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Geoinformation / Geobasisdaten

Allgemeines über Geoinformation und Geobasisdaten

Fragestellungen mit räumlichem Bezug sind so alt wie die Menschheit, wie zum Beispiel:

wo bin ich…?
wie komme ich nach…?
wo finde ich…?
wo finde ich den nächsten…?
wie viele befinden sich innerhalb…?

Diese Fragen beziehen sich auf einen bestimmten Ausschnitt der Erdoberfläche. Die Informationen, die wir zu ihrer Beantwortung benötigen, werden Geoinformationen genannt. Diese Geoinformationen beschreiben unsere Umwelt anhand von Modellen, die aus Objektbeschreibungen und Objektverknüpfungen (z.B. Brücke über Fluss, Gebäude auf Grundstück) bestehen. Ihr besonderes Merkmal ist ein räumlicher Bezug auf bestimmte Punkte, Flurstücke, Orte, Verwaltungsbezirke, Postleitzahlen oder sonstige Bereiche.

Geoinformationen sind eine wichtige Wissensbasis für Staat, Wirtschaft und Bürger. Sie dienen als Grundlage bzw. „Rohstoff“ u.a. für Navigationssysteme, das Immobilienwesen, den Umwelt- oder Katastrophenschutz, die Netzplanung im Mobilfunk, städtebauliche Planungen, Verkehrsplanungen und statistische Auswertungen aller Art.

Im Lauf der Zeit hat sich nicht der Bedarf an solchen Informationen geändert, sondern die Technologie für ihre Ermittlung und Präsentation. Heute werden die Fragestellungen mit Hilfe von Geoinformationssystemen (GIS) gelöst.

Wichtigster Bestandteil der Geoinformationssysteme sind Geodaten, also digitale, d.h. rechnerlesbare Geoinformationen. Bei den Geodaten wird unterschieden zwischen Geobasisdaten, Geofachdaten und Metadaten.

Geobasisdaten sind grundlegende Daten des amtlichen Vermessungswesens, welche die Landschaft (Topographie), die Liegenschaften (Flurstücke und Gebäude) und den einheitlichen geodätischen Raumbezug interessensneutral beschreiben. Sie sind Grundlage für alle Fachanwendungen mit Raumbezug.

Geofachdaten sind raumbezogene Daten aus den verschiedenen Fachbereichen wie zum Beispiel Daten über Umwelt- und Naturschutz, Forst- und Landwirtschaft, Verkehr, Geologie, Bodenkunde, Klima und Wetter, Wirtschaft, Bevölkerung, Wahlstatistik, usw. Geofachdaten sind ohne Geobasisdaten nicht oder nur schwer interpretierbar, da sie durch die Geobasisdaten ihre räumliche Orientierung erhalten.

Geodaten werden durch Metadaten beschrieben („Daten über Daten“). Metadaten geben Auskunft über Inhalt, Datenhalter, Qualität, Umfang, Herkunft und Aktualität der Geodatenbestände. Metadaten werden vor allem dann benötigt, wenn Geodaten aus verschiedenen Datenquellen zusammengeführt und gemeinsam ausgewertet werden sollen. Um eine länder- und ressortübergreifende Vernetzung von Geodaten und Geodiensten in Deutschland zu erreichen, wird derzeit von Bund, Ländern und Kommunen die Geodateninfrastruktur Deutschland (GDI-DE) aufgebaut.

Der Begriff Geoinformation (Sing.) ist im übrigen eine griffige Kurzbezeichnung für das Geoinformationswesen und bezeichnet die Gesamtheit der Institutionen, Zuständigkeiten und Handlungen mit dem Ziel, Geoinformationen zu beschaffen, zu verarbeiten, bereitzustellen und zu nutzen.

Geobasisdaten der Stadt Pforzheim

Das Amt für Stadtplanung, Liegenschaften und Vermessung liefert in seiner Funktion als Untere Vermessungsbehörde die grundlegenden Geobasisdaten für das Stadtgebiet Pforzheim. Hierzu gehören insbesondere die digitalen Daten des Liegenschaftskatasters.

Das Liegenschaftskataster setzt sich zusammen aus der Automatisierten Liegenschaftskarte (ALK), dem Automatisierten Liegenschaftsbuch (ALB), der Punktdatei und den vermessungstechnischen Unterlagen. Mittelfristig werden ALK, ALB und Punktdatei durch das bundeseinheitliche Automatisierte Liegenschaftskatasterinformationssystem (ALKIS) abgelöst. In ALKIS werden alle Inhalte des Liegenschaftskatasters (Flurstücke, Grenzpunkte, Gebäude, Lagebezeichnungen, Eigentümer, Rechtsverhältnisse usw.) objektstrukturiert, maßstabsunabhängig und redundanzfrei nach internationalen Standards und Normen abgebildet.

Weitere grundlegende Geobasisdaten, die das Amt für Stadtplanung, Liegenschaften und Vermessung entweder als Raster- oder als Vektordaten bereit stellt, sind die Daten des Amtlichen Stadtplans, die Orthofotos (Senkrechtluftbilder) und die Höhenlinien.

Das Amt für Stadtplanung, Liegenschaften und Vermessung stellt die Geobasisdaten für das interne Geoinformationssystem („Auskunftssystem“) der Stadtverwaltung Pforzheim bereit. Sie sind unverzichtbare Grundlage für fast alle Fachanwendungen vor allem im technischen Bereich. Des Weiteren erteilt das Amt für Stadtplanung, Liegenschaften und Vermessung Nutzungsrechte (Lizenzen) an den Geobasisdaten u.a. an Ingenieur- und Architekturbüros, die Immobilienwirtschaft, Landkartenhersteller, Leitungsnetzbetreiber, Grundstückseigentümer, Bauherren und sonstige interessierte Bürger.

Vom Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (vormals Landesvermessungsamt) werden weitere Geobasisdaten für das Stadtgebiet Pforzheim wie zum Beispiel digitale topographische Daten, digitale Landschafts- und Geländemodelle oder Daten aus dem Lage-, Höhen- oder Schwerefestpunktfeld bereit gestellt.

Weiterführende Weblinks

  • Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg www.lgl-bw.de
  • Geodateninfrastruktur Baden-Württemberg www.geoportal-bw.de
  • Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (ADV) www.adv-online.de