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Städtebauliche Betrachtungen

Das Gebiet ist naturräumlich geprägt durch seine teilweise sehr beengte Lage mit dem Enzfluss im Norden und den Südweststadthöhen im Süden. Haupterschließungsachse bildet die Kaiser-Friedrich-Straße, die zugleich auch eine wichtige Haupteinfahrtsstraße für Pforzheim darstellt. Im Planungsgebiet ist durchgängig ein hoher Überbauungsgrad mit intensiver Nutzung der Innen­höfe vorhanden. Diese Höfe werden teils gewerblich, teils als Parkplatzflächen genutzt, sind in der Regel jedoch ungeordnet und wenig begrünt. Als Aufenthaltsbereich für die Bewohner eignen sie sich nicht. Dem Gebiet fehlen qualitativ wertvolle Außenbereiche bzw. Verknüpfungen zu anderen Freiflächen (Flussufer). Bei einer Sanierungsmaßnahme wird daher dem Außenbereich (Straßen­räume, Innenhöfe) ein sehr hoher Stellenwert beigemessen. Die besondere Charakteristik des Gebiets liegt in der ausgeprägten Durchmischung von Wohnen und Gewerbe und im Nebeneinander von alter und neuer Architektur, was verbunden mit der Innenstadtnähe viel Potential in sich birgt, um ein „individuelles“ Quartier zum Arbeiten und Leben zu schaffen. Die Flussuferstraßen, insbesondere Jörg-Ratgeb-Straße und Steubenstraße, sollen gestalterisch aufgewertet werden, um diesem Bereich zusätzliche Attraktivität zukommen zu lassen. Somit kann das in der Vergangenheit bereits begonnene Konzept der Flußuferaufwertung weitergeführt werden.

Soziale Gesichtpunkte

Die sozialen Strukturindikatoren liegen deutlich unter dem gesamtstädtischen Durchschnitt. Der Anteil junger Menschen ist deutlich unterdurchschnittlich, der Anteil der über 65jährigen ist überdurchschnittlich (hier ist allerdings das im Gebiet liegende Alterspflegeheim mit ca 100 BewohnerInnen als Ursache zu vermuten). Der Anteil von Migrantinnen und Migranten ist sehr hoch. Dies weist auf einen deutlichen Bedarf an Integrationsangeboten hin. Arbeitslosendichte und Sozialhilfebedarf liegen klar (diese Werte sind fast doppelt so hoch) über dem städtischen Durchschnitt.

Verkehrliche Betrachtungen

Das Planungsgebiet ist geprägt und besonders belastet durch die hohe Verkehrsfrequenz. Die Kaiser-Friedrich-Straße stellt eine wichtige Stadteinfahrtsstraße dar, der Turnplatz bietet umfangreiche innenstadtnahe Parkplatzflächen und die Jahnstraße ist eine bedeutende innerstädtische Verteiler­straße. Die Verkehrsbelastung Kaiser-Friedrich-Straße im Querschnitt (beide Richtungen zusammen) beträgt östlich der Benckiserstraße ca. 15.200 Kfz/24h, westlich davon reduziert sich die Gesamtbelastung auf ca. 11.400 Kfz/24h. Für die Jahnstraße/Goethestraße im Bereich des Turnplatzes liegt die Verkehrsbelastung bei ca. 23.200 Kfz/24h (wieder im Gesamtquerschnitt). Die Daten basieren ebenfalls auf einer Zählung von 2004.