforzheim in Verbindung.

(07231) 969-4 25 70

Dort helfen Ihnen erfahrene Ärztinnen und Ärzte!

Das Projekt „Medizinische Soforthilfe und vertrauliche Spurensicherung“ ist eine Initiative von:

  • Ärzteschaft Pforzheim-Enzkreis
  • Gesundheitsamt Pforzheim-Enzkreis
  • Gleichstellungsbeauftragte Stadt Pforzheim
  • Gleichstellungsbeauftragte Enzkreis
  • Helios Klinikum Pforzheim
  • Lilith e.V. (Beratungsstelle für Mädchen und Jungen zum Schutz vor sexueller Gewalt)
  • pro familia Pforzheim Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung e.V. (Beratung für erwachsene Frauen und Männer nach sexualisierter Gewalt)
  • Weisser Ring Pforzheim-Enzkreis

Unterstützt wird das Projekt durch:

  • Enzkreis 
  • Kommunale Kriminalprävention Pforzheim
  • Stadt Pforzheim
  • Verein sicheres Pforzheim/sicherer Enzkreis

Das Polizeipräsidium Karlsruhe, Referat Prävention ist als Netzwerkpartner am Projekt beteiligt.