Inhalt

Graphik: Hauptherkunftsländer auf Bundesebene Zeitraum Mai 2016
Bei den Top-Ten-Ländern im Zeitraum Januar – Mai 2016 steht an erster Stelle Syrien mit einem Anteil von 46,6 %. Den zweiten Platz nimmt der Irak mit einem Anteil von 14,8 % ein. Danach folgt Afghanistan mit 13,7 %. Damit entfallen drei Viertel (75,1 %) aller seit Januar 2016 gestellten Erstanträge auf die ersten drei Herkunftsländer.
Quelle: BAMF
Graphik: Hauptherkunftsländer auf Bundesebene Zeitraum 2016
Bei den Top-Ten-Ländern des Monats Mai steht an erster Stelle Syrien mit einem Anteil von 39,9 %. Den zweiten Platz nimmt Afghanistan mit einem Anteil von 16,8 % ein. Danach folgt der Irak mit 15,3 %. Fast drei Viertel (72,0 %) aller in diesem Monat gestellten Erstanträge entfallen damit auf diese ersten drei Herkunftsländer.
Quelle: BAMF

Die Menschen und Kommunen in Deutschland stehen vor einer großen Herausforderung:

Die Zahl der Krisenherde und Kriegsgebiete in der Welt steigt unaufhaltsam an – und damit die Zahl der Menschen, die in größter Not aus ihrer Heimat flüchten müssen. Sie fliehen um ihr Leben. Darunter sind auch Kinder, die von ihren Eltern allein auf die Flucht geschickt werden, deren Familien zerrissen wurden oder die ihre Angehörigen verloren haben. Die demokratischen und vergleichsweise reichen Staaten Europas haben nicht nur die völkerrechtliche Pflicht, diesen Menschen zu helfen – sondern auch die ethische und menschliche Pflicht, Leid zu mindern und zu helfen!

Es gibt viele Gründe, aus denen Menschen fliehen müssen: Verfolgung, Folter, Vergewaltigung, Krieg und Bürgerkrieg, drohende Todesstrafe, Zerstörung der Existenzgrundlagen.

Entwicklung der Asylantragszahlen

"Im bisherigen Berichtsjahr 2016 wurden 302.209 Erstanträge vom Bundesamt entgegen genommen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres wurden 125.972 Erstanträge gestellt; dies bedeutet einen Anstieg der Antragszahlen um 139,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Folgeanträge halbierte sich im bisherigen Jahr 2016 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert (15.933 Folgeanträge, -52,5 %) auf 7.576 Folgeanträge. Damit konnte das Bundesamt insgesamt 309.785 Asylanträge im Jahr 2016 entgegen nehmen; im Vergleich zum Vorjahr mit 141.905 Asylanträgen bedeutet dies eine Erhöhung der Antragszahlen um +118,3 %." (Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, www.bamf.de)

Setzt man die Zahl der Asylanträge mit der Einwohnerzahl in Beziehung, liegt Deutschland im europäischen Vergleich im unteren Mittelfeld. In acht europäischen Staaten, darunter Malta, Schweden, Norwegen und Luxemburg, baten im Verhältnis zur Einwohnerzahl mehr Flüchtlinge um Asyl als in Deutschland.

Baden-Württemberg und die Kommunen

Graphik: Monatlicher Zugang von Asylbegehrenden (für Erstanträge in Baden-Württemberg in den vergangenen 12 Monaten.
Monatlicher Zugang von Asylbegehrenden (für Erstanträge in Baden-Württemberg in den vergangenen 12 Monaten.
Quelle: Integrationsministerium Baden-Württemberg

"Im Jahr 2015 hat Baden-Württemberg insgesamt 101.041 Asylsuchende aufgenommen. 97.822 Flüchtlinge haben zum ersten Mal in Baden-Württemberg um Asyl nachgesucht (Erstantragsteller). Gegenüber dem Vorjahr (25.673 Erstantragsteller) bedeutet dies fast eine Verdreifachung (Erhöhung um ca. 72.000 Personen oder 281 Prozent). Damit ist der Flüchtlingszugang im achten Jahr in Folge gestiegen. Auch der bisherige Rekordzugang aus dem Jahr 1992 (51.609 Erstantragsteller) wurde damit weit übertroffen." (Quelle Integrationsministerium B.-W.).

Die meisten davon kommen momentan aus Syrien. Es folgen Flüchtlinge aus Afghanistan, dem Irak,  Albanien, Kosovo, Gambia Pakistan gefolgt von Servien, Mazedonien, Iran, Eritrea, Bosnien und Herzegowina, Nigeria. Es ist weiter damit zurechnen, dass insbesondere Familien, Frauen und Kinder aus Syrien und dem Nordirak verstärkt bei uns Zuflucht suchen werden.

Die Flüchtlinge werden in Baden-Württemberg zunächst in „Landeserstaufnahmestellen“ (LEA) untergebracht. Die insgesamt 9.000 Plätze sind völlig überfüllt. Das Land muss mittlerweile Notquartiere in Hallen einrichten. Leer stehende Kasernen auf der Schwäbischen Alb werden für eine weitere Aufnahmeeinrichtung genutzt. Das Land ist dringend auf die Unterstützung der Landkreise, Städte und Gemeinden angewiesen.

Diese sind zur Unterbringung verpflichtet und können dazu notfalls verurteilt werden - keine Großstadt und kein Landkreis kann und darf sich dieser Verantwortung entziehen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von Flüchtlingen in der Gemeinschaftsunterkunft liegt bei etwa eineinhalb Jahren, kann aber auch bis zu zwei Jahren dauern.